Politik

Transparent bleiben

Intelligent? Die lückenlose Überwachung aller Bürger ist eine beklemmende Vorstellung. In China wurde sie längst Wirklichkeit. In einigen Regionen der USA fanden farbige Bürger zeitweise keine Wohnung mehr, weil sie bei ihrer Suche im Internet von Algorithmen aussortiert wurden. Im Europäischen Parlament spinnt man diese eigentlich unfassbaren Möglichkeiten weiter: Wer kann dafür verantwortlich gemacht werden, wenn beispielsweise Frauen von den Rechnern im Hintergrund bei der Job-Suche diskriminiert werden – ohne dies sofort merken zu können?

Den ungeahnten Chancen, die der Einsatz Künstlicher Intelligenz mit sich bringt, stehen Risiken gegenüber, die die EU und die Mitgliedstaten in den Griff bekommen müssen, ehe sie die Büchse der Pandora öffnen. Kontrolle und Transparenz werden deshalb die Grundzüge des künftigen Rechtsrahmens sein müssen. Wobei die Frage, woher Tausende Experten herkommen sollen, die die Maschinen überwachen, derzeit noch niemand beantworten kann. Aber dass der Bürger nicht auf einem Schaden sitzenbleiben darf, nur weil den nicht ein Mensch, sondern ein Algorithmus verursacht hat, ist unbestreitbar. Gleichzeitig muss die EU-Kommission eine Gesetzgebung entwerfen, die den Einsatz dort, wo er sinnvoll ist, möglich macht – eine große Herausforderung.

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