Politik

Venezuela Menschen sterben an Folgen des Stromausfalls

Übergangspräsident ruft zu Marsch auf Caracas

Caracas.Juan Guaidó bläst zum Sturm auf Caracas: Seit Wochen wogt der Machtkampf in Venezuela schon – jetzt will der selbst ernannte Interimspräsident eine Entscheidung erzwingen. Er werde zu einer Rundreise durch das ganze Land aufbrechen und seine Anhänger für einen Marsch auf die Hauptstadt mobilisieren, kündigte er bei einer Demonstration am Wochenende an. Der Oppositionsführer will den sozialistischen Staatschef Nicolás Maduro aus dem Amt drängen, eine Übergangsregierung einsetzen und Neuwahlen ausrufen.

„Es kommen harte Tage auf uns zu. Das Regime wird versuchen, uns zu spalten“, sagte er bei einer Kundgebung in der venezolanischen Hauptstadt. „In diesem Kampf ist es fundamental, dass wir weiter auf die Straße gehen.“ Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) bekräftigte im „Tagesspiegel am Sonntag“, dass der Druck hoch bleiben müsse.

„Die Eroberung der Räume wird friedlich, verfassungsgemäß und geordnet sein“, schrieb Guaidó auf Twitter. Allerdings machte er auch deutlich, dass die Zeit für den „falschen Dialog“ abgelaufen sei. In den vergangenen Jahren hatten Regierung und Opposition mehrfach erfolglos versucht, die Krise mit Gesprächen beizulegen. Venezuela steckt in einer tiefen politischen und wirtschaftlichen Krise. Zuletzt legte ein massiver Stromausfall weite Teile des Landes lahm. Einige Regionen waren seit Donnerstagabend von der Elektrizitätsversorgung abgeschnitten. Maduros Regierung machte eine von den USA gesteuerte Cyberattacke für den Stromausfall verantwortlich.

Nach Angabe n der Nichtregierungsorganisation Médicos por la Salud (Mediziner für die Gesundheit) starben während des Stromausfalls in den Krankenhäusern des Landes bisher mindestens 17 Patienten. Guaidó hatte zuvor sogar von mindestens 79 Todesopfern gesprochen. dpa