Politik

Klimaschutz Schüler tauschen sich bei Sommerkongress mit „Wir-Gefühl“ in Dortmund aus

Umfrage: Anreize statt Verbote

Archivartikel

Dortmund/Berlin.In den Ferien kann man nicht die Schule schwänzen deshalb tut die Klimabewegung „Fridays for Future“ das Gegenteil, um Aufmerksamkeit zu erregen: Während andere Altergenossen ihren Urlaub genießen, arbeiten sie an der Zukunft ihres Protests – bei einem mehrtägigen Sommerkongress in Dortmund. Passend zum Wochentag steht am Freitag eine Demonstration auf dem Programm. Und so ziehen die jungen Kongressteilnehmer durch Dortmund und demonstrieren für besseren Klimaschutz. „Es darf niemals so weit kommen, dass sich die Erde um zwei Grad erwärmt. Wir sind schon sehr nahe daran, und das macht uns riesengroße Angst“, sagt eine Rednerin bei einer Kundgebung.

Konkrete Entscheidungen, wie es mit der Bewegung weitergehen soll, werden nicht getroffen, betonen die Organisatoren des Kongresses immer wieder. Stattdessen gehe es ums Vernetzen, Informieren, Austauschen und Bestärken. Mehr als 1500 junge Menschen zwischen zehn und 28 Jahren haben sich angemeldet bei dem Treffen mit Arbeitskreisen und jeder Menge „Sommerlager-Wir-Gefühl“. Zwei Schulen am Rande des Parks werden während des Kongresses trotz Ferienzeit zum Lernort. Die Teilnehmer sollen hier inhaltliches wie methodisches Rüstzeug bekommen. Es gibt Podiumsgespräche, Vernetzungstreffen und weit über 200 Arbeitsgruppen.

Mehrheit zu Spenden bereit

Beim Thema Klimaschutz setzen die wahlberechtigten Deutschen eher auf Anreize statt auf Verbote. 72 Prozent der Umfrageteilnehmer des ARD-„Deutschlandtrends“ sprachen sich für eine derartige Förderung aus. Nur 15 Prozent wollten dagegen klimaschädliches Verhalten ahnden.

Besonders stark befürworteten Anhänger von SPD (80 Prozent), FDP (78 Prozent) und der Union (77 Prozent) das Anreiz-Modell. Bei den Linken sprachen sich 72 Prozent dafür aus. Am wenigsten Zustimmung für die Förderungen gab es bei den Grünen (65 Prozent) und der AfD (61 Prozent) – Anhänger beider Parteien befürworteten eher Verbote.

Eine Mehrheit der Umfrageteilnehmer erklärte sich bereit, den Umwelt- und Klimaschutz finanziell zu unterstützen. Die meisten Wahlberechtigten wären mit einer monatlichen Spende von einem bis 25 Euro (21 Prozent) oder 26 bis 50 Euro (20 Prozent) einverstanden. 21 Prozent wollte keinen monatlichen Beitrag dafür aufwenden. Eine überwältigende Mehrheit (97 Prozent) befürwortete die Förderung von Innovationen und Forschung. 92 Prozent sprachen sich für den Ausbau erneuerbarer Energien aus. dpa

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