Politik

Umstrittene Privatisierung

Eine der ältesten und mit Abstand größten Krankenhausfusionen in Hessen ist die der Universitätskliniken Gießen und Marburg von 2005. Grund waren hohe Betriebsdefizite, ein beträchtlicher Investitionsstau in Gießen und die Überlegung, dass mit Frankfurt und Gießen/Marburg nur zwei große Unikliniken in Hessen eine Chance hätten. Schon ein Jahr später folgte die Überführung in eine GmbH und die Privatisierung mit dem Einstieg der Rhön-Klinikum AG. Diese hält 95 Prozent der Anteile, das Land Hessen fünf Prozent.

Doch die Privatisierung ist politisch umstritten. Jahrelang tobten Auseinandersetzungen über die Belastung der Beschäftigten, einen geplanten Abbau von 500 Stellen, die verspätete Einführung der Partikeltherapie für Krebspatienten in Kooperation mit der Uni Heidelberg sowie die Finanzierung des Klinikums. Erst im Mai wurde der letzte große Streitpunkt mit der Vereinbarung beigelegt, dass das Land Hessen einen jährlich 15 Millionen Euro höheren Zuschuss zahlt und das Klinikum für fünf Jahre auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet. kn