Politik

Konflikte Kämpfe um Berg-Karabach gehen weiter

UN ruft zu Waffenruhe auf

Archivartikel

Baku/Eriwan.Die verfeindeten Südkaukasusrepubliken Armenien und Aserbaidschan haben sich den vierten Tag in Folge schwere Kämpfe um die Konfliktregion Berg-Karabach geliefert. Aserbaidschan werde seine Militäroperation bis zu einem Rückzug Armeniens aus dem Gebiet fortsetzen, sagte Staatschef Ilham Aliyev am Mittwoch in Baku. Erst dann werde es eine Waffenruhe geben. Aufrufe zum Dialog seien deshalb sinnlos. Bei den schwersten Kämpfen seit Jahrzehnten sind in Berg-Karabach nach offiziellen armenischen Angaben bereits mehr als 100 Menschen getötet worden.

Auf aserbaidschanischem Staatsgebiet sollen bei einem Angriff auf die Stadt Terter mindestens sieben Menschen verletzt und Gebäude zerstört worden sein. Das armenische Militär in Eriwan teilte mit, dass es an der gesamten Demarkationslinie um Berg-Karabach Artilleriefeuer gegeben habe. Ein Vertreter des Verteidigungsministeriums in Eriwan warf den Luftstreitkräften Aserbaidschans vor, Bombenangriffe auf Berg-Karabach zu fliegen. Dabei seien erneut türkische Kampfjets vom US-Typ F-16 eingesetzt worden.

Moskau will in dem Konflikt zwischen Baku und Eriwan vermitteln. Russische Friedenstruppen könnten mit einem UN-Mandat in die Region geschickt werden und eine Waffenruhe kontrollieren, schlug der Vize-Chef des auswärtigen Ausschusses, Dmitri Nowikow, vor. Der Kreml rief die Türkei erneut zur Zurückhaltung auf. Der UN-Sicherheitsrat unterstützt indes UN-Generalsekretär António Guterres bei seiner Forderung nach einer Waffenruhe. Guterres forderte die sofortige Wiederaufnahme von Verhandlungen und die Wiederentsendung von Beobachtern der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa.

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