Politik

Union legt deutlich zu, leichte Verluste bei SPD, FDP und der Linken

Politische Stimmung in Deutschland

Mannheim.Die CDU/CSU legt deutlich zu, die SPD muss leichte Verluste hinnehmen, ebenso die FDP und die Linke. Die AfD gewinnt leicht an Zustimmung, die Grünen bleiben konstant auf hohem Niveau. Aktuell erreicht die CDU/CSU 33% (+4) und die SPD kommt auf 18% (-1). Die AfD erhält 10% (+1), die FDP 7% (-1) und die Linke 8% (-1). Die Grünen sind aktuell bei 23% (+/-0), alle anderen Parteien erhalten zusammen 3% (+/-0). *

Da mit Umfragen aber immer nur Stimmungen in der Bevölkerung zum Zeitpunkt der Befragung gemessen werden, sind Schlussfolgerungen auf eine mögliche Wahlentscheidung an einem weit entfernten Wahltag nicht zulässig.

Die Politbarometer-Ergebnisse sind wie immer politisch nicht gewichtet. Ein Ver­gleich der Wahlabsichtsfrage und der Sympathiemessungen der Politbarometer-Untersuchungen mit den politisch gewichteten Ergebnissen anderer Institute ist daher nur bedingt möglich. Aus diesem Grund veröffentlicht das Politbarometer die „Projektion“, bei der die in den aktuellen Untersuchungen gemessenen poli­tischen Stimmungen auf ein Wahlergebnis für eine Bundestagswahl übertragen werden, falls diese am nächsten Sonntag stattfinden würde.

Dieser errechneten Projektion liegen die Erkenntnisse über die langfristige, sozialstrukturell begründete Stabilität im Wählerverhalten bei Bundestagswahlen zugrunde sowie Erkenntnisse über den theoretischen Ausgang einer Bundestagswahl unter „normalen“ Bedingungen, d. h. ohne die Überzeichnungen in der aktuell gemessenen politischen Stimmung. Berücksichtigt wird dabei auch die fehlende Bekenntnisbereitschaft von den Anhängern der Parteien an den Rändern des Parteienspektrums.

Wäre bereits am Sonntag Bundestagswahl, würde die CDU/CSU sich wieder etwas erholen und auch die AfD würde leicht hinzugewinnen. Für die SPD, die FDP und die Linke gäbe es hingegen Verluste: Die Union käme auf 30% (+2) und die SPD würde 16% (-1) erhalten. Die AfD könnte mit 14% (+1) rechnen, die FDP bekäme 7% (-1). Die Linke würde 8% (-1) erzielen und die Grünen 20% (+/-0), alle sonstigen Parteien würden zusammen 5% (+/-0) erhalten. Damit hätte als einziges Zweier-Bündnis Schwarz-Grün weiterhin eine klare parlamentarische Mehrheit.

Zufriedenheit mit der Bundesregierung und den Koalitionspartnern

Die gemeinsame Arbeit von Union und SPD in der Bundesregierung auf der Skala von +5 bis -5 (sehr zufrieden bis sehr unzufrieden) wird wie zuletzt mit 0,3 beurteilt (März-II: 0,5; April: 0,3). Die Arbeit der CDU/CSU wird ebenfalls mit 0,3 bewertet (März-II: 0,3; April: 0,2), die SPD erhält einen Wert von 0,2 für ihre Regierungsarbeit (März-II: 0,3; April: 0,2).

Beurteilung der Bundesregierung

Ganz allgemein wird die Arbeit der Bundesregierung ähnlich wie zuletzt bewertet: Aktuell sind 56% der Ansicht, dass die Große Koalition gute Arbeit leistet (März-II: 60%; April: 53%), 38% kritisieren die Arbeit der amtierenden Regierung (März-II: 35%; April: 43%), 6% urteilen darüber nicht (März-II: 5%; April: 4%).

Gewünschte Koalition

Auf die vorgabenfreie Frage, welche Parteien zusammen die nächste Bundesregierung bilden sollen, wünschen sich 14% ein Bündnis aus Union und Grünen (März-II: 14%; April: 15%) und 13% eine Koalition aus SPD und Grünen (März-II: 12%; April: 15%). 11% präferieren eine große Koalition (März-II: 10%; April: 11%) und 10% ein Bündnis aus CDU/CSU und FDP (März-II: 11%; April: 8%). Rot-Rot-Grün wird aktuell von 6% favorisiert (März-II: 5%; April: 5%). Andere Bündnisse, wie „Jamaika“ oder eine klassische Ampel, werden insgesamt von 27% genannt (März-II: 25%; April: 23%), 20% antworten mit „weiß nicht“ (März-II: 23%; April: 23%).

Beurteilung der Arbeit von Angela Merkel

71% der Wahlberechtigten sind der Meinung, Angela Merkel macht ihre Sache als Regierungschefin eher gut (März-II: 71%; April: 69%), etwas mehr als ein Viertel der Befragten (26%) attestieren der Kanzlerin eher schlechte Leistungen (März-II: 27%; April: 27%), 3% äußern sich dazu nicht (März-II: 2%; April: 4%). Angela Merkels Arbeit als Bundeskanzlerin wird von den Anhängern aller Parteien – bis auf die der AfD – mehrheitlich gut beurteilt.

Soll Angela Merkel Bundeskanzlerin bis 2021 bleiben?

Nach wie vor eine Mehrheit (68%), allerdings geringfügig weniger als Anfang des Jahres und im März (Januar-II: 70%; März-I: 71%), fände es gut, wenn Angela Merkel – wie von ihr angekündigt – bis 2021 Bundeskanzlerin bleibt, 29% (Januar-II: 27%; März-I: 27%) fänden das nicht gut. Positiv wird ein Verbleib Merkels im Kanzleramt bis 2021 von 88% der Unions-, 74% der Grünen-, 72% der SPD-, 66% der Linke- und 65% der FDP-Anhänger gesehen, aber nur von jedem Fünften im AfD-Lager.

Beurteilung von Spitzenpolitikern in Deutschland

Bei der Beurteilung der nach Meinung der Befragten zehn wichtigsten Politikerinnen und Politiker gibt es bei neun von zehn Politikern Veränderungen, in unterschiedliche Richtungen und bei den meisten nur geringe im Vergleich zum April. Wie immer wurde die Bewertung nach Sympathie und Leistung mittels der Skala von +5 bis -5 (halte sehr viel von / halte gar nichts von) vorgenommen.

Angeführt wird das Ranking auch in dieser Woche von Bundeskanzlerin Angela Merkel, sie erhält einen Durchschnittswert von 1,4. Aktuell wieder auf dem zweiten Platz liegt der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck (1,1), vor Heiko Maas, der drei Zehntel verliert und aktuell mit 0,8 bewertet wird. Es folgt mit Unterschieden im Hundertstelbereich Olaf Scholz (0,8), vor Annegret Kramp-Karrenbauer (0,7). Die zweite Hälfte führt Christian Lindner mit einem Wert von 0,2 an, vor Sahra Wagenknecht (0,0) – beide tauschen damit wieder die Plätze. Die letzten drei Ränge, alle im negativen Bereich, werden weiterhin von Markus Söder (-0,1), Andrea Nahles (-0,4) und Horst Seehofer (-0,6) belegt.

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