Politik

Kaschmir-Konflikt Verletzte bei Protesten / Pakistanischer Premierminister Khan wirft Indien Angriffspläne vor

„Unsere Nation ist bereit zu reagieren“

Islamabad/Neu Delhi.Inmitten der Spannungen um Kaschmir hat Pakistans Premierminister Imran Khan Indien vorgeworfen, Angriffe auf den pakistanischen Teil der Gebirgsregion zu planen. Sein Land habe entsprechende Geheimdienstinformationen.

„Ich warne (den indischen Premierminister) Narendra Modi, dass unsere Reaktion noch stärker sein wird“, sagte Khan in einer Rede zum pakistanischen Unabhängigkeitstag im Parlament des pakistanischen Teils Kaschmir am Mittwoch. „Unsere Streitkräfte, unsere ganze Nation ist bereit zu reagieren.“

Indien und Pakistan streiten sich schon seit mehr als 70 Jahren um die Himalaya-Region. Zwei Kriege wurden deswegen bereits geführt. Beide Atommächte beherrschen jeweils einen Teil von Kaschmir, ein weiterer Teil gehört zu China.

Zehntausende Soldaten

Weil die indische Regierung ihrem Teil Anfang vergangener Woche den Autonomiestatus entzogen hatte, bat Pakistan die Länder des UN-Sicherheitsrats um eine Sondersitzung. Der Entzug des Autonomiestatuts berge eine „Gefahr für den Weltfrieden“, schrieb Außenminister Shah Mehmood Qureshi dem UN-Gremium. Aus Diplomatenkreisen verlautete, dass das Thema vielleicht noch diese Woche auf die Tagesordnung gesetzt werde. Die bisherige Autonomieregelung sicherte dem indischen Teil Kaschmirs unter anderem eine eigene Verfassung und weitgehende Kompetenzen. Viele Kaschmirer sind gegen die Neuregelung. Zehntausende Soldaten wurden in die Region geschickt, um Proteste zu verhindern.

Die indische Polizei bestätigte am Mittwoch, dass es Verletzte bei Protesten gegen die Neuregelung gegeben hat. „Es gab ein paar wenige Verletzungen durch Schrotkugeln, die Leute wurden behandelt und dann zurückgeschickt“, so ein Sprecher. Die indischen Behörden weisen Medienberichte zurück, wonach es größere Proteste gegeben habe. dpa

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