Politik

Atomenergie Werk in Neckarwestheim hat Risse

Untersteller: Schäden möglich

Archivartikel

Heilbronn.Nach den jüngsten Sicherheitsüberprüfungen des Gemeinschaftskernkraftwerks Neckarwestheim (GKN) II hält es das Stuttgarter Umweltministerium nach Informationen dieser Zeitung für möglich, dass es auch bis zur Stilllegung 2022 noch zu Schäden in dem Reaktor kommen kann. In der Antwort auf eine SPD-Landtagsanfrage, die dieser Zeitung vorliegt, schreibt Umweltminister Franz Untersteller (Grüne), es könne „nicht ausgeschlossen werden, dass noch Restverunreinigungen in Konzentrationen vorliegen, aufgrund derer erneut gleichartige Schäden wie in den Revisionen der Jahre 2017 bis 2019 an den Heizrohren auftreten“. Bei einer Revision in diesem Jahr wurden an insgesamt 191 Heizrohren Risse festgestellt. Schon 2018 gab es an zahlreichen Stellen solche Korrosionsschäden.

Das GKN besitzt vier sogenannte Dampferzeuger. Diese haben zusammen mehr als 16 000 Heizrohre, in denen unter hohem Druck radioaktives Reaktorwasser fließt. Ein Leck könnte hier zu einem ernsthaften Störfall führen. Obwohl „Maßnahmen zur Spülung und Reinigung der Dampferzeuger und der daraus resultierenden Reduzierung der Gehalte an korrosionsfördernden Verunreinigungen in den Dampferzeugern“ durchgeführt worden seien, so Untersteller, seien weitere Schäden auch in Zukunft möglich.

Rolland warnt vor Störung

SPD-Umweltexpertin Gabi Rolland warnt davor, diese Vorfälle auf die leichte Schulter zu nehmen. „Das Beispiel Neckarwestheim zeigt, dass der Zahn der Zeit durch Korrosion sehr stark die Systeme und Rohrleitungen in einem Atomkraftwerk angreift und schwächt. Niemand ist in der Lage, zu garantieren, dass nicht erneut Schäden an den Heizrohren auftreten können, so wie das in den vergangenen drei Jahren regelmäßig der Fall war“, erklärte sie dieser Zeitung.

Zu vermuten sei eher, dass auch bei zukünftigen Revisionen weitere Risse festgestellt würden, die dann repariert werden müssten. mis

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