Politik

Coronavirus Vereinigte Staaten verzeichnen Höchstwert

US-Politiker streiten um die Maske

Archivartikel

Washington.Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA hat einen neuen alarmierenden Höchststand erreicht – und das Land trägt Grabenkämpfe um die Maskenpflicht aus. Im Bundesstaat Georgia geht der Gouverneur gegen eine von der Hauptstadt Atlanta verordnete Maskenpflicht vor.

Die demokratische Bürgermeisterin Keisha Lance Bottoms habe mit der Verordnung ihre Kompetenzen überschritten, sagte der Republikaner Brian Kemp in einer am Donnerstag (Ortszeit) eingereichten Klage. Am Mittwoch hatte Kemp eine Verordnung unterzeichnet, die es Kommunen und Bezirken verbietet, eine Maskenpflicht einzuführen.

Wegen der dramatischen Zunahme an Corona-Neuinfektionen haben mehrere US-Bundesstaaten eine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit eingeführt. Am Donnerstag kündigte der Gouverneur Colorados, Jared Polis, an, dass Masken künftig in geschlossenen öffentlichen Räumen getragen werden müssten, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. „Masken sind das Ticket zu dem Colorado, das wir lieben“, erklärte Polis.

Wenn wir jeden dazu bringen könnten, jetzt sofort eine Maske zu tragen, denke ich, könnten wir diese Pandemie in vier, sechs, acht Wochen unter Kontrolle bringen“, hatte der Direktor der US-Gesundheitsbehörde CDC, Rober Redfield, erst am Dienstag gesagt. Am Donnerstag rief der US-Immunologe Anthony Fauci zum Tragen von Masken auf.

Doch die Appelle der Gesundheitsexperten ändern nichts daran, dass der Mund-Nasen-Schutz zum Politikum geworden ist. Dazu beigetragen hat auch US-Präsident Donald Trump. Trump gibt zwar an, nicht gegen Masken zu sein. Allerdings sagte er kürzlich, er halte es für möglich, dass Menschen mit den Masken ihre Missbilligung für ihn zum Ausdruck bringen. Trump wird vorgeworfen, durch sein Auftreten meist ohne Maske ein schlechtes Vorbild zu sein.

77 300 Fälle gemeldet

Umfragen haben gezeigt, dass die Akzeptanz von Masken in den USA eine Frage der politischen Einstellung ist. In einer am Freitag veröffentlichten Umfrage im Auftrag der Tageszeitung „Washington Post“ und des Senders ABC gaben allerdings 79 Prozent der Befragten an, in Gegenwart anderer Menschen außerhalb ihres Zuhauses immer oder meist eine Schutzmaske zu tragen.

Die Zahl der nachgewiesenen Neuansteckungen ist in den USA seit Mitte Juni im Zuge der Lockerungen der Corona-Auflagen dramatisch gestiegen – vor allem im Süden und Westen des Landes. Zahlreiche Bundesstaaten haben daher die Wiedereröffnung der Wirtschaft gebremst, pausiert oder Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen zurückgenommen. Mit rund 77 300 gemeldeten Fällen hat die Zahl der Neuinfektionen einen Höchststand erreicht, wie am Freitag aus Zahlen der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervorging. Rund 138 000 Menschen starben bisher in den USA im Zusammenhang mit dem Virus. dpa

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