Politik

Bürgerkrieg Schwere Vorwürfe von UN-Menschenrechtlern

Verbrechen im Jemen

Archivartikel

Genf.Im Bürgerkriegsland Jemen gibt es nach Überzeugung von UN-Menschenrechtlern starke Anzeichen für Kriegsverbrechen. Eine Expertenkommission erhob schwere Vorwürfe gegen die Regierung und ihre Verbündeten Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate und verlangte, dass Verantwortliche vor einem unabhängigen Gericht zur Rechenschaft gezogen werden. Sie habe eine Liste mit den Namen möglicher Täter an den UN-Hochkommissar für Menschenrechte geschickt.

„Es gibt kaum Anhaltspunkte, dass die Konfliktparteien versuchen, zivile Opfer zu vermeiden“, sagte der Vorsitzende der Expertengruppe, Kamel Jendoubi, gestern in Genf. Die Rolle der westlichen Unterstützer der Koalition, etwa der USA und Großbritanniens, thematisierte die Gruppe nicht. Bei dem Mandat sei es ausschließlich um Menschenrechtsverletzungen gegangen, sagte der Mitvorsitzende Charles Garraway.

Die USA haben nach einem CNN-Bericht gedroht, ihre Unterstützung wegen der vielen zivilen Opfer der Bombardierungen zu kürzen. Anfang August wurde ein Schulbus getroffen, wobei nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) 40 Kinder und elf Erwachsene umkamen. Vergangene Woche wurde nach Angaben der Huthi-Rebellen ein Fahrzeug von einer Rakete getroffen. Dabei seien 20 Kinder und sechs Erwachsene umgekommen. Im Jemen versucht die sunnitische Regierung mit ihren Verbündeten einen Aufstand der von Saudi-Arabiens Erzfeind Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen niederzuschlagen. dpa