Politik

Militär USA und Südkorea senden Entspannungszeichen

Verzicht auf gemeinsame Großmanöver

Archivartikel

Seoul/Washington.Nach dem gescheiterten Gipfeltreffen von US-Präsident Donald Trump mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in Hanoi senden die USA und Südkorea ein Zeichen der Entspannung. Die beiden Verbündeten erklärten am Wochenende, ihre bisher größten gemeinsamen Militärübungen einzustellen und durch ein kleineres Manöver zu ersetzen. Das mehrwöchige Frühjahrs-Feldmanöver „Foal Eagle“ sowie die parallel dazu laufende Kommandoschulung „Key Resolve“ wurden in der Vergangenheit von Nordkorea stets scharf kritisiert.

Das neue Manöver „Dong Maeng“ (Allianz) werde heute beginnen und neun Tage dauern, teilte das gemeinsame Truppenkommando in Südkorea gestern mit. Es handle sich um eine Kommandoübung. „Diese Übungen sind wichtig, um die Allianz aufrechtzuerhalten und zu stärken.“ Wie viele Soldaten auf beiden Seiten daran teilnehmen, war zunächst unklar. Die USA haben in Südkorea 28 500 Soldaten als Abschreckung gegen Bedrohungen durch Nordkorea stationiert.

Zur Begründung für die Beendigung der größeren Manöver erklärte das Pentagon, der Schritt spiegele den Wunsch beider Länder wider, „Spannungen zu reduzieren und unsere diplomatischen Anstrengungen zu unterstützen, um die komplette Denuklearisierung auf der koreanischen Halbinsel“ zu erreichen. Mit Denuklearisierung meinen beide Länder die vollständige und überprüfbare Abrüstung des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms. Ihre Frühjahrsmanöver lösten immer wieder heftige Proteste der kommunistischen Führung Nordkoreas aus. dpa