Politik

Völlig ungeregelt

Zum Studium nach Oxford? Oder eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker bei Rolls-Royce? Kann sein, dass das klappt. Kann aber auch platzen. Und was ist mit der Klassenfahrt zur Partnerschule in Wales?

Völlig unbegreiflich ist angesichts des Chaos der politischen Kräfte in Großbritannien die Tatsache, dass London sich mitnichten bemüht hat, die elementaren Alltagsfragen wenigstens so zu lösen, dass auch ohne Austrittsvertrag ein ungeregeltes Durcheinander vermieden wird.

Bisher war es vor allem Brüssel, das sich um Übergangsbestimmungen für Reisende, für Studierende und Arbeitnehmer bemüht hat – und die Europäische Kommission ist in vielerlei Hinsicht in Vorleistung gegangen. Die Gewissheit, um die sich in dieser Woche das EU-Parlament für Teilnehmer von Erasmus+ bemüht, ist deshalb ein weiterer Schritt, um Menschen ihre Lebensplanung zu ermöglichen. Wer schon auf der Insel lernt oder studiert, darf bleiben. Das ist die gute Nachricht. Aber viele Tausende werden umplanen müssen, obwohl sie darauf gebaut haben, mit einem Auslandsaufenthalt etwas für ihre berufliche Perspektive tun zu können.

Nun geraten die, die ihren Aufenthalt noch nicht begonnen haben, zwischen die Mühlen einer Politik, die unfähig ist, das Interesse ihrer Landsleute an die vorderste Stelle des Handelns zu stellen. Es ist eine nur schwer nachvollziehbare Form, die junge Generation vor den Kopf zu stoße. Die EU tut gut daran, ihr Erfolgsprojekt Erasmus+ weiter auszubauen, die finanzielle Basis zu verbreitern und dabei jene nicht zu vergessen, die nicht über genügend Mittel verfügen, ihre Lehre oder ihr Studium außerhalb der Heimat vertiefen zu können. Europas Zukunft sind die jungen Menschen.

 
Zum Thema