Politik

Afrikareise Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Gesprächen in der Republik Südafrika sowie in Angola

Vor allem geht es um die Wirtschaft

Archivartikel

Berlin.Mehr als ein Dutzend Mal war sie schon auf dem Kontinent, jetzt folgen zwei weitere Stationen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reist an diesem Mittwoch nach Südafrika und Angola. Afrika lässt die Kanzlerin nicht los. Mal ging es um die Flüchtlingskrise, mal um Terrorismusbekämpfung, dann um Entwicklungszusammenarbeit und Stabilisierung. Jetzt auch um den Klimaschutz. Vor allem in Südafrika. 90 Prozent der Stromversorgung wird dort durch Kohle erzielt, schon seit 2013 gibt es zwischen Deutschland und Südafrika eine Energiepartnerschaft. Aus Regierungskreisen hieß es, Südafrika sei mit Blick auf erneuerbare Energien sehr an deutscher Technologie interessiert.

Im Tross der Kanzlerin reist daher eine elfköpfige Wirtschaftsdelegation mit. Gleich nach dem Empfang durch den südafrikanischen Präsidenten Cyril Ramaphosa sollen die wirtschaftlichen Beziehungen debattiert werden. Mit ihrer Reise will Merkel zudem ein Signal setzen und den Reformkurs Ramaphosas unterstützen. Da das Land demnächst den Vorsitz der Afrikanischen Union übernimmt, dürfte Merkel mit Ramaphosa auch über die Lage in Libyen reden.

600 deutsche Unternehmen sind in Südafrika engagiert, nach China und vor den USA ist Deutschland der zweitwichtigste Handelspartner. Das Handelsvolumen lag 2018 bei rund 17 Milliarden Euro. Die deutsche Industrie erhofft sich neue Kooperationen im Bereich Erneuerbarer Energien, bei Transport, Logistik, in der Bauwirtschaft und auf dem Sektor der Finanzdienstleistungen.

Agenda gegen Korruption

Die Beziehungen zu Angola sind noch lange nicht so entwickelt wie die zu Südafrika. Nach 30 Jahren Regentschaft von José Eduardo dos Santos hat 2017 der neue Staatspräsident João Manuel Gonçalves Lourenço ein neues Kapitel aufgeschlagen und verfolgt eine Agenda gegen Korruption und Vetternwirtschaft.

Nur 25 deutsche Unternehmen sind derzeit in Angola aktiv. Zwar liegt das Pro-Kopf-Einkommen wegen des Ölreichtums relativ hoch – aber die Wirtschaft schrumpfte 2019. Der deutsche Handel mit Angola, das Merkel zuletzt 2011 besuchte, betrug 2018 nur 183 Millionen Euro. Merkel und Lourenço wollen in der Hauptstadt Luanda deshalb ein deutsch-angolanisches Wirtschaftsforum eröffnen.

Zum Thema