Politik

„NSU.2.0“ Ex-Polizist im Besitz mehrerer illegaler Gegenstände

Waffen entdeckt

Landshut/München.Bei dem in der Affäre um die rechtsextreme Drohschreiben-Serie „NSU 2.0“ beschuldigten Ex-Polizisten aus Landshut haben Ermittler mutmaßlich illegale Waffen gefunden. Das bestätigte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft München am Mittwoch. Es handle sich um eine Pumpgun und zwei Pistolen. Außerdem seien in seiner Wohnung weitere verbotene Gegenstände wie Pfefferspray und Schlagstöcke gefunden worden. „Damit besteht neben und völlig unabhängig von den Tatvorwürfen im Zusammenhang mit „NSU 2.0“ ein gesonderter Tatverdacht wegen Verstößen gegen das Waffengesetz“, sagte der Sprecher. Die Ermittlungen führt die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET).

63-Jähriger streitet Vorwürfe ab

Am vergangenen Freitag waren der 63 Jahre alte Ex-Polizist und seine 55 Jahre alte Ehefrau vorläufig festgenommen worden. Das Ehepaar werde verdächtigt, mehrere Schreiben mit beleidigenden, volksverhetzenden und drohenden Inhalten an Bundestagsabgeordnete und verschiedene andere Adressaten verschickt zu haben. Er selbst streitet die Vorwürfe ab.

Aus Sicht des Gewerkschaftsvorsitzenden Jürgen Köhnlein handelt es sich dabei um einen Einzelfall. Die bayerische Polizei habe kein generelles Rassismusproblem. „Polizeibashing ist derzeit angesagt und bringt Klicks“, sagte der Vorsitzende des Bayerischen Landesverbandes der Deutschen Polizeigewerkschaft in einem Interview des „Straubinger Tagblatt“. Er habe aber Verständnis dafür, dass die Polizei in der Affäre um „NSU 2.0“ kritisch beäugt werde. „Seit dem Bekanntwerden, dass von einem Polizeicomputer in Hessen relevante Daten abgezogen wurden, steht die Polizei im Fokus“, sagte Köhnlein. „Das wirft ein schlechtes Licht auf den Polizeiapparat und die Menschen, die täglich ihren schweren Dienst verrichten.“ dpa

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