Politik

Wilhem-Leuschner-Medaille Posthume Preisverleihung

Walter Lübcke geehrt

Wiesbaden.Sechs Monate nach seiner Ermordung ist der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke posthum mit der höchsten Auszeichnung des Landes Hessen geehrt worden. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) verlieh ihm am Sonntag in Wiesbaden die Wilhelm-Leuschner-Medaille, die stellvertretend seine Frau und die beiden Söhne entgegennahmen. Bei dem Festakt stellte Bouffier, der selbst über Jahrzehnte mit seinem Parteifreund Lübcke befreundet war, auch einen nach diesem benannten „Walter-Lübcke-Demokratie-Preis“ vor. Dieser soll künftig alle zwei Jahre zu Lübckes Gedenken an Personen, Verbände und Initiativen vergeben werden, die sich für gesellschaftlichen Zusammenhalt, gegen Hass und Hetze oder für einen von gegenseitigem Respekt geprägten politischen Diskurs einsetzen.

Es war das erste Mal, dass die seit 1965 vom hessischen Regierungschef verliehene Wilhelm-Leuschner-Medaille nach dem Tod des Preisträgers vergeben wurde. Lübcke war am 2. Juni mutmaßlich von einem Rechtsextremisten auf der Terrasse seines Hauses im nordhessischen Wolfhagen erschossen worden. Vor und auch noch nach seiner Ermordung war Lübcke in sozialen Medien mit Hass überschüttet worden, nachdem er sich gegen alle Drohungen für die Aufnahme von Flüchtlingen eingesetzt hatte.

Bouffier nannte Lübcke mit seinem mutigen Eintreten für Demokratie und Freiheit ein Vorbild. Dessen 29-jähriger Sohn Jan-Hendrik bedankte sich mit tränenerstickter Stimme für die Ehrung und rief zum entschlossenen Eintreten gegen Hass und Extremismus auf. kn

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