Politik

Wanderwitz soll Hirte ablösen

Archivartikel

Berlin.Innenstaatssekretär Marco Wanderwitz (CDU) soll neuer Ost-Beauftragter werden und damit Christian Hirte ablösen. Hirte musste sein Amt nach einem freudigen Kommentar zur Ministerpräsidentenwahl in Thüringen aufgeben. Wanderwitz bestätigte die Personalie am Rande einer Veranstaltung in Berlin. Nach Angaben aus Regierungskreisen soll das Kabinett am Mittwoch über seine Berufung beschließen.

Einheit in den Köpfen

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sagte am Dienstag, er freue sich zwar über die Berufung von Wanderwitz. Er bedauere aber zugleich, dass er das Innenministerium verlasse: „Herr Wanderwitz war eine starke Säule in meinem Ministerium und hat sich insbesondere in der Bau- und Wohnungspolitik große Verdienste erworben.“

Ihm gehe es um das Thema gleichwertige Lebensverhältnisse in Ost und West, beschrieb Wanderwitz seine Agenda. Diese Frage sei in weiten Teilen der neuen Bundesländer virulent. Nach 30 Jahren müsse auch die Frage vertieft werden, wie weit es mit der Einheit in den Köpfen sei.

Der 44-jährige Wanderwitz wird als Parlamentarischer Staatssekretär ins Wirtschaftsministerium wechseln. Dort ist die Position des Ost-Beauftragten angesiedelt. Wanderwitz kommt aus Chemnitz. Er ist Mitglied im CDU-Bundesvorstand und Vorsitzender der sächsischen CDU-Landesgruppe im Bundestag.

Der Staatssekretär ist mit seiner ebenfalls aus Sachsen stammenden Fraktionskollegin Yvonne Magwas liiert, mit der er ein Kind hat. Aus seiner Ehe hat Wanderwitz drei Kinder.

Nach Thüringen-Kommentar

Hirte war nach einem heftig kritisierten Lob für die Ministerpräsidentenwahl in Thüringen zurückgetreten. Auf Twitter schrieb der stellvertretende CDU-Chef in Thüringen: „Deine Wahl als Kandidat der Mitte zeigt noch einmal, dass die Thüringer Rot-Rot-Grün abgewählt haben. Viel Erfolg für diese schwierige Aufgabe zum Wohle des Freistaats.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe ihm im Gespräch mitgeteilt, dass er nicht länger Ost-Beauftragter sein könne, teilte Hirte am Samstag in einer Twitter-Nachricht mit. „Ihrer Anregung folgend, habe ich daher um meine Entlassung gebeten.“

Regierungssprecher Steffen Seibert hatte mitgeteilt, die Kanzlerin habe dem Bundespräsidenten Hirtes Entlassung als Wirtschaftsstaatssekretär vorgeschlagen. SPD und Opposition hatten auf Hirtes Rücktritt gedrungen. Jemand, der die „Wahlgemeinschaft aus CDU, FDP und AfD“ als Mitte bezeichne, könne nicht im Auftrag der SPD und damit der Bundesregierung sprechen, so SPD-Chefin Saskia Esken. dpa

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