Politik

Öffentlicher Dienst Seehofer verhandelt morgen mit

Warnstreiks in letzter Phase

Berlin.Vor der wahrscheinlich entscheidenden Tarifrunde für den öffentlichen Dienst in Bund und Kommunen haben gestern erneut Tausende Beschäftigte die Arbeit niedergelegt. Mit den Warnstreiks wollte die Gewerkschaft Verdi ihren Forderungen unter anderem nach einer besseren Bezahlung der Beschäftigten Nachdruck verleihen – von Sonntag an soll in Potsdam weiter verhandelt werden. Drei Viertel der Bürger haben einer Umfrage zufolge Verständnis für die Ausstände.

Gestern befanden sich mehr als 17 000 Beschäftigte nach Verdi-Angaben im Ausstand. Am Donnerstag waren es rund 45 000 gewesen. In Frankfurt brauchten Pendler am Morgen viel Geduld auf dem Weg zur Arbeit. Straßenbahnen und U-Bahnen standen still, die Menschen mussten auf Busse und S-Bahnen oder andere Alternativen ausweichen. Zudem waren Müllabfuhr, Kitas, Krankenhäuser und die Stadtverwaltung betroffen. Auch in anderen Städten und Kreisen Hessens wurde zum Warnstreik aufgerufen.

Verdi und der Beamtenbund dbb wollten Druck aufbauen für die dritte und voraussichtlich entscheidende Verhandlungsrunde. Die Gewerkschaften fordern für die rund 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten des öffentlichen Dienstes bei Bund und Kommunen sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro pro Monat.

Höhere Gehälter

Verdi-Chef Frank Bsirske wiederholte in Leipzig die Forderung der Gewerkschaften. Die höheren Gehälter könnten die öffentlichen Haushalte bei sprudelnden Steuereinnahmen auch zahlen. „Gute Leute, gute Arbeit, gutes Geld – das muss eine Einheit werden“, sagte Bsirske. Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst seien bereit, gute Arbeit abzuliefern.

Mit am Tisch sitzt in Potsdam auch erstmals Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) als Verhandlungsführer des Bundes. Bsirske erwartet von ihm Kontinuität. „Ich habe Thomas de Maizière als harten, aber fairen Gesprächspartner erlebt, mit dem man konstruktiv verhandeln konnte. Das sollte sich mit Horst Seehofer nicht ändern.“ dpa

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