Politik

Fernsehdebatten Kandidaten der US-Demokraten bekämpfen einander / Elizabeth Warren kontert John Delany

„Wieso treten Sie überhaupt an?“

Archivartikel

Detroit.Die Kandidaten der Demokraten passen nicht einmal alle auf eine Bühne. Deshalb musste das Los darüber entscheiden, wer an welchem Abend in den von CNN ausgerichteten beiden Debatten mit wem debattieren darf. Das allein sorgte für eine unglückliche Optik, die den Eindruck der Orientierungslosigkeit vermittelt.

Nicht wenige Analysten machen dafür den ungewöhnlich frühen Start der Vorwahlkampf-Debatten verantwortlich. Statt bis später im Jahr zu warten und dann die Top-Kandidaten auf einer Bühne zu haben, verschwenden die Demokraten ihre Zeit auf aussichtslose Bewerber.

Einer von ihnen, der ehemalige Kongressabgeordnete John Delany, nutzte seinen Moment im Scheinwerferlicht am Dienstag dafür, den beiden führenden Parteilinken, Bernie Sanders und Elizabeth Warren, vorzuhalten, „Märchenversprechen“ zu machen. „So stellen sie nur sicher, dass Donald Trump gewählt wird.“

Warren, die das Los am Dienstag neben Sanders und den beiden „Wunderjungen“ Pete Buttigieg und Beto O‘Rourke auf eine Bühne gestellt hatte, fand die passenden Worte, die Provokationen des „No-Name“-Kandidaten zurückzuweisen. „Wieso treten Sie überhaupt an, wenn sie nur darüber reden wollten, was wir nicht tun können?“

Wenig Substanz

Inhaltlich wird die von Phrasen geprägte Debatte so schnell vergessen sein wie mindestens die Hälfte ihrer Teilnehmer. Dass Linke und Moderate generell unterschiedliche Ideen bei der Gesundheitspolitik und Einwanderung haben, ist keine wirklich neue Erkenntnis.

Vergeblich warteten die Zuschauer auf eine substanzielle Debatte zwischen den beiden führenden Progressiven Sanders und Warren, die sich mit Samthandschuhen anfassten. Joe Biden und Kamala Harris debattieren erst in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag deutscher Zeit mit der zweiten Gruppe an Kandidaten, ohne ihrerseits ein starkes Gegengewicht vom progressiven Flügel zu haben.

Der Gewinner von Detroit heißt Donald Trump. Das breite Feld an Kandidaten bietet dem amerikanischen Präsidenten die Chance, die Demokraten als zerstrittenen Haufen darzustellen.

Zum Thema