Politik

Diskussion Schäuble stellt sich im SWR Friedmans Fragen

„Wir werden vielfältiger“

Archivartikel

Neustadt.Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat den Angriff von Demonstranten auf den Reichstag im August nicht als Sturm auf das Gebäude wahrgenommen und die Bilder in den Medien insofern relativiert. In einer SWR-Fernsehdebatte mit Michel Friedman, die am Mittwochabend im Festsaal des Hambacher Schlosses in Neustadt aufgezeichnet wurde, sagte der 78-Jährige, dass diejenigen, die da „gestürmt“ seien, erstmal ein Selfie auf den Treppen gemacht hätten.

Sorge um Demokratie

Was macht Angst mit der Demokratie? So hieß das Thema der Diskussion, in der Friedman skeptische Fragen zum Zustand der Gesellschaft während der Corona-Pandemie stellte. „Wird die Welt durch geheime Mächte gesteuert?“, fragte der langjährige Moderator angesichts der Tatsache, dass auf eine Umfrage der Konrad-Adenauer-Stiftung dazu 30 Prozent mit Zustimmung geantwortet haben. Friedman, selbst jüdischer Abstammung, ging es um die Menschen, die glauben, dass hinter dem globalen Finanzmarkt ein elitäres Judentum stecke. Es ging ihm darum, dass es einen strukturellen Antisemitismus in der deutschen Gesellschaft gebe.

Schäuble antwortete, dass er glaube, dass die Gegenkräfte in der deutschen Gesellschaft stark genug seien, man sich darauf aber nicht ausruhen dürfe. „Wir müssen damit klarkommen, dass wir vielfältiger werden“, sagte Schäuble an die Adresse derer, die Angst vor Fremden haben. Diese Angst müsse durch Neugierde ersetzt werden. Die Politik habe in dieser Zeit die Aufgabe, Orientierung in der Vielfalt zu geben.

Politik müsse den Menschen Vertrauen geben. Dieses Vertrauen sei in der Phase der Corona-Pandemie gewachsen. Das machten alle Umfragen deutlich. sal

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