Politik

Politbarometer August I 2018 (KW 32 - II)

Wolfgang Schäuble bei Imagewerten auf Platz 1

Mannheim.Bei der Beurteilung der wichtigsten Politiker landet der Bundestagspräsident von der CDU vor Cem Özdemir (Grüne). Letzter bleibt CSU-Parteichef Horst Seehofer.

Beurteilung von Spitzenpolitikern in Deutschland

In den Politbarometer Top 10 gibt es bei den Imagewerten keinen einheitlichen Trend, aber ganz oben im Ranking erneut eine Veränderung: Nachdem Angela Merkel zuletzt Anfang Juni Platz eins innehatte, und Ende Juni dann Cem Özdemir sowie im Juli Olaf Scholz Spitzenreiter waren, übernimmt jetzt Wolfgang Schäuble diese Top-Position: Bei seinem Comeback – statt Markus Söder rechnen die Befragten jetzt wieder den Bundestagspräsidenten zu den zehn wichtigsten Politikerinnen und Politikern – wird Wolfgang Schäuble auf der +5/-5-Skala mit 1,7 bewertet. Mit deutlichem Abstand folgt auf Platz zwei Cem Özdemir (1,1), der sich beim Ansehen verbessert. Dann, beide in der Note unverändert, Olaf Scholz (1,0) und Angela Merkel (0,9) vor Heiko Maas (0,9), der ein klares Imageplus verzeichnen kann. Auf den Positionen sechs und sieben stehen Christian Lindner (0,3) und Sahra Wagenknecht (0,2), dann Andrea Nahles (0,1) auf Platz acht sowie Ursula von der Leyen (0,1) auf der vorletzten Position. Schlusslicht bleibt abgeschlagen Horst Seehofer (-0,8), wobei der CSU-Chef jetzt weniger deutlich im negativen Skalenbereich verortet wird als noch im Juli. 

Arbeit der Bundesregierung

Die Performanz der Bundesregierung bleibt auch im August schwach: Zwar schafft es das Kabinett nach einem Tiefpunkt im Vormonat jetzt wieder aus dem Negativbereich, wird aber leistungsbezogen auf der +5/-5-Skala (sehr zufrieden bis sehr unzufrieden) nur mit 0,2 (Jun-II: 0,0; Jul: -0,2) eingestuft. In der Einzelkritik wird die aktuelle CDU/CSU-Arbeit mit -0,1 (Jun-II: -0,3; Jul: -0,6) erneut kritischer gesehen als die der SPD mit 0,2 (Jun-II: 0,3; Jul: 0,2), wobei die Unzufriedenheit mit der Union weniger deutlich ausfällt als im letzten Politbarometer.  

„Alles in allem gesehen“, also aus einer längerfristigen Perspektive, bescheinigen zum Vormonat kaum verändert 51% (Jun-II: 49%; Jul: 50%) der Deutschen der Bundesregierung „eher gute Arbeit“ – das sind zwanzig Prozentpunkte weniger als im Schnitt der letzten Legislaturperiode. 43% (Jun-II: 44%; Jul: 44%) der Befragten ziehen eine überwiegend negative Gesamtbilanz, darunter neben klaren Mehrheiten der AfD-, Linke- und FDP-Anhänger auch 35% der SPD- und 44% der Grünen-Anhänger.   

Angela Merkel: Arbeit als Bundeskanzlerin

Angela Merkels Arbeit als Bundeskanzlerin bewerten „alles in allem gesehen“ 59% (Jun-II: 61%; Jul: 59%) der Befragten überwiegend positiv, womit sich neben dem Kabinett auch die Regierungsspitze weiter klar unter dem Niveau der letzten Legislaturperiode bewegt sowie weit unter dem hervorragenden Mittel von 74% während ihrer gesamten Kanzlerschaft seit 2005. Insgesamt 38% (Jun-II: 37%; Jul: 37%) der Befragten sprechen zurzeit von „eher schlechter Arbeit“, darunter nur 11% der Unions-, aber 36% der SPD-Anhänger. Zudem äußern sich 87% der AfD-, 49% der FDP-, 46% der Linke- und nur 22% der Grünen-Anhänger „alles in allem gesehen“ eher kritisch. 

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