Ratgeber

Tourismus Schlichtungsstelle hilft Urlaubern

Anlaufpunkt bei Reise-Ärger

Archivartikel

Berlin.Wenn Reisende sich mit Fluggesellschaften oder Bahnunternehmen streiten, muss die Sache nicht vor Gericht enden. Helfen kann auch die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP), die in der Corona-Krise einen deutlichen Anstieg der Beschwerdenzahlen festgestellt hat. Doch wie genau wendet man sich an die SÖP – und in welchen Fällen kann die Schlichtungsstelle tätig werden?

Selbst um Einigung bemühen

Die SÖP kann eingeschaltet werden, wenn sich Reisende in ihren Rechten verletzt sehen und zum Beispiel von einer Fluggesellschaft, einem Fernbus- oder Bahnunternehmen Entschädigungen fordern. Wichtig ist, dass das fragliche Unternehmen dem Verein angehört, der die SÖP trägt. Eine Liste der knapp 400 Mitglieder gibt es online. Zu ihnen gehören seit 2019 auch einige Reiseveranstalter und Reisevermittler.

Entscheidend ist aber auch, dass der Reisende zunächst selbst versucht hat, mit dem betreffenden Unternehmen eine Einigung zu erzielen. Darüber müssen je nach Verkehrsmittel ein bis zwei Monate vergangen sein. Betroffene können die SÖP also nicht sofort einschalten, wenn sie zum Beispiel Geld zurückverlangen möchten. Wichtig ist auch, dass sich mit dem Streit nicht schon ein Gericht befasst, denn dann kann die Schlichtungsstelle nicht mehr tätig werden.

Formular im Internet

Etwa 90 Prozent der Beschwerden kommen laut Geschäftsführer Heinz Klewe bei der SÖP über deren Website an. Dort gibt es Formulare, in denen Reisende detailliert ihren Fall schildern können: bei Streit mit Bahn-, Fernbus und Schifffahrtsunternehmen, Fluggesellschaften, Anbietern öffentlicher Nahverkehrsmittel (ÖPNV) oder mit Reiseveranstaltern und -vermittlern.

Im Schlichtungsverfahren geht es dann darum, die Rechtmäßigkeit einer Beschwerde oder Forderung zu prüfen – und zwar kostenlos für den Reisenden. Nach SÖP-Angaben kommt es dabei in mehr als 80 Prozent der Fälle zu einvernehmlichen Lösungen. Überdurchschnittlich hoch ist die Quote der Einigungen bei Streitfällen mit Fernbusunternehmen und Airlines, etwas unterdurchschnittlich bei Streit mit ÖPNV-Anbietern. epd

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