Ratgeber

Auf ins Eigenheim: 6 wichtige Fragen vor der Entscheidung

Archivartikel

Millionen Deutsche ziehen pro Jahr um. Auch in der Region um Mannheim herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Für manche ist es lediglich ein Wohnungswechsel, während wiederum andere in ihr lang ersehntes Eigenheim ziehen. Gerade der Wunsch von den eigenen vier Wänden will wohl geplant sein. Einige Fragen müssen beantwortet werden, bevor der Plan konkrete Formen annimmt.

1. Wie viel Haus ist leistbar?

Zweifelsohne ist der Kauf einer Immobilie eine der wohl größten Investitionen im Leben eines durchschnittlichen Bundesbürgers. Das gilt sowohl für Bauprojekte als auch für den Kauf bereits bestehender Häuser. Derzeit entscheiden sich besonders viele Menschen für das Vorhaben, da der Leitzins bereits seit 2016 bei null Prozent liegt und entsprechend günstige Zinsen für Darlehen geboten werden. Wie global-rates.com zeigt, lag der EZB Zinssatz zwischen 2008 und 2009 teilweise bei mehr als vier Prozent, weswegen Hauskäufer erheblich tiefer in die Tasche greifen mussten.

Dennoch bleibt die Frage der Leistbarkeit keine, die nur mit Hilfe der Zinsen beantwortet werden kann. Haushalte sollten sich bewusst mit ihrem Einkommen und ihren Ausgaben beschäftigen und einen Wert ermitteln, der auch in der Zukunft monatlich gezahlt werden kann. So lässt sich eine verträgliche Monatsrate errechnen. Gut hat es auch, wer zusätzliches Eigenkapital in die Waagschale werfen oder auf einen Bausparvertrag zurückgreifen kann.

2. Welche Stadt ist die richtige?

Nicht immer erfolgt der Umzug innerhalb der bisher bewohnten Stadt. Berufliche oder auch private Gründe können Menschen dazu bringen, ihren Wohnort um viele Kilometer zu verlagern. Leicht ist das nicht, denn in der Ferne wartet viel Ungewissheit, die vor der Entscheidung für eine Stadt so gut wie möglich ausgemerzt werden sollte.

Wichtig ist es, für die gesamte Familie einen Rahmen schaffen zu können, der allen Beteiligten etwas bietet. Hierzu gehören beispielsweise

  • die infrastrukturelle Lage des Wohnortes,
  • Schulen und Kindergärten,
  • die ärztliche Versorgung,
  • die Entfernung zur Arbeitsstelle
  • und Freizeitmöglichkeiten.

Darüber hinaus gibt es jedoch auch spezifischere Wünsche, über deren Erfüllung keine Straßenkarte etwas verraten kann. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung beispielsweise, die Kriminalität oder auch Lebenshaltungskosten. Über solche Faktoren informiert das interaktive Städteranking der Bausparkasse Mainz

Weiter zu mehr Daten des Städterankings hier.

3. Bauen oder kaufen?

Eine nicht unwichtige Entscheidung, die getroffen werden muss. Selbst ein Haus zu bauen, ist für manche Menschen mit viel zeit- und nervlichem Aufwand verbunden. Das zeigte sich auch im Rahmen einer Umfrage aus 2018. Befragt wurden Menschen zu ihren Plänen in den kommenden zwei Jahren. 1,27 Millionen wollten ein Fertighaus bauen, 0,54 Millionen ein Massivhaus und ganze 2,23 Millionen Befragte planten den Kauf einer bereits existierenden Gebrauchtimmobilie.

Grundsätzlich muss diese Frage individuell beantwortet werden. Es lohnt sich, die Vor- und Nachteile beider Wege näher zu beleuchten und zu überlegen, welche Variante besser zu den persönlichen Bedürfnissen passt. Wer sich maximale Individualität beim Kauf eines Hauses wünscht, muss zweifellos selbst bauen. Wer schnell umziehen und sich nicht mit Innenausbau beschäftigen will, wird eine Gebrauchtimmobilie bevorzugen.

4. Lang- oder nur mittelfristig?

Nicht jeder Käufer entscheidet sich für ein Haus, das er bis zum Ende seines Lebens bewohnen will. In manchen Fällen soll die Immobilie nur rund zehn oder zwanzig Jahre genutzt werden, bis die Kinder groß und die Anzahl der Bewohner entsprechend klein ist. In diesem Fall müssen sich Käufer weniger Gedanken über Barrierefreiheit und altersgerechtes Wohnen machen.

Wer jedoch eine Immobilie will, die den Rest seines Lebens als Zuhause dienen soll, muss auch weit in die Zukunft denken. Viele Treppen und Stufen oder Absätze beispielsweise sind dann bereits ein Ausfallkriterium. Hier lohnt es sich unter Umständen, bei der Besichtigung des Hauses einen Experten zu Rate zu ziehen, der das Umbaupotenzial des Objekts beurteilen kann. Beim Selbstbau erübrigt sich dieser Schritt. Hier kann direkt altersgerecht geplant werden.

5. Vermieten oder alleine bewohnen?

Aktuell liegen die Zinsen auf niedrigem Niveau. Endet die Zinsbindungsfrist für den aufgenommenen Kredit in einigen Jahren, kann das jedoch anders aussehen. Höhere Zinsen und somit auch steigende Raten sind dann das wenig wünschenswerte Ergebnis, das so manchen zu Verkauf und Umzug zwingen wird. Umso wichtiger ist es, eine Immobilie zu kaufen, die auch bei Zinssteigerungen noch leistbar bleibt. Durch Anpassung der Tilgung ist das beispielsweise möglich.

Eine weitere Möglichkeit, den eigenen finanziellen Rahmen zu optimieren, ist die Vermietung. Diese bietet sich an, wenn das Haus über mehrere, abgeschlossene Wohneinheiten verfügt und entsprechend leicht von mehreren Parteien bewohnt werden kann. Als Vermieter erhalten die Eigentümer dann die monatliche Miete und können damit Teile der Kreditrate tilgen. Nicht vergessen werden sollte aber auch, dass mit der Vermietung von Wohnungen stets Pflichten entstehen.

6. Welche Extras sind gewünscht?

Sind die vorangegangenen Fragen bereits beantwortet, folgt ein weiterer wichtiger Punkt: Die Extras. Schließlich ist der Kauf einer Immobilie ein Schritt, bei dem nur die wenigsten Menschen Kompromisse eingehen möchten. Von der Photovoltaikanlage auf dem Dach über den großen Garten mit Teich bis hin zur Garage inklusive Werkstatt sollten alle persönlichen Wünsche und Vorstellungen einmal aufgelistet werden.

Diese Liste hilft später dabei, mit dem Architekten, Fertighausanbieter oder auch Makler darüber zu sprechen, inwiefern sie sich umsetzen lässt. Entscheidende Faktoren dabei sind unter anderem die Grundstücksgröße, die Ausrichtung der Immobilie, aber auch individuelle Aspekte wie Raumaufteilung, Grundriss und sogar die Bauordnung in der jeweiligen Stadt oder Gemeinde.