Ratgeber

Betrug und Abzocke im Netz: Ältere und neue Internetfallen vermeiden

Archivartikel

Betrug und Abzocke sind leider Teil des Internets. Immer wieder gibt es Schlagzeilen, dass Kriminelle erneut tausende, manchmal sogar hunderttausende Internetnutzer geprellt haben. Wer online geht, muss also damit rechnen, ins Visier von Übeltätern zu geraten, die es auf Geld oder sensible Daten abgesehen haben. Um ein neues Problem handelt es sich dabei eigentlich nicht, denn diverse Internetfallen existieren schon seit vielen Jahren. Doch nicht jeder kennt sie und immer wieder kommen neue Tricks hinzu. Als Verbraucher ist es daher wichtig, sich regelmäßig einen Überblick über die alten sowie neuen Maschen zu verschaffen, um unter keinen Umständen darauf hereinzufallen.

Die Internetkriminalität in (erschreckenden) Zahlen

Leider sind solche Schlageilen heutzutage keine Seltenheit mehr. Viele, vor allem ältere oder sehr junge, Nutzer fallen jedes Jahr auf Betrüger herein und verlieren dadurch beispielsweise viel Geld oder geben sensible persönliche Daten preis. Die Zahlen solcher „Cybercrime“-Fälle steigen stetig an, beispielsweise im Bereich der Online-Zahlung via EC- oder Kreditkarte. Aber auch der Identitätsdiebstahl, das „Phishing“ und Angriffe mit Schadsoftware sind mittlerweile weit verbreitet, wie eine Umfrage von Bitkom Research offenbart.

Demnach wurde in den zwölf Monaten vor der Befragung etwa jeder zweite Teilnehmer zum Opfer von Internetkriminalität in mindestens einer Form. Dennoch lernen auch immer mehr Internetnutzer, wie sie sich effektiv vor solchen Gefahren schützen können. In Zukunft könnte es daher eine Trendwende geben, sodass die Zahlen im Bereich Cybercrime erstmalig rückläufig sein könnten. Doch solange es das Internet gibt, wird es auch die Internetkriminalität geben und dabei kennt die Kreativität der Betrüger, Hacker & Co keine Grenzen.


Internetnutzer können sich am besten selbst schützen

Für euch als User bedeutet das: Ihr könnt euch am besten selbst vor solchen Risiken schützen. Software wie ein Virenprogramm ist dabei eine nützliche Unterstützung, bietet jedoch keine 100-prozentige Sicherheit. Und auch die Möglichkeiten der Polizei sind beim „Cybercrime“ oft begrenzt, denn die Täter sitzen meist im Ausland und sind aufgrund der Anonymität des Internets nur schwer oder überhaupt nicht ausfindig zu machen. Wer also das Internet nutzt, muss stets mit einem Restrisiko rechnen. Dennoch kann dieses mit dem richtigen Verhalten auf ein Minimum reduziert werden.

Dabei gilt in erster Linie das Motto: Beim Surfen im Netz solltet ihr lieber zu vorsichtig als zu nachsichtig sein. Geht also mit Skepsis und gesundem Menschenverstand an die Sache heran. Klickt immer eher einmal zu wenig als einmal zu viel. Wenn ihr diese Vorgehensweise verinnerlicht habt und alles im Netz hinterfragt, anstatt gutgläubig zu sein, habt ihr schonmal einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht – nämlich in Richtung Sicherheit.


Die häufigsten Fallen im Internet sind…



Aber auch Wissen ist bekanntlich Macht, sprich je besser ihr über die lauernden Gefahren informiert seid, desto schneller werdet ihr diese erkennen. Welche also sind sie, die häufigsten Internetfallen?


1.    Phishing-Mails: Der Klassiker unter den Internetfallen

Das E-Mail-Postfach ist ein beliebtes Ziel der Internetkriminellen. Immer wieder versuchen sie, auf diesem Weg an sensible Daten der Verbraucher zu kommen oder ihnen sogar direkt das Geld aus der Tasche zu ziehen. Während einige E-Mails auf den ersten Blick als Spam erkennbar sind oder sogar vom Postfach selbst herausgefiltert werden, landen andere direkt im Posteingang und machen einen seriösen Eindruck.

Sogar geschäftliche E-Mail-Accounts bleiben von einer solchen Masche nicht verschont. Das verleitet die User dazu, auf die Nachricht zu klicken oder direkt mit ihr zu interagieren, also beispielsweise einem Link zu folgen und dort ihre Daten einzugeben. Erst einmal solltet ihr daher wissen, wie der richtige Umgang mit E-Mails im Allgemeinen aussieht:

  • Seid stets skeptisch, wenn eine E-Mail von einem unbekannten Absender in eurem Postfach landet.
  • Wenn ihr nicht mit Sicherheit wisst, von wem diese Nachricht versendet wurde und weshalb, klickt nicht direkt darauf.
  • Seht euch erst einmal den Absender sowie Betreff an. Skepsis ist immer angebracht, wenn euch der Name nichts sagt, er ausländisch oder frei erfunden klingt.
  • Werft außerdem einen Blick auf die E-Mail-Adresse des Absenders. Oft handelt es sich dabei um unseriöse Adressen wie „ajbejkib823“ oder den schlechten Versuch einer seriös klingenden Formel wie „amazonserviso“ oder „paypahl“.
  • Auch Rechtschreibfehler, schlechtes Deutsch oder eine Fremdsprache wie beispielsweise Englisch sind ein Warnhinweis.
  • Selbiges gilt für die Betreffzeile. Oft handelt es sich dabei um wenig aussagekräftige Floskeln wie „Hey Sir!“ oder es soll direkt die Aufmerksamkeit des Users erhascht werden mit Aufhängern wie „Sie haben gewonnen“ beziehungsweise „Ich brauche Ihre Hilfe“.
  • Wenn ihr also unsicher seid, ob diese E-Mail seriös ist, löscht sie im Zweifelsfall lieber. Schon der Klick darauf kann nämlich unter Umständen die Pforten für Schadsoftware öffnen.
  • Solltest ihr sie dennoch öffnen oder aus Versehen geöffnet haben, klickt keinesfalls auf Links, es sei denn, ihr seid euch der Seriosität sicher!

Zudem solltet ihr niemals eure Daten irgendwo eingeben. Ihr müsst anscheinend eure Kreditkartennummer nochmal bei PayPal verifizieren oder euer Passwort für Amazon? Wann immer solche sensiblen Daten eingefordert werden, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um Betrug. Einige dieser Phishing-Mails wirken so seriös, beispielsweise inklusive korrektem Logo und sinnvoll klingenden Absender, dass sie dazu verleiten, tatsächlich sensible Daten preiszugeben.

Doch macht euch bewusst: Wenn ihr wirklich etwas gewonnen hättet oder PayPal noch einmal eure Kreditkartendaten bräuchte, würdet ihr auf anderem Weg kontaktiert werden. Zur Überprüfung könnt ihr euch zudem nochmal direkt in euren Account wie beispielsweise PayPal, Amazon, Facebook, oder von wem auch immer die angebliche E‑Mail kam, auf dem üblichen Weg einloggen und überprüfen, ob dort dieselbe Meldung erscheint. In der Regel funktioniert dort alles wie gehabt, denn die E-Mail war reiner Betrug.

Mit etwas Übung entwickelt ihr schnell einen Blick dafür, welche E-Mails seriös sind und welche nicht. Wann immer eine Nachricht mit Geld oder sensiblen Daten zu tun hat, solltet ihr sie also direkt löschen. Das gilt auch, wenn ihr angeblich viel Geld gewonnen habt oder ein unbekannter Enkel in Schwierigkeiten steckt. Dabei handelt es sich um klassische Betrugsmaschen. Häufig sollt ihr dann nämlich einen Geldbetrag überweisen, beispielsweise für Lose, die ihr braucht, damit der Gewinn ausgeschüttet wird. Oder ihr sollt eure Adresse, eure Kreditkartennummer oder andere sensible Daten angeben. Bei solchen Forderungen müssen sofort die Alarmglocken schrillen!

 

2.    Seriöse Namen, die für Abzocke missbraucht werden

Wie bereits erwähnt, verstecken sich viele Internetkriminelle hinter scheinbar seriösen Namen. Das können PayPal, Amazon, Facebook oder andere Plattformen sein, die von vielen Verbrauchern genutzt werden, sprich sie sind dort angemeldet und vertrauen daher seriös aussehenden E-Mails, die scheinbar von diesem Anbieter kommen.

Aber auch Namen von bekannten oder zumindest seriös klingenden Unternehmen werden immer wieder gerne für das Phishing missbraucht, oder für andere Betrugsmaschen wie beispielsweise einen fingierten Online-Shop. Es ist daher hilfreich, wenn ihr die Namen kennt, welche am häufigsten für das „Cybercrime“ verwendet werden und für euch daher stets ein Warnhinweis sein sollten.


3.    Onlineshops, die erst gar nicht versenden

Der E-Commerce spielt im Internet mittlerweile eine wichtige Rolle. Immer mehr Menschen kaufen neue oder gebrauchte Waren über das World Wide Web. Dafür müssen sie natürlich ihre persönlichen Daten sowie in einem gewissen Ausmaß auch ihre Bankdaten preisgeben. Dementsprechend attraktiv ist der E-Commerce für die Internetkriminalität.

Sogar beim Kauf neuer Ware kommt es mittlerweile zu Betrugsfällen. In der Regel wird dabei das Geld vom Käufer überwiesen, allerdings die Ware nie versendet. Jedoch lassen sich diese Risiken durch eine schnelle Überprüfung des Anbieters meist recht leicht ausschließen:

  • Kauft nur bei inländischen Anbietern ein beziehungsweise auf der deutschen Seite bekannter internationaler Händler.
  • Werft vor dem Kauf einen Blick ins Impressum. Ist kein solches vorhanden oder befindet sich der Firmensitz im Ausland, ist stets Vorsicht angebracht. Auch ein unvollständiges Impressum weist auf Betrüger hin.
  • Noch schneller lässt sich die Seriosität des Anbieters aber durch eine Internetrecherche überprüfen. Wer in der Suchmaschine angibt „Name der Plattform + Erfahrungen“, findet sofort Foren-, Blog- oder andere hilfreiche Beiträge von Internetnutzern, die ihre Erfahrungen zum Kauf in dem Online-Shop teilen.
  • Achtung: Nicht alle dieser Erfahrungsberichte sind echt. Zu positive Beiträge sollten daher ebenso ignoriert werden, wie zu negative. Doch die Masse aller Bewertungen gibt in der Regel einen zuverlässigen Überblick darüber, ob der Anbieter seriös ist oder eben nicht.

Zudem empfiehlt es sich, einen abgesicherten Zahlungsdienst zu verwenden, wo eure Daten sicher sind und ihr einen sogenannten „Käuferschutz“ genießt. In der Regel bietet jeder seriöse Online-Shop mittlerweile mindestens eine solche Option an. Die Vorkasse als Zahlungsweise ist hingegen strikt zu vermeiden. Ist ein Rechnungskauf oder die Nachnahme möglich, sprich ihr müsst das Produkt erst nach dem Erhalt bezahlen, so stellt diese die beste, weil sicherste Variante dar.


4.    Der Handel mit gebrauchter Ware

Bei gebrauchter Ware gestaltet sich diese Überprüfung des Anbieters hingegen schon deutlich schwieriger. Einerseits ist das Internet also eine tolle Gelegenheit, um möglichst günstig an gebrauchte Ware zu kommen, zeit- sowie ortsunabhängig und in deutlich größerer Auswahl als beispielsweise auf einem Flohmarkt. Andererseits tummeln sich unter den Privatanbietern viele schwarze Schafe. Schließlich kann hier theoretisch jeder unter beliebigem Namen verschiedene Produkte anbieten. In der Regel funktioniert der Verkauf per Vorkasse. Das Geld ist also weg, aber schlimmstenfalls trifft die Ware nicht ein und der Anbieter ist untergetaucht. So oder so ähnlich kommt es häufig zum Betrug.

Zudem kommt es oftmals vor, dass die Ware in deutlich schlechterem Zustand ist als gedacht oder nicht genutzt werden kann, was beispielsweise bei gebrauchter Software häufig passiert. Die Lizenz wird also bereits an anderer Stelle verwendet und somit ist das erworbene Programm für den Käufer nutzlos. Gerade bei solchen Produkten ist es daher aus diversen Gründen sicherer, neue Ware von einem seriösen Anbieter zu erwerben. Möchtet ihr dennoch gebrauchte Ware kaufen, setzt ihr am besten auf günstige Dinge. Beträge also, bei denen es nicht allzu dramatisch wäre, wenn sie verloren gingen.

Achtet zudem darauf, dem Verkäufer nur die nötigsten Daten zu übermitteln. Bestenfalls lasst ihr die Produkte an eine Packstation schicken, sodass er nicht eure Adressdaten erhält. Und auch mit den Zahlungsdaten gilt absolute Vorsicht. Beispielsweise braucht der private Verkäufer niemals (!) eure Kreditkartendaten. Auch hier ist also die Wahl einer abgesicherten Zahlungsmethode mit Käuferschutz zu empfehlen. Und zuletzt gilt: Wenn ihr ein schlechtes Bauchgefühl habt, lasst die Finger vom Kauf. Denn das Bauchgefühl hat meistens recht!



5.    Abo-Fallen: Eine alte, aber stets aktuelle Masche

Die Abo-Fallen halten sich hartnäckig, denn sie sind aus Sicht der Internetkriminellen sehr effektiv. Der Verbraucher schließt dabei unbewusst ein Abo ab und viele Betroffene zahlen dann auch mutwillig, wenn sie entsprechende Mahnungen oder E-Mails erhalten. Manchmal wurde nicht einmal ein solcher Vertrag abgeschlossen, sondern die User erhalten lediglich eine Zahlungsaufforderung und fallen prompt darauf herein.

Im klassischen Fall wird aber ein scheinbar kostenloses Angebot in Anspruch genommen, beispielsweise ein Testmonat für eine Software, wobei ohne Wissen des Internetnutzers ein Abo abgeschlossen wird.

Die gute Nachricht lautet: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, solche Fallen zu erkennen und richtig zu reagieren, wenn ihr doch in eine solche getappt seid. Erst einmal solltet ihr also vor jedem Vertragsabschluss im Internet

  • den Vertrag selbst, das Kleingedruckte und die AGBs im Detail lesen.
  • das Impressum des Anbieters überprüfen.
  • Erfahrungsberichte von anderen Verbrauchern suchen und durchlesen.
  • auf Warnsignale achten, wie ein fehlendes oder unvollständiges Impressum, eine schlechte Rechtschreibung sowie Grammatik, fehlende Kontaktdaten des Anbieters, fehlende AGBs oder Klauseln wie das Abtreten eures Widerrufsrechts.

Auch eine allgemein sehr unübersichtliche Webseite oder Navigation kann ein Hinweis darauf sein, dass mit der Homepage etwas nicht stimmt. Skeptisch solltet ihr zudem immer werden, wenn persönliche Daten wie euer Name, eure Adresse oder sogar eure Bankdaten eingefordert werden und niemals dürft ihr eine Einzugsermächtigung erteilen. Denn dann liegt auf der Hand, dass das Angebot eben doch nicht kostenlos ist und ihr gewährt den Kriminellen Zugriff auf euer Bankkonto.

Zuletzt solltet ihr niemals Software herunterladen oder andere Downloads tätigen, wenn ihr euch der Seriosität des Anbieters nicht vollkommen sicher seid. Denn ansonsten ladet ihr euch unter Umständen Schadsoftware auf den eigenen Rechner.

Seid ihr dennoch in eine Abofalle getappt, dürft ihr niemals bezahlen – auch dann nicht, wenn ihr Anwalts-, Mahn- oder andere bedrohlich wirkende Briefe beziehungsweise E‑Mails empfangt. Denn durch die Zahlung stimmt ihr dem Vertrag zu. Diese „Einwilligung“ wird im Rechtsjargon als konkludentes Verhalten bezeichnet. Stattdessen müsst ihr diesen so schnell wie möglich in Schriftform widerrufen. Außerdem könnt ihr einen Anwalt aufsuchen und euch wegen Täuschung oder Irrtums gegen den Vertrag wehren.


6.    Fallen rund um Online-Auktionshäuser



Auktionshäuser im Internet erfreuen sich großer Beliebtheit. Allerdings werden diese auch gerne von Internetkriminellen für ihre Machenschaften genutzt. Typische Tricks der Betrüger sind zum Beispiel die Versteigerung von Gegenständen oder auch Reisen, welche anschließend gegen Vorkasse bezahlt werden, aber nie eintreffen beziehungsweise in Anspruch genommen werden können. Manche sammeln aber auch einfach bewusst persönliche Daten oder Bankdaten der Nutzer, um diese anschließend weiterzuverkaufen oder für eigene Zwecke zu missbrauchen. Die Möglichkeiten sind vielfältig und die Seriosität der Anbieter zu prüfen, ist gerade bei solchen Privatanbietern oftmals sehr schwierig bis beinahe unmöglich.

Ähnlich wie beim Kauf gebrauchter Dinge über Online-Kleinanzeigen oder andere Plattformen, kommt es also auch bei Auktionshäusern im World Wide Web immer wieder zu „Cybercrimes“. Ob es sich dabei um gebrauchte oder neue Ware, um Dienstleistungen, Privatanbieter oder angebliche seriöse Firmen handelt, spielt keine Rolle. Die Masche ist stets dieselbe: Erst sammelt der Verkäufer viele positive Bewertungen, um das Vertrauen der User zu gewinnen. Plötzlich zockt er dann so viele Käufer wie möglich auf einmal ab und taucht unter. Später können sich die Betrüger mit anderem Namen erneut anmelden und beginnen mit dieser Strategie von vorne.

Was ihr tun könnt, um euch vor Fallen bei den Online-Auktionshäusern zu schützen, ist leider nicht viel. Natürlich solltet ihr einen Blick in die Bewertungen werfen, aber diesen keinen zu großen Wert beimessen. Sicherer seid ihr unterwegs, wenn ihr keine persönlichen und vor allem niemals eure Bankdaten herausgebt. Euer Name und die Adresse einer Packstation reichen völlig aus. Außerdem dürft ihr auf keinen Fall die Zahlungsweise der Vorkasse verwenden, denn dann ist euer Geld schlimmstenfalls weg. Wenn möglich, wählt also einen Zahlungsdienstleister mit Käuferschutz oder die Option des Rechnungskaufs. Im Zweifelsfall verzichtet ihr besser auf den Kauf in Online-Auktionshäusern!


7.    Betrug beim Thema Branchenbuch

Wer ein eigenes Unternehmen führt, sollte unbedingt die „Branchenbuchabzocke“ kennen. Sie ist ein Klassiker unter den Internetstraftaten, aber immer noch fallen viele Verbraucher auf die Masche herein. Das Vorgehen ist dabei stets ähnlich: Ihr erhaltet ein Formular, welches den Anschein erweckt, es handele sich um einen bereits veröffentlichten Branchenbucheintrag. Wenn ihr ein Unternehmen habt, besitzt ihr vermutlich mehrere dieser Einträge und habt vielleicht den Überblick verloren.

Wenn nun also ein solches Formular eintrifft, welches um Korrektur, Aktualisierung oder ähnliches bittet, werdet ihr nicht unbedingt skeptisch. Solltet ihr aber, denn oftmals handelt es sich dabei um Betrug und ihr schließt unwissentlich einen Vertrag über einen teuren Branchenbucheintrag ab. Anschließend erhaltet ihr eine drei- bis vierstellige Rechnung.

Egal, wie professionell solche Formulare also aussehen, ihr dürft diese niemals ungeprüft einfach ausfüllen und zurücksenden. Stattdessen solltet ihr stets sicherstellen, ob ihr tatsächlich einen solchen Branchenbucheintrag besitzt. Wenn ja, so ruft den Anbieter an und fragt nach, ob das Formular von ihm ist und weshalb ihr dieses ausfüllen sollt. Und auch, wenn ihr einen oder mehrere Anrufe erhaltet, bedeutet das noch nicht, dass es sich um eine seriöse Sache handelt. Im Gegenteil: Viele Kriminelle können sich gut tarnen und euch gekonnt unter Druck setzen. Lasst euch also nicht täuschen und ignoriert die Briefe, Anrufe sowie weiteren Versuche der Kontaktaufnahme strikt.


Fazit: Wie solltet ihr im Ernstfall handeln?

Diese sind nur einige von vielen Maschen, welche Internetkriminelle anwenden, um an eure persönlichen Daten oder euer Geld zu gelangen. Sie machen deutlich: Wann immer es im Internet darum geht, solche Daten herauszugeben, Geld (gegen Vorkasse) zu bezahlen oder beispielsweise auf einen Link zu klicken beziehungsweise einen „kostenlosen“ Vertrag abzuschließen, solltet ihr skeptisch werden.

Wenn ihr mit einer grundlegenden Vorsicht surft, könnt ihr euch also ganz gut selbst gegen das „Cybercrime“ schützen. Ist es dennoch passiert und ihr seid zum Opfer von Internetkriminalität geworden, fordert die Polizei deutlich dazu auf, jeden Fall unbedingt anzuzeigen. Nehmt euch außerdem einen erfahrenen Anwalt und lasst euch beraten, wie ihr euch wehren könnt!