Ratgeber

Der Hausnotruf - ein wichtiges Pflegeelement für erwerbstätige Pflegende

Archivartikel

Die Pflege verlangt dem pflegenden Menschen in der Regel viel ab. Vor allen Dingen dann, wenn man noch arbeitet und zudem noch an einem ganz anderen Ort in Deutschland oder gar irgendwo im Ausland lebt. Ständig zuckt man zusammen, wenn das Telefon klingelt oder wenn der Angehörige mal nicht, wie vereinbart den Hörer abnimmt und teilweise mehrere Stunden nicht reagiert. Diese Unwissenheit macht mürbe, sie bedeutet eine riesengroße Belastung. Doch wie kann man dieser Belastung begegnen?

Die Erkenntnisse einer pflegenden Angehörigen - Frau G. erläutert ihre Sicht der Dinge

Meine Mutter war zu alt, um ein Smartphone zu bedienen. Außerdem wäre das Display zu klein gewesen und sie hätte nicht verstanden, was sie zu tun hat, um mit jemandem in Kontakt zu treten, wenn es ihr schlecht gegangen wäre. Gott sei Dank hatte ich jemanden, der mich fast rund um die Uhr unterstützt hat. Dennoch, ich hätte definitiv mehr Freiheiten und mehr berufliche Möglichkeiten gehabt, hätten mir die heutigen Möglichkeiten zur Verfügung gestanden. Eine Variante hierfür stellt der Hausnotruf dar.   

Der klassische Notruf – was nutzt er wirklich?

Es gibt sehr viele Notrufsysteme auf dem Markt. Manche von ihnen standen schon mal in der Kritik, manche funktionieren sehr gut. Es gibt entweder den Knopf, den man um den Hals hängt oder ein Gerät, das in der Wohnung oder im Zimmer aufgestellt wird. Doch viele Systeme haben noch lange nicht alle Möglichkeiten berücksichtigt, die man mit solch einem System abdecken kann. Ein in Mannheim ansässiges Unternehmen hat diese Marktlücke für sich entdeckt und genutzt: MEDI-MARKT, der Hilfsmittel-Spezialist, der über 12.000 verschiedene Hilfsmittel im Angebot hat ist immer auf der Suche nach Möglichkeiten, das Leben von älteren, hilfs- und pflegebedürftigen Menschen mit Hilfe neuer Technologien zu verbessern.

Digitalisierung kann auch Vorteile bringen

Wenn ich mir die Möglichkeiten des neuen Produkts von MEDI-MARKT aus der Sicht des pflegenden Angehörigen anschaue, sehe ich fast nur Vorteile. Es gibt aber auch hier 2 Produkte: Ein Produkt in der Basisversion, das im Prinzip dieselben Eigenschaften wie andere Hausnotrufe bietet. Das Produkt mit Display allerdings geht einen riesigen Schritt nach vorn. Das bestätigte mir Herr Reichel, Geschäftsführer von MEDI-MARKT: „Wir sehen unseren Hausnotruf als eine Art moderne Kommunikationszentrale.“ Neben Vitaldaten auslesen unterstützt das Gerät die Videotelefonie in sehr einfacher Art und Weise. Viel einfacher als mit dem Smartphone kann man diese Kommunikationsweise nutzen. Gerade wenn man als Angehöriger viel unterwegs ist oder aktuell in Pandemiezeiten, in denen Kontaktverbote gelten, die besonders älteren Menschen zu schaffen machen, ist die einfache Gerätebedienung ein großer Vorteil. Man kann sich sehen und nicht nur miteinander telefonieren.

Ein Ärztenetz unterstützt bei medizinischen (Not)fällen

Was ich besonders bemerkenswert finde: Es gibt die Möglichkeit, dass jederzeit (!) ein Arzt kontaktiert werden kann, der hilft, wenn es dem Betroffenen gesundheitlich nicht gut geht - und zwar als Teil einer telemedizinischen Konsultation. Der Arzt kann sowohl helfen, indem er dem pflegenden Angehörigen und dem Betroffenen erklärt, wie er Symptome einzuschätzen hat oder aber er kann eventuell benötigte Krankentransporte in die Wege leiten. Das hilft allen Beteiligten enorm, besonders wenn man eh‘ schon unter Strom steht, da man sich viele Gedanken macht, wenn es dem Verwandten nicht gut geht. Somit kann man sich als Pflegeperson mehr um den Menschen selbst kümmern, während das Organisatorische von anderen übernommen wird.

Kameraeinsatz - wenn nötig und erwünscht

Es mutet vielleicht ein wenig seltsam an und für manch einen ist es eher ein unangenehmes Gefühl, wenn man ständig beobachtet wird. Doch dieser moderne Hausnotruf erlaubt es auch, dass sich pflegende Menschen auf die Kamera ihres Schützlings schalten können, falls der sich nicht meldet. Laut Reichel kann diese Funktion aber erst aktiviert werden, wenn der Betroffene damit einverstanden ist: „Wenn der zu Pflegende es für wichtig erachtet, da es ihm ein sicheres Gefühl gibt, könnte man den Kamerazugriff aktivieren. D.h. der Angehörige könnte sich im Zweifelsfall per Kamera zuschalten, wenn der zu Pflegende auf einen Anruf oder die Klingel nicht reagiert, um sicher zu gehen, dass alles in Ordnung ist. Aber wie gesagt: das setzt das Einverständnis des zu Pflegenden voraus.“

Ich kann mir gut vorstellen, dass dieser Schritt für einige Menschen ein Schritt zu viel ist. Man muss daher solche Entscheidungen immer gemeinsam und in der Familie diskutieren und nie dabei vergessen: der zu Pflegende ist ein mündiger Bürger, der selbst entscheidet wieviel Sicherheit er möchte und wann er das Gefühl hat, dass seine eigenen, individuellen Grenzen überschritten werden. 

FAZIT: Der neue Hausnotruf bietet enorme Vorteile für beide Seiten: sowohl dem Pflegenden als auch zu pflegendem Menschen. Die Funktionalitäten sind individuell einstellbar und können je nach Situation geändert und angepasst werden. Es ist in der Tat ein sehr gut entwickeltes Kommunikationsmittel, das die Pflege erleichtert und Kommunikation zwischen den Menschen vereinfacht.