Ratgeber

Die häufigsten Fragen rund um die Kreditaufnahme

Archivartikel

Wie viel Kredit kann ich mir eigentlich leisten?

Diese Fragen stellen sich in der Praxis leider immer noch zu wenige Menschen oder sie sehen nur einen Kredit bei einer Bank als „richtigen“ Kredit an. Eine Ratenfinanzierung, hinter der sich ebenfalls ein Kredit verbirgt, sollte allerdings unter denselben Gesichtspunkten abgewogen und geprüft werden. Um eine Antwort auf die Frage zu bekommen, wie viel Kredit sich ein Endverbraucher leisten kann, muss immer ein Haushaltsrechner bemüht werden. Alle Einnahmen und alle Ausgaben sind dort zu dokumentieren.

Achtung: Bei den Ausgaben sind nicht nur regelmäßig wiederkehrende Kosten zu berücksichtigen, wie beispielsweise Miete und Versicherungen, sondern auch Zahlungen, die nur quartalsmäßig oder gar jährlich fällig werden, oder auch nur sporadisch auftauchen können. So ist es beispielsweise überaus vorausschauend eine Reparatur- und Wartungskostenpauschale bei den Kfz-Kosten einzuplanen. Je nach Fahrzeug kann diese monatlich niedriger oder höher ausfallen. Wer hier monatlich einen Betrag X als Ausgabe rechnerisch einplant, hat dann etwas übrig, wenn der Kauf neuer Reifen ansteht oder eine Reparatur fällig ist.

Die finale Formel zur Berechnung des möglichen Kreditumfangs heißt dann: Einnahmen minus Ausgaben. Und was bleibt übrig? Dieser Betrag sollte niemals komplett als Kreditrate veranschlagt werden, denn so würde der letzte Puffer versiegen, falls dennoch unerwartete Rechnung zu bezahlen sind. Bei einem größeren Kreditvolumen – beispielsweise zur Finanzierung einer Immobilie oder eines Autos – kann die Stellschraube „Laufzeit“ dabei helfen, die Raten anzupassen.

Beraterplattformen, wie drklein.de, verkünden diese Richtwerte: „Wir raten dazu, maximal 35 bis 40 Prozent des monatlichen Haushaltsnettoeinkommens für die Tilgung Ihres Hauskredits aufzubringen. (…) Auch die meisten Banken werden einer monatlichen Rate Ihrer Baufinanzierung oberhalb der 40 Prozent nicht zustimmen. So minimieren die Finanzinstitute das Ausfallrisiko der Ratenzahlung und Sie kommen im Falle einer unvorhergesehenen Änderung Ihrer Lebensumstände nicht in eine missliche finanzielle Lage.“

Wann macht es Sinn, einen Kredit abzulösen?

Wer Altverträge hat, kann sich ärgern, weil die Zinslage gerade deutlich besser ist oder nach Optionen suchen, um Altverträge abzulösen.

Achtung: Sinnvoll ist die sogenannte Umschuldung – also der Übertrag der Schulden von einem Kreditgeber zu einem anderen – nur dann, wenn keine Strafe zu bezahlen ist, weil der erste Kredit vorab abgelöst wird und, wenn der zweite Kreditgeber auch wirklich das bessere Angebot hat. Dieses mit Blick auf die monatliche Rate, die Zinsen, die Tilgung und die Laufzeit nachzurechnen, macht in jedem Fall Sinn.

Denkbar ist die Ablösung oder Umschuldung eines Kredits auch dann, wenn die bereits erwähnten „Ratenkredite“ irrtümlicherweise nicht als eben solche angesehen wurden und schlichtweg überhandgenommen haben. Dann kann es sinnvoller sein statt einer unübersichtlichen Summe von Einzelraten nur einen Kredit abzubezahlen und künftig nicht mehr jedes Konsumgut auf Raten zu kaufen.

Wo finde ich eine Autofinanzierung trotz Hauskredit?

Auch wenn manch einer verdutzt auf eben diese Frage reagiert, so wurde sie doch häufig auf kredit-zeit.de gestellt. Als „hilfreichste Antwort“ wurde eben dort diese auserkoren: „In Deutschland kannst Du so viele Kredite aufnehmen, wie Du möchtest. Wichtig dabei ist nur, dass Deine Bonität ausreicht und Deine Schufa-Auskunft positiv ist. Du kannst Dich mit Deinem Kreditwunsch an Deine Hausbank wenden. (…) Wenn Du mit Deiner Bank nicht zusammenarbeiten möchtest, erhältst Du bei guten Kreditvoraussetzungen auch einen Kredit bei einer Online- oder Direktbank. Sind Deine Kreditvoraussetzungen nicht besonders gut, kannst Du Dich an einen Kreditmarktplatz wenden. Die Kredite werden von privaten Geldgebern zur Verfügung gestellt.“

De facto ist es natürlich so, dass eine Immobilienfinanzierung über Jahrzehnte hinweg laufen wird. Es ist vergleichsweise unrealistisch, dass der Häuslebauer oder -besitzer in dieser Zeit kein Auto fährt. Deswegen ist es durchaus möglich und sogar mittlerweile üblich, dass ein Kreditnehmer zweierlei Kredite bedient: einen Immobilienkredit und einen Autokredit. Ist der Haushaltsplan solide und gut durchdacht, steht dem auch nichts im Wege.

Warum gibt es den Dispokredit eigentlich, wenn er so teuer ist?

Eines ist an dieser Frage vollkommen korrekt: Der Dispokredit ist teuer. Schnell können sich die Zinsen für einen Dispokredit im zweistelligen Bereich befinden, wohingegen der Ratenkredit mit überschaubaren zwei oder drei Prozent daherkommt. Der Dispokredit jedoch hatte lange Zeit einen entscheidenden Vorteil: Er bot die Möglichkeit, unkompliziert kleine Geldsummen von der Bank zu leihen – ohne zusätzlichen Kreditantrag, ohne große Summen und ohne lange Laufzeiten.

An eben dieser Stelle übertrumpfte der Dispokredit den Ratenkredit lange Zeit, allerdings rollen jetzt zunehmend häufiger andere Kreditoptionen den Markt auf: Kleinkredite über kurze Laufzeiten und über kleine Beträge warten mit denselben Vorteilen auf wie ein Dispokredit, haben aber meist deutlich attraktivere Zinskonditionen zu vergeben. An dieser Stelle sollte eher die Frage gestellt werden, wie lange es den klassischen Dispokredit noch gibt – in Anbetracht dieser Alternativangebote.

Viele Verbraucher beschleicht ein ungutes Gefühl in der Magengegend, wenn es darum geht, einen Kredit aufzunehmen. Unzählig viele Fragen schwirren ihnen dann durch den Kopf. Auf die häufigsten Fragen bietet dieser Beitrag valide Antworten.