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Die Zukunft des Shoppings – was wird sich verändern?

Archivartikel

Das Einkaufen von heute ist nicht mehr das Einkaufen, was es noch vor zwanzig Jahren war. Mit der Verbreitung des Internets hat sich unser Verhalten deutlich gewandelt und nirgends wird das so deutlich, wie rund um das Shopping. Onlineshops sprießen aus dem Boden, die großen Anbieter werden größer, die Möglichkeiten für Käufer immer umfangreicher und das reine Einkaufen stets komfortabler. Das hat nun schon einige Auswirkungen und diese werden auch künftig nicht weniger. Doch was könnte sich hinsichtlich des Shoppings noch verändern? Dieser Beitrag sieht sich die Zukunftsmöglichkeiten genauer an.

Der Onlinehandel wächst weiter

Im vergangenen Jahr ist allein der Onlinehandel in Deutschland um rund 10 Prozent gewachsen. Fast jeder Bürger kaufte regelmäßig online ein, ein bedeutender Teil der Bürger gar mehrfach monatlich oder wöchentlich. Diese Zahlen haben auch Auswirkungen abseits des Internets:

  • Versanddienste – die Versandunternehmen kommen teils an ihre Grenze. Im städtischen Raum werden die Klagen laut, dass die Fahrzeuge die Straßen verstopfen. Andere Versandunternehmen überlegen gar, ob sie einen Aufschlag auf Haustürlieferungen veranschlagen sollen. In den Städten sind zudem immer mehr shopeigene Versandunternehmen unterwegs.
  • Anforderungen – die Anforderungen an die Lieferung steigen aufseiten der Kunden. Die schnelle Lieferung ist praktisch Pflicht für einen Onlineshop. Gerade kleinere Anbieter spüren hier den Druck der Marktriesen.
  • Retouren – es hat sich eine Retourengesellschaft entwickelt, die mitunter zu einem echten Problem werden könnte. Schon jetzt geht rund jeder achte Kauf ganz oder teilweise zurück an den Versender.

Da der Onlinehandel auch künftig weiterhin boomen wird und es sehr wahrscheinlich ist, dass sich die Bereiche des Onlineshoppings noch erweitern, müssen die vorhandenen Probleme gelöst und neue Wege gefunden werden. Einige werden längst erprobt:

  • Packstationen – bessere Packstationen wären bezüglich der Versanddienste schon eine gute Lösung. Hier wäre vor allem wichtig, dass die einzelnen Unternehmen von ihrer Praktik abweichen, nicht in denselben Shop zu liefern, wie die Konkurrenz. Diese Praktik bedeutet heute noch, dass ein Kunde für DHL, Hermes, DPD und UPS jeweils verschiedene Ablagestellen aufsuchen muss – teils im Umkreis von zehn Kilometern.
  • Drohnen – auf deutsche Inseln werden jetzt schon Medikamente per Drohne geschickt. Besonders Amazon prüft gezielt den Paketversand via Drohne. Für den Straßenverkehr wäre dies eine große Erleichterung, doch sind noch viele rechtliche Hürden zu überwinden: Luftraum, Sicherheit, Versicherung.
  • Retouren – hier muss eine sinnvolle Lösung gefunden werden, die das eigentliche Rückgaberecht nicht aufweicht und nicht die Kunden bestraft, die nur im Notfall von der Retoure Gebrauch machen.

Lieferdienste – die Wohnungstür als Ladentheke?

Es gibt schon jetzt Lieferdienste, die auf Vorabbestellung oder via Flatrate bestimmte Produkte bis zur Wohnungstür bringen. Dieses Shopping ist freilich nicht unbedingt neu, denn schon vor Jahren lieferten Getränkemärkte im festgelegten Rhythmus Getränke bis in die Küche und die Gefriergut-Lieferungen funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip. Künftig dürfte das Modell jedoch noch umfangreicher werden und rein auf dem Onlinehandel basieren:

  • Supermärkte – in einigen Regionen testen bereits Supermärkte die Lieferung des typischen Einkaufs. Kunden können im ladeneigenen Onlineshop bestellen, die Ware wird anschließend nach Hause geliefert. Diese Möglichkeit ist hervorragend und wird garantiert weiter verfeinert. Denn gerade für Senioren stellen Lebensmitteleinkäufe eine Hürde dar, die so entfallen könnte.
  • Flatrates/Dauerverträge – diese Modelle sind längst aus anderen Bereichen bekannt und werden schon beim Onlineshopping angewandt. Einige Händler bieten Flatrates an, bei denen der Kunde bestimmte Produkte regelmäßig ohne Nachbestellung zugesandt bekommt. Im festen Rhythmus liegen so die Rasierklingen, die Fitnessnahrung oder auch Tierfutter im Briefkasten. Solche Modelle eignen sich gerade für die Einkäufe, die sich ständig und regelmäßig wiederholen. Einmal bestellt und für eine feste Laufzeit pünktlich zur Tür. Möchte man den Service kündigen, muss man sich vorab schlau machen, zu welcher Frist dies möglich ist. Abhilfe schaffen hier bereits spezialisierte Anbieter wie Volders.de, auf denen sich solche Lieferservices bequem und einfach online kündigen lassen.
  • Lebensmittel – abseits der Supermarktbestellungen gibt es jetzt schon Onlineshops, die frische Produkte auf Bestellung zum Kunden liefern. Einige Anbieter liefern nicht nur Frischwaren querbeet, sondern menügerecht: Die Zutaten, die für ein Gericht benötigt werden, werden kurz darauf geliefert. Mit dieser Variante ließe sich mühelos ein Modell ausarbeiten, welches auf Essensplänen basiert. Anstatt des fertigen Essens auf Rädern würden die frischen und notwendigen Zutaten geliefert.
  • Smart Home – rund um das Thema Smart Home wird sich auch bezüglich des Einkaufens viel ändern. Umso vernetzter die Geräte sind, desto eher wird es möglich, dass sie direkt mit dem hinterlegten Shop kommunizieren.

Gerade die Lieferung von frischen Waren ist aktuell im Trend und dieser wird sich noch vergrößern. Mit Modellen dieser Art wäre der Vertrieb von regionalen Waren wieder einfacher für kleine Betriebe.

Zukunftsmusik – was könnte sich sonst noch verändern?

Es gibt bereits die Scherze, dass der Kühlschrank demnächst dem Shop X mitteilt, dass das Bier leer ist. Mit vernetzten Geräten und Häusern ist dies auch keine fiktionale Zukunftsvision, denn es ist möglich. Hinzu kommt, dass es – bislang in den USA – schon eine neue Variante der Lieferung gibt:

  • Lieferung ins Haus – ist das Haus mit einem speziellen Schloss versehen und wird in einem gewissen Shop eingekauft, so liefert der shopeigene Bote die Ware direkt bis in den Flur. Über das Schloss und einen Sicherheitscode kann die Haustür geöffnet werden, sodass die Ware auch in Abwesenheit zugestellt wird. Dieses Modell ließe sich freilich ausweiten, bis der Bote die Einkäufe eigenständig einräumt.
  • VR-Shopping - Onlineshops könnten bald gezielt auf die virtuelle Realität setzen. Für Kunden wäre dies ein Vorteil, denn via App, Tablet oder Smartphone ließe sich nun genau prüfen, ob der jeweilige Schrank in den Raum passt oder nicht. Auch das virtuelle Anprobieren von Kleidungsstücken ließe sich so verwirklichen. 

Fazit - kaufst du ein oder shoppst du schon?

Das Internet hat die Welt verändert. Auf Onlineshops möchte wohl niemand mehr verzichten, dennoch könnten die Shops von heute, morgen auch schon wieder die von vorgestern sein. Schon jetzt stehen Innovationen bereit, andere werden längst eifrig genutzt – sei es die Großmutter, die keine schweren Taschen mehr tragen mag, sei es das Pärchen, welches auch spätabends frisch kochen möchte. Das größte Problem künftig wird jedoch die Logistik sein, denn die Unternehmen können den Aufträgen heute schon kaum nachkommen.