Ratgeber

Digitalisierung – wie sich Unternehmen und Haushalte für die Herausforderungen des neuen Jahrzehnts wappnen können

Am 1.1.2020 hat nicht nur ein neues Jahr, sondern ein ganz neues Jahrzehnt begonnen, das von vielem als Aufbruch in eine neue Zeit verstanden wird. Die Digitalisierung schreitet in Privathaushalten und Unternehmen so schnell voran, dass sich mancher nach einer scheinbar einfacheren Zeit ohne Smartphones, Roboter und selbstfahrende Autos zurücksehnt. Doch Digitalisierung ist kein Zukunftsthema mehr, sie ist längst Alltag. Welche Herausforderungen bringt die fortschreitende Digitalisierung für Privatpersonen und Unternehmen in der Region mit sich und was ist zu tun, damit der Nutzen moderner Techniken überwiegen?

Mit welchen Herausforderungen sehen sich die Unternehmen in Baden-Württemberg konfrontiert?

Insbesondere Unternehmen aus der Metall- und Elektroindustrie sehen sich durch die Digitalisierung zunehmend herausgefordert – Branchen, die in Baden-Württemberg traditionell eine wichtige Rolle spielen. Die Gefühle, die viele Unternehmer in Hinblick auf die Herausforderungen der nächsten Jahre haben, sind zwiegespalten: Einerseits bietet die Digitalisierung die Möglichkeit, neue Produkte zu entwickeln, die Automatisierung in der Produktion voranzutreiben und langfristig neue Märkte zu erschließen. Andererseits sind für die Umsetzung technischer Neuerungen Investitionen notwendig, die in einer konjunkturell eher schwierigen Zeit, besonders wehtun. Das verarbeitende Gewerbe, der Handel und der Dienstleistungssektor sind Wirtschaftszweige, in denen eine Mehrzahl der Unternehmen in den nächsten Jahren einen großen Investitionsbedarf sieht.

Nicht nur die Investitionen bereiten Unternehmern Sorgen. Auch die mangelnde Qualifikation des Personals stellt Unternehmen, die sich auf einem Modernisierungskurs befinden, vor Schwierigkeiten. Dazu kommt das Thema Sicherheit: Digitalisierung bedeutet immer auch, dass neue Schwachstellen entstehen. Wo Daten gesammelt und genutzt werden, ist das Risiko groß, dass jemand von außen in die IT des Unternehmens eindringt und Zugang zu sensiblen Bereichen hat. Wenn selbst Amazon-Chef Jeff Bezos zum Opfer eines Hacking-Angriffs auf sein Smartphone werden kann – wie sicher ist dann erst das IT-System eines mittelständischen Handwerksbetriebs in Mannheim?

Was, wenn ein gut funktionierendes IT-System in einem Unternehmen bereits vorhanden ist, sich dieses aber nicht oder nur schwer mit neuen technischen Lösungen verbinden lässt? Ein anschauliches Beispiel für diese Problematik hat sich aus der seit Januar 2020 geltenden Bonpflicht ergeben, die für große Proteste sorgt. Viele kleine und mittelständische Unternehmen wie Friseursalons, Lebensmittelhändler oder Werkstätten verfügen über eine Kassensoftware, die den nun geltenden gesetzlichen Anforderungen nicht mehr entspricht. Nicht jeder Mittelständler hat aber ausreichend Geld zur Hand, um technisch nachzurüsten oder auf ein ganz neues System umzusteigen.

Neue Produkte, die aufgrund neuer Technologien möglich werden, erfordern auch neue Wege in der Produktion. Welche großen Unternehmen in den nächsten Jahren in Deutschland investieren, um neue Fabriken zu bauen und moderne Güter zu produzieren, ist vollkommen offen. Jüngst überraschte Tesla-Chef Elon Musk mit der Ankündigung, im Berliner Umland, dem Brandenburgischen Grünheide, eine Giga-Fabrik zu bauen. Niemand mag voraussagen, welche Regionen sich im neuen Jahrzehnt im Bereich Elektromobilität besonders schnell entwickeln und welche Folgen dies für Baden-Württemberg hat – ein Bundesland, das der Autoindustrie traditionell verbunden ist.

Ganz gleich, welches Unternehmen sich mit Digitalisierungsfragen beschäftigt – klar ist, dass moderne Firmen nicht mehr ohne eine gute Website auskommen. Im Internet herrscht ein großer Konkurrenzkampf um die besten Plätze auf den Rankinglisten der Suchmaschinen. Will ein Unternehmen seine Sichtbarkeit im Internet erhöhen, kommt es nicht umhin, sich von Experten unterstützen zu lassen. Online-Marketing-Unternehmen wie Performanceliebe haben sich auf Google AdWords und SEO-Maßnahmen spezialisiert, die einen großen Einfluss darauf haben, ob Kunden und Geschäftspartner eine Seite im Internet finden oder nicht. Wer wissen will, welche Investitionen notwendig sind, um das Google-Ranking langfristig zu verbessern, ob Social-Media-Marketing wirklich wichtig ist und wie guter Content in einer Zeit medialer Reizüberflutung aussehen kann, sollte sich zu diesen Themen ausführlich beraten lassen. Zur Expertenwebseite geht es hier.

Wie schwer es ist, sich dem Thema Digitalisierung so zu stellen, dass der Nutzen überwiegt, zeigt sich in Schulen. Während Kinder längst mit dem Smartphone in der Schultasche großwerden, gibt es nur wenige Schulen, in denen die von den Kultusministerien vorgegebenen Digitalisierungsprogramme, tatsächlich umgesetzt werden. Zu gering ist die Qualifikation der Pädagogen, die sich von Smartboards und Co. überfordert fühlen. Zu gering fallen außerdem die Investitionen in eine stabile Technik aus, auf die sich Lehrer und Kinder im Schulalltag verlassen können.

Auch in der Verwaltung bringt die Digitalisierung Vor- und Nachteile mit sich. Wer sich über ein Online-Anmeldesystem für seinen nächsten Termin beim Bürgeramt anmelden und Zeit sparen kann, freut sich natürlich über den technischen Fortschritt. Doch was, wenn die bei Behörden gesammelten und gespeicherten Daten in falsche Hände oder an die Öffentlichkeit geraten? Wie lassen sich Unterschriften und Identitätsnachweise sicher digitalisieren? Und was bedeutet die fortschreitende Digitalisierung in der Verwaltung für die Angestellten im öffentlichen Dienst? Der Bibliser Hauptamtsleiter Henning Ameis hat in dieser Zeitung jüngst berichtet, dass die Digitalisierung der Verwaltung eines der Themen ist, die ihn in den nächsten Jahren am meisten beschäftigen werden.

Auch Privatpersonen müssen sich neuen Fragen stellen

Auch Privatpersonen fühlen sich durch die Digitalisierung herausgefordert. Ob beim Autokauf, der Installation von Sicherheitssystemen im Haus oder beim Heizungsbau – stets stellt sich die Frage, ob man etwas Altbewährtes anschaffen sollte oder direkt auf neue Technologien setzt.

Dass die Tage des Dieselmotors gezählt sind, dürfte klar sein. Doch lohnt es sich heute schon wirklich, ein Elektroauto anzuschaffen? Dass viele neue Technologien noch nicht richtig ausgereift zu sein scheinen, ist eines der größten Hindernisse bei der Neuanschaffung von Elektroautos oder steuerbaren Smartphones. Deshalb sind nicht nur mutige Pioniere gefragt, die trotz aller Bedenken Investitionen wagen. Es ist auch wichtig, dass der Staat die Rahmenbedingungen für eine funktionierende digitale Infrastruktur schafft.

Wie eine hier veröffentlichte Umfrage gezeigt hat, blicken die meisten Menschen trotz aller Hürden positiv in die Zukunft. Eine Mehrheit glaubt, dass die Digitalisierung den Alltag eher erleichtern wird. Die Wirtschaft sollte diesen Zukunftsoptimismus als Auftrag verstehen, weiter neue Produkte zu entwickeln. Die Offenheit der Privatpersonen eröffnet neue Märkte – es wäre dagegen töricht, Investitionen zu verzögern und so lange abzuwarten, dass Unternehmen aus anderen Ländern die ersten sein werden, die mit innovativen Produkten und digitalen Lösungen Kunden begeistern. Die Chancen der Digitalisierung klug zu nutzen – das dürfte im neuen Jahrzehnt die große Herausforderung für die Wirtschaft dieses Landes sein.