Ratgeber

Gute Sicht bis ins hohe Alter

Archivartikel

Obwohl sich viele Menschen in Deutschland vor Altersblindheit fürchten, gehen die meisten nicht regelmäßig zum Augenarzt. Dabei gilt auch in Sachen Augengesundheit: Je früher die Krankheit erkannt wird, desto besser kann man gegen sie vorgehen.

Was ist schlimmer? Nicht mehr hören oder nicht mehr sehen zu können? Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar, die Mitte September durchgeführt wurde, zeigt: Die Sehkraft im Alter zu verlieren, stellt für mehr als die Hälfte (57 Prozent) der insgesamt 2.000 Befragten ab 14 Jahren die größere Sorge dar. Doch warum gehen sie dann nicht regelmäßig zum Augenarzt? Knapp jeder Fünfte der Befragten (19 Prozent) gab an, seltener als alle zwei Jahre seine Augen untersuchen zu lassen. Es scheint, als bräuchten wir in Deutschland etwas Nachhilfe in Sachen Augengesundheit.

Hauptgrund für Altersblindheit bekämpfen

Eine der Hauptursachen für Erblindung ist in den westlichen Industrieländern die altersabhängige Makuladegeneration (AMD). Sie tritt meist ab etwa 50 Jahren auf. Folge der Erkrankung sind Stoffwechselablagerungen auf der Netzhaut. Betroffene sehen zunächst im mittleren Sichtfeld nicht mehr scharf, gerade Linien scheinen verzerrt. Im schlimmsten Fall drohen diese Menschen zu erblinden. Es gibt zwei Formen der Erkrankung: die trockene und die feuchte altersabhängige Makuladegeneration (feuchte AMD). Gegen die trockene Form gibt es noch keine medizinische Behandlung. Trotzdem muss sie überwacht werden, denn aus ihr kann die feuchte AMD entstehen. Diese ist zwar unheilbar, früh erkannt kann sich ihr Verlauf aber durch eine medikamentöse Behandlung verlangsamen lassen und das Augenlicht geschützt werden. Bleiben Patienten konsequent und dauerhaft bei ihrer Therapie, kann sich das Sehvermögen stabilisieren. Je früher der Augenarzt eine feuchte AMD erkennt, desto mehr Sehkraft kann erhalten werden.

Vorsorge für die Augen

Deshalb ist es so wichtig – besonders für ältere Menschen –, regelmäßig zur Vorsorge zu gehen: ab 40 Jahren einmal pro Jahr, empfiehlt der Berufsverband der Augenärzte. In der Umfrage gab allerdings nur die Hälfte (53 Prozent) der über 60-Jährigen an, mindestens alle zwei Jahre einen Augenarzt aufzusuchen. Dabei gehen insgesamt knapp 70 Prozent nur hin, wenn sie bereits Probleme haben. Das kann in einigen Fällen schon zu spät sein, denn bereits zerstörte Sehzellen können nicht mehr wiederbelebt werden.

Immerhin sagt die Hälfte der Befragten (50 Prozent) aus, mit einer vitaminreichen und fettarmen Ernährung ihre Augengesundheit zu unterstützen. Was man noch alles tun kann, um Risikofaktoren zu umgehen und einer AMD vorzubeugen, darüber informiert ausführlich das AMD-Netz, ein unabhängiger Zusammenschluss von Experten. Fest steht: Erhöhte Blutfettwerte, Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel, hoher Blutdruck, Mangelernährung und Diabetes können den Krankheitsverlauf beschleunigen. Es gibt also einiges, was Betroffene selbst tun können, um Altersblindheit vorzubeugen.