Ratgeber

Hausbau früher und heute – ein Portrait

Archivartikel

Wer ein Haus bauen möchte, muss dabei heutzutage deutlich mehr Vorschriften beachten als noch vor einigen Jahrzehnten oder sogar Jahrhunderten. Gleichzeitig stehen aber auch ganz neue Möglichkeiten zur Verfügung, beispielsweise im Bereich der Technologien oder Energieeffizienz. Es ist daher interessant, einmal einen Blick auf die Frage zu werfen, wie sich der Hausbau in Vergangenheit entwickelt hat und wohin die Reise zukünftig gehen könnte. 

Von der Höhle ins Haus: Reise in vergangene Zeiten

Lange Zeit lebten Menschen in Höhlen. Das war zumindest dort der Fall, wo entsprechende Gesteinsformationen zur Verfügung standen. Ansonsten zogen sie als Nomaden umher, schliefen unter schützenden Bäumen oder erfanden die ersten Zelte. Es brauchte also vor allem naturgegebene oder portable Unterkünfte. Schließlich gab es vielerorts keinen Anreiz, länger zu verweilen und somit auch ein festes Dach über dem Kopf zu errichten.

Das änderte sich erst, als Ackerflächen bewirtschaftet wurden und die Menschen somit viele Monate oder sogar Jahre an demselben Ort verbringen mussten, um auf ihre Ernte zu warten. Später hielten sie zusätzlich Vieh oder verdienten ihr Geld mit dem Handel. Mit dieser sich ändernden Lebensweise veränderten sich also auch die Wohnformen. Die ersten Häuser wurden gebaut…sahen aber je nach Region unterschiedlich aus. Zwischen Schnee und Kälte haben Inuits ihre Häuser aus Eisblöcken geformt. Im heißen Ägypten wurde erstmals Stein verwendet. In Europa war hingegen Holz lange Zeit der beliebteste Baustoff.

 

Wann und wie kamen Steinhäuser nach Europa?

Zwar erfreut sich Holz mittlerweile wieder steigender Beliebtheit. Über viele Jahrhunderte hinweg wurde in Europa aber hauptsächlich mit Stein gebaut. Der Übergang vom Holz zum Stein als primärer Baustoff fand im 1. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung statt.  Damals wurden in den Alpen die ersten Steinsiedlungen gebaut, bestehend aus Rundhütten mit einer Trockenmauer aus Stein. Diese Mischung aus Holzkonstruktion sowie Ziegeln aus Lehm gilt mittlerweile als Vorgänger der Fachwerkbauweise, wie sie in einigen Regionen nach wie vor gerne genutzt wird.

Einige der damaligen Siedlungen sind heutzutage wieder verschwunden und nur noch ihre Überreste erzählen die Geschichten der Vergangenheit. Viele andere haben sich von einzelnen Häusern zu Orten entwickelt, später vielleicht zu ganzen Städten. Die ersten Häuser bestanden größtenteils nur aus einem Raum mit einer Feuerstelle, einem Rauchabzug sowie kleinen Löchern, durch welche Licht hineingelangen konnte. Fenster im heutigen Sinne oder sogar eine Dämmung gab es damals nicht. Das Massivhaus stammt also zwar nicht ursprünglich aus Europa, hat hier aber ebenfalls eine lange Tradition.

 

Von den ersten Steinhäusern zur (Groß-) Stadt

Der Umzug aus der Höhle in das Holz- und anschließend ein Steinhaus war aber noch längst nicht das Ende der Geschichte. Stattdessen diversifizierten sich zunehmend die Wohnformen. Aus dem auf einen Raum reduzierten Steinhaus wurden verschiedene Haustypen und das Können im Bereich des Hausbaus aus Stein wurde immer ausgefeilter. Die Häuser wurden größer, erhielten mehr Räume sowie Stockwerke und auch die ersten Mehrfamilienhäuser kamen hinzu. Das Dachgeschoss wurde professionalisiert, ebenso die Fenster und erstmals wurde über Themen wie Heizung oder Dämmung nachgedacht.

Lange Zeit lag dabei vor allem der Bau in die Höhe im Trend und erste (Groß-) Städte nahmen ihre Form an – einige dieser alten Straßen und verwinkelten Gassen sind bis heute erhalten. Wer einmal hindurch geschlendert ist, dem wird bestimmt aufgefallen sein, dass einige dieser alten Häuser alles andere als geradlinig und stabil wirken. Das liegt daran, dass es damals noch keine Vorschriften gab, ob und wie Häuser gebaut werden dürfen. Jeder, der ein Grundstück besaß, konnte also bauen gemäß dem Motto „Learning by Doing“.

 

Wann gab es erste Gesetze und Vorschriften?

Diese Freiheiten aus damaligen Zeiten sind für Bauherren heutzutage nur noch schwer vorstellbar. Mittlerweile gibt es in Deutschland schließlich unzählige Gesetze, Vorschriften, Normen & Co, welche beim Hausbau berücksichtigt werden müssen. Wer sich nicht daran hält, muss das Gebäude schlimmstenfalls wieder abreißen oder sogar Bußgelder zahlen. Tatsächlich hat sich das Baurecht aber erst etwa in der Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt und ist somit eigentlich noch sehr jung. Sein Ursprung liegt im damaligen Preußen. Dort gab es das preußische Allgemeine Landrecht, welches regelte, dass zwar jeder Eigentümer seinen Grund und Boden mit Gebäuden bebauen durfte – allerdings nur, wenn diese keine Gefährdung für die öffentliche Sicherheit und Ordnung darstellten.

Erstmalig mussten also Fluchtlinien berücksichtigt werden, was in der ersten Bauordnung aus dem Jahr 1855 festgehalten wurde. Es folgten in den kommenden Jahrzehnten zahlreiche weitere Gesetze wie beispielsweise jene „gegen die Verunstaltung landschaftlich hervorragender Gegenden“. Allerdings stellte sich schnell heraus, dass diese Regelungen angesichts der industriellen Entwicklung und des rasanten Städtewachstums nicht mehr ausreichten.

 

Der Hausbau nach Krieg und Zerstörung

Schon vor dem Zweiten Weltkrieg kam also der Ruf nach einem zweistufigen Planungssystem auf, welches erstmals im Jahr 1920 im Ruhrgebiet verankert wurde. In der Weimarer Republik war ebenfalls ein Reichsstädtebaugesetz geplant, jedoch wurde dessen Umsetzung vom Zweiten Weltkrieg unterbrochen. Nach 1945 waren die Bürger vielerorts mit einer großen – teilweise sogar vollständigen – Zerstörung bisheriger Gebäude konfrontiert. Angesichts des notwendigen Wiederaufbaus stellte sich somit erneut die Frage: Wie soll dieser rechtlich organisiert werden?

Die wenigen Richtlinien aus der Vergangenheit waren für diese Herausforderung im Bereich des Städtebaus längst nicht ausreichend. Also kamen die Trümmergesetze, später die Aufbaugesetze und anschließend das bundeseinheitliche Baurecht. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Gesetzen, Regelungen sowie Normen, die kaum noch ein Bauherr überblicken kann. Auf eigene Faust zu bauen, ist daher selten möglich, ohne dabei in Konflikte mit den Behörden zu geraten. Aus diesem Grund benötigt jeder Bauherr, der nicht selbst vom Fach ist, heutzutage professionelle Hilfe durch Architekten, Bauleiter, Handwerker und viele weitere Fachkräfte.

 

Heutzutage wird das Bauen immer schwieriger

Bis vor wenigen Jahrzehnten war es also noch vollkommen normal, dass die meisten Familien ihre Häuser selbst gebaut haben. Dadurch haben sie sich die Kosten für Handwerker & Co gespart. Auch lange Wartezeiten, wie sie heutzutage üblich sind, mussten nicht befürchtet werden und jeder konnte schlussendlich nach dem eigenen Geschmack bauen. Regelungen, dass das Haus zur Nachbarbebauung passen muss, waren damals noch undenkbar. Dass Familie und Freunde, manchmal sogar das ganze Dorf beim Hausbau halfen, war hingegen ganz normal.

Demgegenüber ist heutzutage undenkbar, einfach noch frei nach Lust und Laune „drauf los bauen“ zu können. Sein eigenes Haus in die Höhe zu ziehen, wird also immer komplizierter und teurer. Dennoch geht der Trend wieder weg vom Mehr- und hin zum Einfamilienhaus.

 

Von neuen und wiederentdeckten Baustoffen

Eine Rückbesinnung auf vergangene Zeiten lässt sich aktuell aber nicht nur bei den Wohnformen erkennen, sondern auch bei den Baustoffen. Wie bereits erwähnt, wurde in Europa lange Zeit vorwiegend mit Stein gebaut und das ist auch heutzutage nach wie vor der Fall – wenn auch in modernen Variationen wie dem Porenbeton. Doch neuerdings erlebt auch das Holz ein regelrechtes Revival. Das hat verschiedene Gründe: Holz gilt als

  • nachhaltig,
  • langlebig,
  • kostengünstig,
  • schnell und
  • flexibel.

Hausbauprojekte aus Holz können also oft deutlich schneller umgesetzt werden als vergleichbare Häuser aus Stein. Zudem strahlt Holz eine angenehme Atmosphäre aus und sorgt dadurch für ein besonders gutes Wohnklima. Es hat also auch optische Gründe, dass es sowohl in Innen- als auch in Außenbereichen mittlerweile wieder vermehrt zum Einsatz kommt. Auch das Fachwerk als die wohl älteste Bauweise unserer Region erfreut sich in diesem Zuge wieder steigender Beliebtheit – was ebenfalls vor allem optische Gründe hat. Weitere beliebte Baustoffe der Moderne sind neben Holz und dem bereits erwähnten Porenbeton auch

  • Leichtbeton,
  • Ziegel und
  • Kalksandstein.

Doch nicht nur solche Klassiker, sondern auch neuartige Baustoffe werden gerne verwendet. Denn die Forschung ist in vollem Gang und bringt in regelmäßigen Abständen Innovationen hervor, die durch verbesserte Eigenschaften wie ein geringeres Gewicht oder eine höhere Tragfähigkeit überzeugen. Wie der Trend zum Holz aber bereits deutlich macht, spielt die Nachhaltigkeit beim Bauen eine zunehmend wichtige Rolle. Das gilt auch für die Forschung an neuen Baustoffen, aber ebenso für die Richtlinien, welche Bauherren einhalten müssen.

 

Nachhaltigkeit und Energieeffizienz immer wichtiger

Nachhaltiger zu bauen und dabei eine bessere Energieeffizienz zu erreichen, ist weit mehr als nur ein Trend. Angesichts des Klimawandels sind sie hingegen ein Muss und wurden daher auch gesetzlich verankert. In regelmäßigen Abständen gibt es dementsprechend neue Richtlinien, wie in Zukunft gebaut werden muss und welche Grenzwerte dafür gelten. Das neueste Beispiel ist die sogenannte EU-Gebäuderichtlinie, laut welcher ab dem Jahr 2021 alle Neubauten als sogenannte Niedrigstenergiegebäude errichtet werden müssen. Die Zeiten, in welchen Bauherren ihre Häuser selbst und nach eigenem Belieben schustern konnten, sind also definitiv vorbei. Stattdessen sind beim Bauen heutzutage folgende Aspekte wichtig:

  1. Die ökonomische Qualität hat nach wie vor eine große Bedeutung, allerdings geht es nicht mehr nur so wie früher darum, möglichst günstig zu bauen. Sondern beim nachhaltigen Bauen soll zugleich der Betrieb ökonomisch sein. Auf gut Deutsch: Die laufenden Kosten, beispielsweise für Energie, Wasser, Heizung & Co, sollen auf einem Minimum liegen.
  2. Das Gebäude muss zudem eine ökologische Qualität aufweisen, sprich mit umweltfreundlichen Materialien gebaut werden. Dabei ist sowohl das Material selbst ausschlaggebend als auch seine Herkunft, sein Transport und seine mögliche Entsorgung. Ziel ist, durch das Bauen die Umwelt zu schützen und nicht (weiter) zu zerstören.
  3. Und zuletzt soll die Nachhaltigkeit beim Bauen der Gesamtheit zugute kommen. Das bedeutet, es muss eine sozio-kulturelle Qualität hergestellt werden, sodass das Zusammenleben der Bevölkerung friedlich sowie mit einem Höchstmaß an Leistungsfähigkeit möglich ist.

Was auf den ersten Blick abstrakt klingt, lässt sich gut mit einem Beispiel erklären. Denn auf den zweiten Blick ist das Prinzip des nachhaltigen Bauens denkbar simpel: Wer beispielsweise eine Solaranlage auf dem Dach installiert, reduziert dadurch die laufenden Kosten. Zugleich wird der Gesamtbedarf an nicht erneuerbaren Energien verringert, was die Umwelt schont, und oftmals ist es sogar möglich, überschüssige Energie ins Netz einzuspeisen – sodass auch die anderen Mitglieder der Bevölkerung davon profitieren. Aus diesem Grund wird beim modernen, sprich nachhaltigen Bauen mittlerweile auch vom „Drei-Säulen-Modell“ gesprochen.

 

Zertifizierungen spielen hierzulande eine große Rolle 

Um also festzustellen, dass ein Gebäude nachhaltig gebaut ist und somit den gesetzliche Ansprüchen genügt, muss es natürlich Verfahren geben, um die Nachhaltigkeit zu messen. In den vergangenen Jahren wurden in Deutschland daher nach und nach verschiedene Zertifizierungsverfahren eingeführt. Während also noch vor wenigen Jahrzehnten Themen wie Dämmung oder Energieeffizienz eine untergeordnete Rolle gespielt haben, sind sie nun essentiell, um überhaupt eine Baugenehmigung zu erhalten. Insgesamt vier verschiedene Systeme stehen für die Zertifizierung zur Verfügung, wenn es um nachhaltige Gebäude geht:

  1. DGNB (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen)
  2. BNB (Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude)
  3. BREEAM (Building Research Establishment Environmental Assessment Method)
  4. LEED (Leadership in Energy and Environmental Design)

Die Vorschriften zur Energieeffizienz sind aber längst nicht die einzigen, welche heutzutage beim Hausbau eingehalten werden müssen.

 

Von Normen, Zertifizierungen und Gesetzesänderungen

Die Nachhaltigkeit mag zwar eine zunehmend wichtige Rolle spielen, doch die Bauvorschriften, welche mittlerweile eingehalten werden müssen, gehen weit über Energieeffizienz & Co hinaus. Stattdessen gibt es eine Vielzahl an Normen, Richtlinien, Gesetzen und Zertifizierungen, welche beim Hausbau berücksichtigt werden müssen. Wie bereits erwähnt, ist er für Laien auf eigene Faust daher kaum noch umsetzbar. Zudem gibt es beinahe jedes Jahr Änderungen oder Neuerungen, sodass es alles andere als einfach ist, dabei noch den Überblick zu behalten. Alleine im Jahr 2019 haben sich beispielsweise folgende Aktualisierungen ergeben:

  • Seit dem 1. Januar 2019 gilt das neue Strahlenschutzgesetz. Dieses zielt auf den Schutz vor Radon bei Neubauten ab und enthält verbindliche Richtlinien. Als Grenzwerte für die Radonbelastung in Neubauten gelten nun 300 Bq/m?. Der Keller spielt dabei eine besonders wichtige Rolle. Empfohlen wird ein wasserdichter Stahlbetonkeller mit sorgfältiger Betonnachbehandlung.
  • Auch im Bereich der Sicherheit und des Brandschutzes hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Für Neubauten oder die Erweiterung von Bestandsbauten gilt beispielsweise seit dem 1. Oktober 2019 die aktualisierte Fassung der DIN VDE 0100-420. Sie enthält Regelungen, um Brände durch Fehlerlichtbögen zu verhindern. Zwar ist ihre Einhaltung größtenteils freiwillig, könnte aber zukünftig gesetzlich verankert werden. Sinnvoll ist es, dass Bauherren sie daher bereits jetzt umsetzen, um nicht in einigen Monaten oder Jahren wieder Veränderungen am Gebäude vornehmen zu müssen.
  • Eigentlich sollte im Jahr 2019 auch das GebäudeEnergieGesetz kommen, kurz GEG. Bislang wurde dieses allerdings nicht umgesetzt und der Gesetzesentwurf galt als nicht überzeugend. Ziel ist, alle gültigen Energieeinsparnormen zusammenzufassen, beispielsweise das ErneuerbareEnergienGesetz oder Energieeinsparungsgesetz, um die Rechtslag übersichtlicher zu gestalten. Eine Neuerung gab es aber dennoch ab dem 26.09.2019: Die schlechtesten Energielabel für Heizungen mit den Nummern G, F, und E fallen weg, dafür wurde neu die Klasse A+++ hinzugefügt.

Diese sind nur einige Beispiele von vielen, die deutlich machen: An Richtlinien mangelt es im Baurecht mittlerweile nicht mehr. Stattdessen wird zunehmend zum Problem, dass es zu viele Regelungen gibt, sodass die Rechtslage immer unübersichtlicher wird und Bauherren vermehrt Schwierigkeiten damit haben, diese in der Praxis vollständig umzusetzen. Ein Haus zu bauen ist dadurch heutzutage so schwierig wie nie zuvor – wobei die meisten Regelungen durchaus sinnvoll sind, da sie dem Schutz von Menschen und/oder der Umwelt dienen.

 

Veränderungen bei den Baustoffen sowie Materialien

Ökologisch bauen heißt also auch, die richtigen Baustoffe sowie Materialien auszuwählen. Wie bereits erwähnt, wird daher vermehrt wieder mit Holz gebaut. Aber auch bei deren Behandlung oder bei der Dämmung des Hauses kommen mittlerweile bevorzugt umweltfreundliche Stoffe zum Einsatz: Einerseits bedeutet das eine Rückbesinnung auf Naturbaustoffe wie Steine, Lehm oder Ziegel, welche seit jeher für den Hausbau eingesetzt wurden. Andererseits kommen natürliche Dämmstoffe wie Flachs oder Kork zum Einsatz. Ebenso werden immer mehr Naturfarben oder Klebstoffe auf Pflanzenbasis entwickelt, sodass auf gesundheits- und umweltschädliche Chemikalien wie Lösungsmittel verzichtet werden kann. Als Fazit lässt sich also festhalten: Das Bauen wird komplizierter, aber gleichzeitig wieder natürlicher. Alles in allem sind die Häuser dadurch sicherer, komfortabler und energieeffizienter.

 

Ausblick in die Zukunft: Wohin geht der Trend?

Die Unterschiede zwischen dem Hausbau in der Vergangenheit sowie in der Gegenwart sind also groß. Da stellt sich die Frage, wie die Entwicklung in Zukunft weitergehen wird? Mit Sicherheit lässt sich das zwar nicht sagen, doch es gibt durchaus Hinweise, in welche Richtung der Weg führt:

 

  • Auch in Zukunft wird die Energieeffizienz immer wichtiger. Dafür werden dank der schnellen Fortschritte in der Forschung neue Baustoffe, Technologien & Co zur Verfügung stehen. Die Möglichkeiten für mehr Energieeffizienz sind bereits jetzt so groß wie nie zuvor und umfassen beispielsweise Thermofundamentplatten, Möglichkeiten der Wärmerückgewinnung oder den Einsatz einer Luft-Wasser-Wärmepumpe. Zudem werden immer mehr Häuser mit Solarenergie in allen Variationen arbeiten – zum Beispiel Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach oder Solarthermie.
  • Gleichzeitig werden Häuser zunehmend digitalisiert. Das sogenannte Smart Home wird bei vielen Neubauten oder im Rahmen einer Modernisierung umgesetzt. Das dient einerseits der Einsparung an Energie, beispielsweise durch eine intelligente Steuerung von Heizung, Licht & Co. Andererseits können dadurch auch die Sicherheit oder der Wohnkomfort erhöht werden.
  • Bei den Wohnformen gibt es derzeit ebenfalls erhebliche Veränderungen. Das Zusammenleben in einem Haus als Großfamilie gehört weitestgehend der Vergangenheit an. Stattdessen erleben gemeinschaftliche Wohnformen wie Mehrgenerationenhäuser oder Senioren-WGs einen Aufschwung.
  • Ein weiterer Trend liegt im Minimalismus. Häuser müssen nicht mehr noch größer und noch luxuriöser sein. Stattdessen versuchen viele Menschen, günstig sowie umweltfreundlich zu bauen, indem sie sich auf das Notwendigste beschränken. Im Extremfall handelt es sich um das sogenannte „Tiny House“, welches oft kaum größer ist als ein Wohnmobil und aus nur einem Raum besteht – so, wie es vor vielen Jahrhunderten die Regel war.

 

Ob es sich dabei um dauerhafte Trends handelt und welche neuen Entwicklungen hinzukommen werden, muss also abgewartet werden. Es bleibt auf jeden Fall spannend. Einige Visionen sprechen davon, dass es eines Tages Häuser aus dem 3D-Drucker geben könnte oder intelligente Wände, welche die Sonnenstrahlen absorbieren und somit Energie produzieren können. Es bleibt also spannend, was die Wissenschaft im Bereich des Hausbaus zukünftig möglich machen wird…