Ratgeber

Kfz-Versicherung vergleichen: Mit diesen 5 Tipps zum Erfolg

Archivartikel

Der Vergleich der Kfz-Versicherung hilft nicht nur beim Sparen, er ermöglicht es auch, wesentlich bessere Leistungen zu erhalten. Versicherung ist nicht gleich Versicherung und oft unterscheiden sich gerade ältere Tarife deutlich von den modernen. Aber auf was sollten Fahrzeughalter beim Vergleich achten? Dieser Artikel schaut sich das einmal an.

Tipp 1: Daten richtig eingeben
Bei Eingeben der Daten in die Formulare der Vergleichsrechner geschehen oft bedeutende Fehler, die letztendlich dazu führen, dass der Tarif im Endeffekt teurer wird, als er es sein müsste. Es gilt:

  • Auto bezeichnen – der Fahrzeugbrief ist das Mittel der Wahl. Der Wagen wird wahlweise über die Schlüsselnummern korrekt ausgewählt oder anhand des Menüs. Wichtig ist, wirklich auf die vollständige Bezeichnung samt genauerer Spezifikationen zu achten.
  • Kilometerleistung – sie muss möglichst korrekt geschätzt werden. Liegt die jährliche Kilometerleistung zu hoch, verteuert sich der Tarif. Wird sie zu niedrig gewählt, so kann es sein, dass der Versicherer beim Überschreiten der Menge einen Zuschlag erhebt.
  • Stellplatz – viele Fahrer geben den Stellplatz an der Straße an, weil sie – korrekterweise – meinen, dass sie das Auto zwischendurch ja mal am Straßenrand parken. Mit dem Stellplatz ist jedoch der nächtliche Stellplatz gemeint. Wer eine Garage, Tiefgarage oder auch einen Carport nutzt, der wählt diese Parkoptionen aus. Sie senken in den Kaskoversicherungen gleich den Betrag.

Wer also alle Daten korrekt eingibt, kann beim Vergleichen der Kfz Versicherung wirklich die Tarife finden, die später auch nutzbar sind.

Tipp 2: Unnötige Leistungen ausschließen
Viele Vergleichsportale bieten es an, schon im Formular selbst Leistungen zu integrieren oder aber sie auszuschließen. In einigen Fällen ist der Ausschluss sogar ratsam und im Ergebnis günstig:

  • Fremdfahrer – wer fährt den Wagen? Fremdfahrer lassen sich explizit ausschließen, wobei das Auto nun – außer in Notsituationen. Das heißt, das Auto darf nicht dem Freund überlassen werden, dafür darf der Freund aber ausnahmsweise fahren, wenn man selbst unter Alkoholeinfluss steht. Oder der Vater darf es notfalls fahren, wenn man gemeinsam einkaufen war und einen Migräneanfall hat.
  • Junge Fahrer – der Ausschluss von Fahrern unter 25 Jahren hilft, eine günstige Versicherung zu finden. Bei diesem Punkt muss jeder persönlich entscheiden, denn die eigenen Lebensverhältnisse spielen eine tragende Rolle. Auch Fahrer mit besonders hohem Alter können die Prämie erhöhen.
  • Insassen-Unfallschutz – er kann ausgeschlossen werden. Wer auch einen Unfall verursacht, die Kfz-Haftpflicht zahlt immer für die Insassen der verunfallten Fahrzeuge.

Tipp 3: Selbstbeteiligung
Über die Selbstbeteiligung lässt sich in allen drei Versicherungsvarianten direkt auf den Preis einwirken. Wichtig sind allerdings folgende Überlegungen:

  • Höhe – die Höhe muss so bemessen sein, dass der Betrag im Notfall problemlos bezahlt werden kann. Dies gilt insbesondere bei den Kaskoversicherungen. Eine Selbstbeteiligung von 750,00 Euro muss bei einem Glasschaden nämlich in der Werkstatt entrichtet werden. Zahlt ein Kunde nicht, ist die Werkstatt berechtigt, den Wagen einzubehalten.
  • Mehrfach – je nach Versicherung muss die Selbstbeteiligung bei jedem Schaden entrichtet werden. Bei anderen liegt die Grenze bei der vereinbarten Höhe, was bedeutet, dass Kleinschäden über das Jahr hin summiert werden können.
  • Rücklage – generell ist es ratsam, die Selbstbeteiligung bei Vertragsbeginn zur Seite zu legen. Das stellt sicher, dass sie stets vorhanden ist. Wie viele Kfz-Besitzer wissen, kommt ein Schaden immer ausgerechnet dann, wenn das Konto ohnehin schon arg belastet ist.

Generell lohnt sich die Selbstbeteiligung bei allen drei Versicherungsarten. In den Kaskoversicherungen, bei denen Experten ohnehin dazu raten, keine Schäden am eigenen Fahrzeug von unter 1.000 Euro regelmäßig zu melden, bedeutet die Selbstbeteiligung natürlich auch, dass diese Schäden selbst getragen werden.

Tipp 4: Jährlich zahlen
Dies ist der simpelste Spartipp. Jede Abbuchung eines Beitrags ist für die Versicherung ein Aufwand – selbst in der heutigen Zeit. Immerhin muss geprüft werden, ob das Geld abgebucht werden konnte, korrekt überwiesen wurde und der Betrag muss dem korrekten Versicherungskonto zugeordnet werden. Um sich die Arbeit zu erleichtern, staffeln Versicherungen die Gebühren – was sich direkt auf den Tarif auswirkt:

  • Monatliche Zahlung – sie ist teuer. Laut einer Umfrage zahlen Kunden, die diese Zahlweise wählen, knapp 8 Prozent als Zuschlag auf die Versicherungsprämie.
  • Quartalsweise Zahlung – sie ist schon günstiger, schlägt aber doch mit 6,6 Prozent Aufschlag zu Buche.
  • Halbjährliche Zahlung – 3,2 Prozent beträgt der Aufschlag.

Dies sind nur die Durchschnittswerte. Bei einigen Anbietern kann der Zuschlag der monatlichen Zahlung sogar bei 27 Prozent liegen. Wer hingegen die jährliche Zahlweise wählt und die Kfz-Versicherung sofort beim Vertragsabschluss bezahlt, spart diese Zuschläge und erhält oft noch einen zusätzlichen Rabatt.

Übrigens ist die jährliche Zahlweise mit Direktzahlung bei Versicherungsabschluss perfekt für Personen, die wissen, dass ihre Bonitätsauskunft nicht allzu positiv ist. Da die Versicherung sogleich das Geld erhält, geht sie nicht das Risiko des Zahlungsausfalls ein.

Tipp 5: Rabattretter nutzen
Weiterhin gibt es Tarife, die den Rabattretter beinhalten. Bei diesem Modell »darf« der Fahrer einen Unfall verursachen, ohne dass er in der Schadensfreiheitsklasse zurückgestuft wird. Aber Vorsicht:

  •  Anforderung – erst ab der Schadensfreiheitsklasse 30 wird dieser Aspekt angeboten.
  • Wirkung – eigentlich wird der Versicherungsnehmer nach einem verschuldeten Unfall zurückgestuft, doch nur so weit, dass sein Prämienrabatt erhalten bleibt.
  • Wechsel – wer erneut die Kfz-Versicherung wechselt, ohne bis dahin wieder der alte Klasse zu erhalten, der wird von der neuen Versicherung zurückgestuft.

Vielfach wurde der Rabattretter in Neuverträgen jedoch gegen den Rabattschutz getauscht. Dieser ist eine Zusatzleistung, die natürlich kostet.

Fazit – sich beim Vergleich Zeit lassen
Vor einem Vergleich ist es gut zu wissen, was man eigentlich will. Es hilft, sich eine Liste mit Stichpunkten zu erstellen, um schließlich die Tarife anhand der Liste abzugleichen. Im Großen und Ganzen ist der Vergleich von Kfz-Versicherungen dank Vergleichsrechner jedoch kein allzu kompliziertes Thema mehr. Das Vorsortieren von Verträgen wird vom Vergleichsportal selbst übernommen, Verbraucher müssen nur noch die Ergebnisse durchgehen und schließlich die Versicherungsanfrage stellen. Wer als Kunde akzeptiert wird, der erhält oft schon am selben Tag die neue elektronische Versicherungsnummer, die bei einem angemeldeten Auto auch mit Stichtag des Wechsels dem Straßenverkehrsamt mitgeteilt wird.