Ratgeber

Ordnung im Haus = Ordnung im Leben

Archivartikel

Mir ist das schon sehr häufig passiert, dass ich mich sehr unwohl fühle, sobald ich Unordnung zuhause habe. Ich kann das ‚Chaos‘ dann nicht ausblenden - es geht einfach nicht. Das Wort ‚Chaos‘ ist übrigens in diesem Fall nicht ganz korrekt: Das was ich als Chaos bezeichne, empfinden andere vielleicht höchstens als kreative Unordnung und wiederum andere als den absoluten Weltuntergang. Jeder empfindet Unordnung anders. Aber wie wirkt sich das auf eine Pflegesituation aus?

Die Erkenntnisse einer pflegenden Angehörigen - Frau G. erläutert ihre Sicht der Dinge

Es beginnt eigentlich schon mit der Tatsache, dass das Haus oder die Wohnung einfacher sauber zu halten, je weniger man im Haus hortet und je weniger Nippes man herumstehen. Besonders in Wohnungen, in denen sich ältere Menschen schon seit Jahrzehnten aufhalten ist der Hausrat dementsprechend alt. Wenn dann noch Teppiche oder Stoff irgendwo sind, dann ist es für den Staub ein Leichtes, sich dort einzunisten. Nicht nur, dass es im Endeffekt weniger Arbeit ist all das zu putzen – es ist am Ende auch hygienischer.   

Ordnung in den Schränken bringt Ordnung in den Kopf

Ganz wichtig ist es sich zu verdeutlichen, dass Ordnung in den Schränken und auf den Regalen befreit. Man selbst kann wieder klarer denken und ist nicht so sehr abgelenkt vom Wesentlichen. Außerdem ging es mir immer so, dass wenn ich die Schränke bei meiner Mutter zuhause öffnete (es waren nur einige nicht sehr ordentlich, sogenannte ‚Krempelschubladen‘), ich immer den Gedanken hatte: “Um Gottes Willen, irgendwann muss ich das alles ja sortieren, entsorgen oder mitnehmen. Und wohin tue ich das alles? Vor allem – wie soll ich das alles stemmen?“ Ich hatte jedes Mal eine Horrorvorstellung, das war wirklich nicht sehr angenehm. Somit hatte ich diesbezüglich immer negative Gedanken oder Gefühle. Irgendwann hatte ich jedoch dann angefangen, im Haus Schrittweise Ordnung zu schaffen und das befreite ungemein.

Langsam aufräumen und man atmet leichter

Am besten ging es, wenn ich mit mir selbst einen Termin vereinbarte und zu diesem Zeitpunkt mir konkret eine Zielsetzung vorgab. Obwohl ich eher jemand bin, der alles gerne auf einmal macht – in diesem Fall fand ich das sinnvoller und entspannter. Das sollte aber jeder für sich entscheiden, wie er bzw. sie es besser findet. Falls die Familie größer ist sollte man sich zusammentun, denn jeder möchte normalerweise irgendetwas Bestimmtes aus dem Haushalt später oder es kommen verschiedene Emotionen und Erinnerungen hoch, die man manchmal besser gemeinsam verarbeiten kann als alleine. Aber auch das ist nicht immer der Fall.

Nicht immer gelingt das Aufräumen im Vorfeld, denn der/die zu Pflegende möchte es nicht. Dann müssen Sie das akzeptieren. Doch generell sind z.B. der Keller oder der Dachboden (wenn man ein Haus besitzt) die Plätze, in denen die meisten Menschen ganz selten hingehen oder nicht mehr hingehen können. Dort kann man schon relativ frühzeitig mit dem Aufräumen und Sortieren beginnen nur mit dem Wegwerfen würde ich dann auf jeden Fall noch warten. 

Nicht bis zum letzten Moment aufschieben

Wenn man schon im Vorfeld anfängt aufzuräumen ist es am besten gemeinsam mit dem zu Pflegenden. Der entscheidet was er oder sie noch haben möchte oder weggeben will. Somit hat man später bei einem eventuellen Umzug in ein Heim oder in eine Pflegeeinrichtung nicht zu viel Stress. Stellen Sie sich vor, Sie müssen den gesamten Hausstand irgendwann von heute auf morgen selbst entsorgen? Besonders, wenn die zu pflegende Person verstorben ist und man unter Zeitdruck ist, kann es schnell passieren, dass man zu wenig oder zu viel weggibt oder wegwirft. Dinge, die zunächst eine sehr bedrückende Stimmung hervorriefen, wirft man aus diesem Impuls heraus schnell weg und bereut es oftmals später. Diese Dinge, bei denen man sich unschlüssig ist, sollten Sie auf jeden Fall erst mal zur Seite legen und irgendwo zeitweise deponieren.

Aufräumer, die ihre Leidenschaft zum Beruf machten

Gerade vor ein paar Tagen habe ich in Arte eine spannende Sendung gesehen, in der zwei Frauen vorgestellt wurden, die beim ‚Ordnen‘ und ‚Ordnung machen‘ helfen. Zwei unterschiedliche Ansätze werden dort dargestellt. Beide haben ihre Daseinsberechtigung und finden bestimmt Kunden, die ihre Dienste zu schätzen wissen. Die Sendung ist noch bis Mitte August bei Arte verfügbar.

Es gibt aber auch professionelle Firmen, die Haushaltsauflösungen vornehmen. Bei uns in Mannheim gibt es die alteingesessene Firma ‚Stuber Haushaltsauflösungen' , die auch in unserem Netzwerk vertreten ist. Hier wird mit ‚Herz und Seele‘ der Haushalt aufgelöst. Es wird nicht einfach nur weggeworfen oder respektlos mit den Dingen umgegangen, die Menschen jahrelang lieb und teuer waren und begleiteten. Man achtet die Dinge und schätzt sie wert. Das macht eine Haushaltsauflösung erträglicher. Das Mannheimer Urgestein Jürgen Stuber lässt die Menschen besonders in solchen Situationen nicht alleine.  

Fazit: für jeden gibt es das Passende. Was man nicht wegwerfen will, weil es noch gut ist oder aus anderen Gründen, kann man entweder im Internet verkaufen, verschenken, spenden oder damit noch auf den Flohmarkt gehen. Die gibt es generell regelmäßig in der Region. Geben Sie sich aber vor allem rechtzeitig den Ruck, diese unliebsamen Tätigkeiten rechtzeitig anzugehen. Sie werden entspannter sein.

Bis nächste Woche,
Ihre Waltraud Gehrig

www.pflegenetzwerke.de