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Rares und Begehrtes: Sammel-Hobbys im Wandel der Zeit

Archivartikel

Das Sammeln ist ein absoluter Klassiker unter den Hobbys, das jedoch einige Zeit eher als typisches Langweilerhobby angesehen wurde. Doch das ist heutzutage nicht mehr der Fall – eine neue Generation von Sammlern entdeckt die Begeisterung, die hinter dieser Leidenschaft steckt. Denn nicht zuletzt dank erfolgreicher TV-Formate wie „Bares für Rares“ vom ZDF sind Antiquitäten, Vintage-Gegenstände und die damit verbundene Sammelwut in den letzten Jahren wieder in aller Munde.

 

Sammeln als menschliches Bedürfnis

Trotz des in die Jahre gekommenen Images für das Sammeln von Münzen oder Briefmarken ist und bleibt es als Hobby sehr beliebt und scheint wieder einen Aufschwung zu erleben.

Der Mensch hat einen Sammeldrang. Das ist wissenschaftlich und humanhistorisch bewiesen, insbesondere in der Kindheit ist dieses Verhalten besonders stark ausgeprägt. Die Ursache ist bei Evolutionsbiologen bis heute umstritten, da es bei anderen intelligenten Lebewesen, selbst bei Primaten, keine solches Verhaltensmuster gibt. Es wird vermutet, dass sie als Anpassung an die Entwicklung der sozialen Strukturen entstanden sind.

Fakt ist jedoch, dass viele Menschen auch heute noch, in einer Zeit, in der es nicht mehr lebensnotwendig ist, Dinge zu horten oder anzusammeln, diesen Drang verspüren. Das Ergebnis ist, dass wahrhaftige Sammelleidenschaften entstehen, die nicht selten bei anderen Personen auf Unverständnis stoßen – selbst, wenn sie keine krankhaften Züge annehmen.

 

Das Klischee des Briefmarken-Sammelns

Jeder kennt sicherlich die etwas angestaubte Frage nach einem gut verlaufenden Date, ob die Begleitung noch mit in die Wohnung kommen möchte – um die Briefmarken- oder Münzsammlung zu sehen. Dabei geht es natürlich nicht um die – wenn überhaupt vorhandene – Sammlung, vielmehr verbirgt sich dahinter der Code zur Frage nach etwas mehr Intimität. Dabei wird sich darüber lustig gemacht, dass es nichts Langweiligeres gibt, als sich irgendeine Sammlung von Freunden, Familie oder eben eines oder einer Angebeteten anzusehen.

Es ist natürlich verständlich, dass es für Personen, die keinen Bezug zu den Objekten haben, nicht besonders interessant ist, sich unzählige Stücke anzusehen. Doch die wahre Bedeutung einer ausgedehnten Sammlung steckt im Detail und ist für andere, die das Interesse teilen, sofort erkennbar.

Das Problem, das hinter diesem ausgetretenen Stereotyp steckt, kommt also direkt aus der Begeisterung, die Sammler für ihr Hobby haben. Sie sind nicht selten so besessen davon, dass sie ihre Lieblingsstücke sehr gerne zeigen, um ihr Glück zu teilen – und vergessen dabei, dass nicht jeder den gleichen Enthusiasmus für das Subjekt der Sammlung aufbringt.

Nicht selten ist es auch schwierig, ohne tiefere Einblicke in das Thema zu verstehen, warum ein bestimmtes Objekt überhaupt Bedeutung hat oder wo der monetäre oder emotionale Wert entsteht. Eine Briefmarke ist schließlich nur ein Fetzen Papier und jedes klassische Videospiel ein altes Stück Plastik, oder? Weit gefehlt!

Denn wenn sich mehrere Sammler treffen und sich untereinander austauschen, dann entfaltet sich nicht selten ein wahres Feuerwerk der Begeisterung. Zwei Experten, die das gleiche Interesse teilen, könnten sich stundenlang über jedes Detail und obskure Fakten hinter den Sammlungen unterhalten, ohne Luft zu holen.

 

Historische Relevanz von persönlichen Sammlungen

Viele Privatsammler schaffen es über viele Jahre hinweg, riesige Sammlungen mit mehr als beeindruckenden Exponaten zusammenzusuchen, die in vielen Fällen nicht einmal das Licht der Welt erblicken. Im Hobbykeller wird das Sortiment zwar gepflegt und regelmäßig erweitert, doch eben diesen verlassen persönliche Sammlungen häufig nicht.

Doch das bedeutet nicht, dass sie diese Bühne nicht eigentlich verdient hätten. Ein Extrembeispiel privater Sammlungen, die es glücklicherweise geschafft haben, der Öffentlichkeit zuzukommen, ist die größte Kollektion an schottischen Whiskyflaschen der Welt. Diese wurde vom brasilianischen Geschäftsmann Claive Vidiz über 35 Jahre hinweg angelegt – allein aus persönlichem Interesse am Kulturgut der schottischen Luxusspirituose.

Im Jahr 2009 betrug die private Sammlung bereits 3.384 Flaschen, bevor er sie an den Getränkekonzern Diageo verkaufte. Die Summe, für die sie den Besitzer wechselte, ist und bleibt bis heute unbekannt. In Folge wurde sie in Edinburgh in der Scotch Whisky Experience für Besucher zugänglich ausgestellt und zieht im Jahr etwa 300.000 Besucher in die Einrichtung.

Viele andere Sammlungen, insbesondere aus Privatbibliotheken, haben es durch die Menschheitsgeschichte hindurch in Museen oder ähnliche Institutionen geschafft, wo sie dem Gemeinwohl nützlich sind.

 

Gesellschaftliche Bedeutung

Auch das Sammeln an sich – unabhängig vom Ergebnis – hat eine gesellschaftliche Bedeutung. In ihrem Buch „Dinge Sammeln“ geht Denise Wilde der Funktion des Sammelns als Kulturtechnik auf den Grund. Das Aneignen, Konzentrieren und Vermitteln von Wissen und Informationen, das dadurch ausgeführt wird, ist essentiell für den Fortschritt unserer Gesellschaft.

Dabei schreibt sie auch über den historischen Wandel des Sammelns – bis zum späten 20. Jahrhundert war das Reisen noch die wichtigste Strategie für das Erweitern einer Sammlung, was auch verschiedenartige Souvenirs zu beliebten Sammelobjekten gemacht hat. Heute, dank Globalisierung und moderner Logistik, hat sich diese Grundlage vollständig verändert – dazu kommen wir noch.

 

Der Hintergrund und Appeal von Sammler-Hobbys

Ein gewisses Maß an Bezug zum Subjekt ist also eine wichtige Voraussetzung, um das Sammelhobby wirklich wertschätzen zu können. Doch wie kommt es überhaupt dazu, dass sich ein so tiefes Interesse bildet? Der Weg, auf dem jeder zu dem Sammelhobby gelangt, kann sehr unterschiedlich aussehen.

Das, was schon seit langer Zeit Sammler so begeistert, hat sich grundsätzlich nicht verändert. Je nach Thema der Sammlung können verschiedene Beweggründe dahinterstecken, die jedoch allesamt zu einem Ergebnis führen: Einem unstillbaren Drang, die Sammlung mehr und mehr zu erweitern.

Das intensive Interesse an der Sache an sich führt auf ganz natürlichem Wege dazu, sich in der Freizeit vermehrt damit zu beschäftigen und sich möglicherweise erste Exponate zuzulegen. Viele sind möglicherweise begeisterte Sammler, ohne es zu wissen – Weinfans, die mehr interessante Flaschen kaufen, als sie trinken können, gehören ebenso dazu, wie Musiker, die für jede Gelegenheit eine eigene Gitarre vorrätig haben.

Es gibt viele Möglichkeiten, wie man ursprünglich an die Thematik, die zur Sammelleidenschaft geführt hat, geraten kann:

  • Thematisches Interesse: Dinge, die mit einer bestimmten Thematik zusammenhängen, vertiefen die Verbindung damit. Als Fußballfan folgt auf die Begeisterung für einen Verein eventuell das Sammeln von Objekten aus der Fankultur eines Vereins.
  • Geschichtliches Interesse: Die Vergangenheit hat viel Interessantes zu bieten – und Artefakte, die davon zeugen, sind hervorragende Sammlerobjekte.
  • Sentimentaler Wert: Das Sammeln aus persönlichen Gründen ist weit verbreitet. Gegenstände, die mit der Vergangenheit der Familie zu tun haben oder an die ursprüngliche Heimat oder Kultur erinnern, sind beliebt.
  • Gegenstände als Wert- oder Geldanlage: Etwas steriler, aber nicht weniger berechtigt. Viele typische Sammelgegenstände haben einen hohen Gegenwert, wenn der richtige Käufer gefunden wird. So sind sie gegebenenfalls gute Geldanlagen.
  • Austausch mit Gleichgesinnten: Sammeln geht gut alleine, aber das gemeinsame Fachsimpeln oder Tauschen von Objekten macht es zu einem sehr sozialen Hobby. Umgekehrt kommt man auch häufig über Bekannte erst zur Sammelleidenschaft, nachdem man mehr über das Interesse eines Freundes lernt.
  • Aktive Suche nach Hobby: Möglicherweise wird das bestehende Interesse auch übersprungen und bewusst nach etwas Sammelbarem gesucht, da die daraus resultierende Ruhe, Fokussierung und Selbsterfüllung gewünscht werden.

Verschiedene Möglichkeiten von Sammlungen

Je nach Interessengebiet kann das Thema einer Sammlung vollständig anders aussehen. Des einen Schund ist des anderen Schatz. Grundsätzlich gibt es keine Regeln – alles, was für den Sammler persönlich einen Wert hat, kann Gegenstand des Hobbys sein. Doch einige Bereiche sind besonders beliebt, was es einfacherer macht, Gleichgesinnte zum Tauschen oder Fachsimpeln zu finden.

Diese eher klassischen Themen sind daher gut geeignet, um den Einstieg in ein Sammelhobby zu finden. Natürlich sind das bei weitem nicht die einzigen Möglichkeiten – alles, was man sich vorstellen kann, ist erlaubt.

Doch ausgefallenere Sammlungen entstehen ohnehin zumeist eher organisch, nachdem sich ein tiefes Nischeninteresse bildet. Wer also noch nach Inspiration sucht, um vielleicht eine eigene Kollektion zu starten, muss nicht viel länger suchen:

  • Die Klassiker: Münzen, Briefmarken, Antiquitäten. Die kulturelle und geschichtliche Relevanz, die mit diesen Dingen einhergehen, macht sie zu optimalen Kandidaten – nicht umsonst sind sie auch heute noch sehr weit verbreitet. Auch der Gegenwert hochwertiger Sammlungen ist recht konstant und die Zahl potentieller Interessenten sehr hoch.
  • Etwas ausgefallener: Fehlprägungen und Fehldrucke. Im Grunde ist es immer noch eine Briefmarkensammlung, jedoch auf Fehldrucke oder falsch geschnittene Postwertzeichen spezialisiert. Da es diese nur selten auf den Markt schaffen sind sie besonders selten und sehr gefragt. So gibt es etwa eine ansonsten normale Briefmarke aus dem Jahr 1851, die versehentlich auf grünes Papier gedruckt wurde, anstatt auf Rosafarbenes. Da der Drucker den Fehler schnell bemerkt hat, gibt es nur sehr wenige Exemplare, was den „Baden-Fehldruck 9 Kreuzer“ durch einen Verkauf zu 1,26 Millionen Euro zur teuersten deutschen Briefmarke gemacht hat.
  • Hochwertige Feinmechanik: Armbanduhren, Kompasse, alte Messgeräte – alles, was aufgrund der hohen Präzision und filigranen Verarbeitung schon von sich aus eine besondere Aura ausstrahlt, ist beliebter Gegenstand von Sammlungen.
    Uhren sind darunter ein besonders klassisches und weit verbreitetes Thema. Es wird auch immer wieder durch Innovationen auf dem Uhrenmarkt verändert. Digitaluhren und Smart Watches haben die mögliche Gestalt von Kollektionen jüngst erweitert. Ohnehin ist die Vielfalt schon alleine dank der vielen verschiedenen Typen enorm. Oft spezialisieren sich Sammler gezielt und konzentrieren sich etwa auf Fliegeruhren, Automatikuhren oder die besonders genauen Chronometer.
    Ebenso sind sie sowohl für Luxus-Sammler mit teuren, edlen Modellen und seltenen Vintage-Stücken geeignet, als auch für Fans kurioser Technik mit fast schon verrückten Digitaluhr-Modellen der 80er Jahre. Da auch im niedrigen Preisbereich interessante Stücke zu haben sind, ist es ein tolles Hobby, das ein Leben lang begeistern kann.
  • Luxusgüter und Spirituosen: Wer sich den feineren Dingen des Lebens verschrieben hat und beispielsweise gerne alten Whisky oder Wein aus besonderen Jahrgängen genießt, wird nicht selten ganz nebenbei auch zum Sammler. Da die geschmackliche Vielfalt riesig sein kann, möchten Liebhaber möglichst viel Verschiedenes probieren und kaufen so ohne es wahrzunehmen häufig genügend Sorten ein, dass sich ganz von selbst eine Grundlage für eine Sammlung aufbaut. Zudem ist der Sekundärmarkt hier sehr belebt – bestimmte Jahrgänge oder die Flaschen längst geschlossener Destillerien gehen gerne für Preise über die Theke, die man ansonsten eher bei gebrauchten Kleinwagen liest – oder sogar noch mehr. Häufig sind diese ohnehin zu schade zum Öffnen und werden vermehrt zu reinen Sammlerobjekten.
  • Vintage-Geräte: Alte Elektronik, die dank baubedingter Imperfektionen noch einen eigenen Charme ausstrahlen, der hochmodernen digitalen Geräten vollständig fehlt, sind tolle Objekte. Analoge Kameras, Plattenspieler oder Radios, aber auch deutlich spezifischere Themen wie Vintage-Synthesizer haben viele Anhänger. Legendäre Modelle wie die bald 100 Jahre alte Sucherkamera „Leica II“ sind weltweit begehrt – aber dadurch auch beliebt bei Fälschern. Ein weiterer Aspekt: Da bei diesen alten Geräten keine digitale Feinelektronik zum Einsatz kam, sind sie häufig bis heute noch vollständig funktionsfähig.
  • Themengebundene Sammlungen: Ein spezialisiertes Interesse, beispielsweise wissenschaftlicher Natur, ist die beste Grundlage für eine organische Sammlung. Zu fast jeder Leidenschaft lassen sich auch damit verbundene Objekte sammeln – seien es Memorabilien aus der Geschichte eines Fußballvereines, archäologische Kleinode oder Kultfilmen zugehöriges Merchandise.

Sammeln im 21. Jahrhundert

Viele können sich vielleicht an die Sammlungen ihrer Großeltern erinnern – Briefmarken, Porzellan oder Stocknägel – also die kleinen Metallplaketten, die beispielsweise an Städte oder Sehenswürdigkeiten erinnern, die man besucht hat – waren in den vergangenen Generationen sehr beliebt.

Doch da es beim Sammeln keine Regeln gibt, haben sich die Möglichkeiten über die Jahre natürlich immens ausgeweitet – Technik beispielsweise, egal ob modern, obsolet oder retro, hat viele Sammlerherzen erobert.

Seit den 80er Jahren treten immer wieder neue gesellschaftliche Strömungen auf, die sich in ihren Trends zurückbesinnen und Aspekte vergangener Zeiten wiederaufleben lassen. Retro heißt das Stichwort, das viele eigentlich neuzeitliche Dinge, die nur wenige Jahre zurückliegen, zu besonderen Objekten der Begierde macht.

Spielzeuge oder Medien aus den 80ern und 90ern sind beispielsweise bei der Generation, die zu dieser Zeit aufgewachsen ist, sehr beliebte Erinnerungsstücke geworden. Insbesondere frühe Spielkonsolen wie eine Super Nintendo, die 1990 in Japan erstmals erschienen ist, sind auf Flohmärkten und im Netz innerhalb kürzester Zeit verkauft. Für originalverpackte Module legendärer Spieletitel wie „Super Mario World“ werden hin und wieder dreistellige Beträge gezahlt.

Auch, was überholte Elektrogeräte mit augenzwinkerndem Charme oder Musik aus vergangenen Jahrzehnten betrifft – insbesondere Vinyl – haben sich Sammelgemeinschaften gebildet. Nostalgie dürfte hier der wichtigste treibende Faktor sein.

Ebenso ein Faktor, der jüngere Generationen auf Interessen sensibilisiert hat, ist die rasante und flächendeckende Verbreitung der Hipster-Bewegung und dazugehöriger Trends. Das Wort „Vintage“ zur Beschreibung älterer, aber nicht gerade antiker Waren, die aufgrund ihres Alters einen gewissen Reiz ausstrahlen, hat langsam aber sicher einen Platz in unserem täglichen Sprachgebrauch erobert.

Sich abseits des Mainstreams etwas mit älteren, eigentlich längst überholten Dingen zu beschäftigen, ist also durchaus populär geworden. Natürlich bedeutet Sammeln nicht direkt auch Vintage, da natürlich auch alles andere gesammelt werden kann – etwa verschiedene Münzbriefe aus aller Welt. Aber da viele ältere Gegenstände gleich einen Seltenheitswert mitbringen und eine Geschichte zu erzählen haben, sind sie gerne die Grundlage einer Kollektion.

 

Neue Medien – neue Möglichkeiten

Aber auch über die Objekte selbst hinaus hat sich das Erscheinungsbild des Hobbys umfassend verändert. Während Sammler früher dazu gezwungen waren, sich auf Flohmärkte und spezialisierte Messen zu begeben oder Vereinen beizutreten, profitieren sie heute von neuen Möglichkeiten.

So zeigen aktuell sehr beliebte Fernsehformate wie Bares für Rares vom ZDF oder die Antiques Roadshow des britischen BBC, welche Vielfalt es in der Welt der Antiquitäten oder sonstig geschätzten Gegenstände gibt. Von jahrhundertealten Artefakten mit geschichtlicher Relevanz bis hin zu seltenen Sondereditionen von Videospielen ist alles dabei.

Der Erfolg solcher Shows zeigt, dass die Faszination für interessante Gegenstände und somit Sammelhobbys bis heute ungebrochen ist. Gleichzeitig waren sie erwiesenermaßen schon mehrmals nützlich für Interessenten, die im Fernsehen erst auf die jeweiligen Besitzer aufmerksam geworden sind und diese zum Kauf kontaktiert haben.

 

Sammeln und das Internet


Weit größer ist jedoch der Einfluss des Internets. Schon seit den späten 90er Jahren ist mit Ebay der riesige, weltweit aktive Marktplatz verfügbar, der Flohmärkten seitdem das Leben schwer macht – umgekehrt für Sammler und Liebhaber von typischen Flohmarkt-Gegenständen aber unglaublich hilfreich ist.

Genau das zu finden, wonach sie suchen, ist damit ungleich einfacher geworden. Da das Angebot riesig ist und man praktisch Offerten aus der ganzen Welt durchforsten kann, gibt es eigentlich nichts mehr, was nicht online erhältlich ist. Gleichzeitig ist es dadurch viel einfacher geworden, Käufer für einen seltenen Gegenstand zu finden. Bestimmte Nischenartikel sind möglicherweise sehr rar und wertvoll, doch es gibt auf der Welt oder in Deutschland nur wenige, die das Interesse teilen und den Wert erkennen würden. Das Internet kann nun beide Seiten dieser Gleichung in Kontakt bringen.

Auch als Wissensdatenbank ist es für viele Sammler sehr nützlich. Musste man zu analogen Zeiten noch mehrere, dicke Wälzer kaufen, um Briefmarken zu identifizieren oder katalogisieren – oder zumindest eine Bibliothek aufsuchen – so ist dies nun nicht mehr nötig.

Online lassen sich zu jedem erdenklichen Thema Fachportale oder Nachschlagewerke, zumindest aber Foren mit gleichermaßen Interessierten finden, die dabei helfen, relevante Informationen bereit zu stellen. Große, detaillierte Datenbanken sind teilweise kostenpflichtig, in ihrer Funktionsweise jedoch sehr ausgereift und deutlich schneller und komfortabler, als in einem Buch zu blättern.

Ein Anzeichen darauf, dass das große Interesse an Sammelgegenständen und Dingen aus vergangenen Zeiten riesig ist, ist auch der beispiellose Erfolg von Etsy. Diese Plattform ist im Grunde ein reiner Marktplatz, der sich neben selbstgemachten Waren und Unikaten auch Vintage-Artikeln gewidmet hat. Wer beispielsweise alte Kameras, Kunst, Kleidung oder sonstigen Kram aus dem letzten Jahrhundert sammelt, bekommt dort ein beispielloses, sich stets mit neuen Angeboten ergänzendes Sortiment geboten.