Ratgeber

Sicher unterwegs im Internet: Darauf kommt es an

Archivartikel

Tagtäglich nutzen knapp vier Millionen Menschen weltweit das Internet und seine Angebote. Seien es die sozialen Netzwerke und Chatforen, die vielen Möglichkeiten für Online-Shopping oder die Rezeption informativer sowie unterhaltsamer Inhalte. Genauso vielfältig wie das Online-Angebot sind allerdings auch die Mittel und Wege von Cyberkriminellen, in die Internetaktivitäten der Nutzer einzugreifen und an Informationen, sensible Daten und Geld heranzukommen. Aus diesem Grund müssen Verbraucher wissen, wie sie Betrugsmaschen erkennen und was sie zu ihrem eigenen Schutz dagegen tun können.

Die Tricks der Betrüger entlarven
Wie die Ausführungen des Bundeskriminalamtes (BKA) im Bundeslagebild Cybercrime 2018 zeigen, wenden Betrüger eine Vielzahl an Tricks an, um an die persönlichen Daten, das Geld oder andere Informationen ihrer Opfer heranzukommen. Für ein besseres Bewusstsein darüber, welche Gefahren es gibt und wie Sie sich schützen können, müssen Sie wissen, wie die Betrüger vorgehen.

Sie nutzen Schwachstellen
Das Internet weist immer wieder Schwachstellen auf. Diese Sicherheitslücken machen sich Hacker und kriminelle Organisationen zunutze, um sich Zugriff auf die persönlichen Daten der Nutzer zu verschaffen und sie für ihre Zwecke zu missbrauchen.

Eine dieser Schwachstellen ist nicht selten das heimische WLAN. Angreifer können sich oft problemlos einwählen und ihre illegalen Machenschaften betreiben. Außerdem sind die Passwörter für die unterschiedlichen Online-Accounts häufig ein Sicherheitsproblem, das sich Betrüger gern zunutze machen.

Sie nutzen das Unwissen ihrer Opfer
Cyberkriminelle fälschen Webseiten und E-Mail-Designs von offiziellen und allgemein bekannten Online-Händlern, Banken, Paketdiensten oder sozialen Netzwerken, sodass diese täuschend echt aussehen. Internet-Nutzer, die auf die Richtigkeit dieser Fake-Webseiten sowie Phishing- und Spam-Mails vertrauen, ermöglichen es den Betrügern, auf die Daten zuzugreifen oder Schadsoftware auf ihrem Computer zu installieren. Und zwar, indem sie den Aufforderungen folgen und sich einloggen, persönliche Daten angeben, Dateien im Anhang öffnen oder auf mitgeschickte Links klicken.

Dadurch kommt es zu Identitätsdiebstahl, Datenklau und -missbrauch. Manche Cyberkriminelle nutzen ihre Schadsoftware auch, um die Dateien auf dem Gerät ihrer Opfer zu verschlüsseln. Anschließend fordern sie für die Wiederherstellung des Zugriffs von ihren Opfern die Zahlung einer Lösegeldsumme.

Sie nutzen die Gutgläubigkeit der Menschen
Eine weitere Form der Erpressung im Internet tritt in Chat-Foren oder sozialen Netzwerken auf. Nicht selten sind dort Betrüger angemeldet, die sich unter Vorgabe einer falschen Identität ihren Opfern nähern und sie dazu bringen, ihnen intime Fotos von sich zu schicken. Mit diesen können die Betrüger ihre Opfer dann erpressen.

Im Online-Handel kommt es ebenfalls immer wieder zu Betrugsfällen: Verkäufer bleiben auf ihrem Geld sitzen, weil die Ware zwar bestellt, aber nicht bezahlt wird, und der Käufer seinen Account unter falschem Namen und einer falschen Adresse angelegt hat. Umgekehrt kommt es oft vor, dass ein Käufer die Ware zwar bezahlt, sie aber niemals erhält und der Verkäufer durch Tricks die Maßnahmen zum Käuferschutz umgeht.

Eine weitere Betrugsmasche sind die sogenannten Ping Calls. Die Anrufer legen nach wenigen Sekunden wieder auf und provozieren damit einen Rückruf auf eine Telefonnummer aus einem Nicht-EU-Land. Anschließend halten sie ihre Opfer so lange es geht in der Leitung, um sie mit den hohen Telefonkosten abzuzocken.

Persönliche Daten und Dateien schützen
Die Tricks der Cyberkriminellen zu kennen, ist das eine. Das andere ist zu wissen, wie Sie dem effektiv entgegenwirken können, um Ihre Identität und persönliche Dateien vor unbefugten Zugriffen zu schützen.

Vorsicht vor Phishing
Um nicht in die Phishing-Falle zu tappen und Cyberkriminellen Zugang zu sensiblen wie Passwörter, Benutzernamen und Kreditkarteninformationen zu ermöglichen, müssen Sie wissen, wie Sie solche Phishing-Mails erkennen können.

Es gibt einige Hinweise, die Sie misstrauisch machen sollten: Grundsätzlich fordern seriöse Anbieter ihre Kunden nie per E-Mail dazu auf, persönliche Daten anzugeben. Auch Dateianhänge oder Absender, die Zweifel aufkommen lassen, sind meist ein Hinweis auf eine Phishing-Mail. Des Weiteren sind E-Mails mit einer allgemeinen Ansprache und vielen Rechtschreibfehlern ein Grund, um stutzig zu werden.

Generell sollten Sie bei E-Mails, deren Herkunft Ihnen unbekannt ist oder die anderweitig verdächtig wirken, vorsichtig sein und sie nicht öffnen oder gar auf die enthaltenen Links und Anhänge klicken.

Schadsoftware abwehren
IT-Schädlinge wie Trojaner, Viren und Würmer haben unterschiedliche Auswirkungen auf das Computersystem: Sie können

  • wichtige Dateien löschen oder manipulieren,
  • die Ausführung von Programmen blockieren,
  • die gesamte Festplatte formatieren,
  • sensible Daten wie Passwörter oder Kreditkartennummern sammeln und
  • dafür sorgen, dass ihr „Lenker“ auf den Computer zugreifen und ihn steuern kann.

Vor allem Viren und Würmer sind so programmiert, dass sie sich selbst vervielfältigen und eigenständig weiterverbreiten – etwa, indem sie sich selbst als Anhang an die gespeicherten E-Mail-Kontakte verschicken.

Wirksamen Schutz gegen Schadsoftware bieten Anti-Viren-Programme. Diese sollten regelmäßig aktualisiert werden, damit sie auch gegen neuere Schadsoftware-Versionen angehen können.

Das WLAN absichern
Um sich vor Hackerangriffen auf das WLAN zu schützen, sollten Sie nicht die vorinstallierten Passwörter für den Router und das WLAN verwenden und sie stattdessen umgehend ändern. Denn vorinstallierten Passwörter sind jeweils auf dem Router angebracht und daher für jeden am Gerät sichtbar. Die neuen Passwörter sollten an einem sicheren, für Fremde nicht zugänglichen Ort aufbewahrt werden.

Noch besser ist es, zusätzlich das WLAN über Verfahren wie WPA und WPA2 zu verschlüsseln, sodass die Verbindung für Dritte nicht sichtbar ist. Außerdem sollten Sie regelmäßig die Sicherheits-Updates für den Router und das zugehörige Betriebssystem installieren.

Sichere Passwörter verwenden
Ein starkes Passwort ist für die Online-Sicherheit sehr wichtig. Foto: stock.adobe.com ©  terovesalainen # 232438319

Achten Sie darauf, für Ihre Online-Accounts starke und sichere Passwörter zu verwenden, die von Fremden nicht geknackt werden können. Daher sollten Sie wissen, was ein gutes Passwort ausmacht. Das Passwort sollte eine Kombination aus Buchstabend in Groß- und Kleinschreibung und Sonderzeichen sein. Überlegen Sie sich einen Satz, der nichts mit Ihrem Privatleben zu tun hat, merken Sie sich die Anfangsbuchstaben der Wörter und fügen Sie Zahlen und Sonderzeichen ein. Für noch mehr Sicherheit sollten Sie für jeden Account ein eigenes Passwort verwenden und sämtliche Passwörter regelmäßig ändern.

Rückruf unter Vorbehalt
Um sich gegen Ping Calls zu schützen, sollten Verbraucher genau darauf achten, wen sie anrufen. Wird ein verpasster Anruf auf Ihrem Smartphone angezeigt, sollten Sie nur zurückrufen, wenn Sie sie die Rufnummer kennen beziehungsweise im Adressbuch gespeichert haben.

Persönliche Daten mit Bedacht angeben
Die besten Schutzmaßnahmen bringen aber nur wenig, wenn die Verbraucher unbedacht Daten preisgeben. Je mehr persönliche Daten und Informationen über Sie im Internet kursieren, desto höher ist das Risiko, Opfer von Cyber-Kriminalität zu werden.

Die Angabe des Namens, der Adresse, der Telefonnummer und der Kontodaten sowie das Verschicken und Hochladen von privaten Fotos und Videos birgt immer ein gewisses Sicherheitsrisiko. Ganz besonders dann, wenn sich Internetnutzer von anderen Nutzern, die sie in den sozialen Netzwerken kennenlernen, dazu verleiten lassen, ihnen Fotos oder Ähnliches zu schicken.

Ebenso sollten Sie darauf achten, was und wie viel Sie auf Facebook, Twitter, Instagram und Co. posten. Gehen Sie im Netz generell so sparsam wie möglich mit persönlichen Daten um. Das ist ein wichtiger Aspekt zum Schutz vor Identitätsdiebstahl und anderen cyberkriminellen Machenschaften. Zudem können Sie mithilfe der Privatsphäre-Einstellungen in den sozialen Netzwerken beeinflussen, wer was von Ihrem Profil sehen, wer Sie auf Fotos oder in Kommentaren markieren und wer nach Ihnen suchen kann.

Wenn Sie im Internet einen neuen Account anlegen möchten, kommen Sie nicht umhin, persönliche Daten anzugeben. Dennoch sollten Sie auch hier sparsam sein und sich auf die Angaben beschränken, die absolut notwendig sind.

Gefahrenlos online spielen
Spiele auf Internetseiten und dem Smartphone sind bei Nutzern jeder Altersstufe beliebt. Doch wie bei allem, was mit dem Internet verbunden ist, gibt es auch bei Online-Games beziehungsweise Browsergames und Mobile-Games immer ein Sicherheitsrisiko. Dem können Sie mit den folgenden Tipps entgegenwirken und Spiele im Internet und per App sicher spielen.

Auf seriöse Quellen und Betreiber achten
Ein wesentlicher Punkt bei der Auswahl der Spiele ist, dass die Betreiber seriös sind und ihren Nutzern Sicherheit gewährleisten. Grundsätzlich sollten Sie nur kopiergeschützte Spiele in den offiziellen Stores herunterladen. Mit dem Download geknackter Spiele verstoßen Sie gegen Urheber- und Nutzungsrechte und riskieren, dass mit der Installation Schadsoftware auf Ihrem Gerät landet.

Im Bereich Glücksspiel gehört die Kundensicherheit ebenfalls zu den Kriterien, die ein vertrauenswürdiges Portal erfüllen muss. Zunächst sollte das Onlinecasino legal sein, also eine entsprechende Lizenz von einer der Regulierungsbehörden haben. Außerdem müssen Sicherheit und Spielerschutz gegeben sein. Dazu gehören die Aspekte Datenschutz, Eindämmung der Gefahren der Spielsucht und Verschlüsselung der Zahlungsinformationen. Genauso spielen die Betragshöhe und die Dauer der Ein- und Auszahlung eine Rolle.

Neben den Sicherheitsaspekten ist für viele Nutzer die Auswahl der Spiele von großer Bedeutung. Ein gutes Online-Casino ist nicht unbedingt daran zu erkennen, dass es möglichst viele Automaten- und Tischspiel-Varianten im Portfolio hat. Vielmehr sollte das Angebot auf Qualität fokussiert sein. Seriöse Casino-Betreiber arbeiten aus diesem Grund mit erfahrenen Spieleanbietern zusammen.

Apps sorgfältig auswählen
Installieren Sie ausschließlich Spiele-Apps, die ausreichende Vorkehrungen treffen, um ihre Nutzer vor Spam, Phishing-Nachrichten und jugendgefährdenden Inhalten zu schützen.

AGB und Nutzungsbedingungen gründlich durchlesen
Ehe Sie im Internet oder über Ihr Smartphone ein Spiel spielen, sollten Sie sich die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und die Nutzungsbedingungen gründlich durchlesen. Darin ist vermerkt, auf welche Informationen und Dateien das Spiel zugreifen kann und ob möglicherweise versteckte Kosten auf Sie zukommen.

Regelmäßig Updates herunterladen
Installieren Sie regelmäßig die Software-Updates Ihres Smartphones, Tablets oder Computers, um mögliche Sicherheitslücken zu schließen. Das gilt auch für App-Updates, die Schwachstellen ausbessern und für erhöhte Sicherheit sorgen. Außerdem ist ein guter Schutz gegen Viren und andere Schadsoftware wichtig.

Sicher Online-Banking betreiben
Online-Banking wird zunehmend beliebter – schließlich ist es deutlich bequemer, Überweisungen, Lastschriften und Abbuchungen zu veranlassen als dafür jedes Mal zur Bank zu gehen. Allerdings gibt es auch beim Online-Banking Sicherheitsrisiken, die Sie kennen und gegen die Sie angehen sollten.

Online-Banking nur mit Schutz
Betreiben Sie Online-Banking möglichst immer nur über Ihre eigene, gut gesicherte WLAN-Verbindung und nicht im öffentlichen WLAN-Netz. Verwenden Sie außerdem ausschließlich geschützte Geräte, die mit einem aktuellen Anti-Viren-Programm ausgestattet sind.  Geben Sie Ihre Kontodaten nicht in öffentlichen Portalen, sozialen Netzwerken und anderweitig über das Internet preis.

Ein sicheres Passwort wählen
Wie bei allen Online-Accounts ist es auch oder ganz besonders beim Online-Banking sehr wichtig, ein sicheres Passwort zu erstellen, damit sich kein Unbefugter Zugang zu den Konten verschaffen kann. Bewahren Sie die Zugangsdaten an einem geschützten Ort und vor allem offline auf.

Ein sicheres TAN-Verfahren wählen
Eine Transaktionsnummer (TAN) ist sozusagen ein Einmalpasswort, das in der Regel aus sechs Ziffern besteht. TANs dazu genutzt, einen Auftrag an die Bank online zu genehmigen, ersetzen also die Unterschrift. Es gibt verschiedene TAN-Verfahren – Sie als Nutzer können unter den Optionen, die Ihre Bank anbietet, das Verfahren wählen, das für Sie am besten passt. Allerdings ist die Sicherheit der Verfahren unterschiedlich hoch.

  • Sehr hohe Sicherheit: photoTAN und QR-TAN (Grafik am PC, die mit einem Lesegerät oder einer Smartphone-App ausgelesen wird), chipTAN (TAN-Generator, der nur mit der EC-Karte funktioniert, wird vor den Bildschirm gehalten, um TAN zu generieren)
  • Hohe Sicherheit: pushTAN (Smartphone-App, die erst entsperrt wird und erst nach der Bestätigung der Überweisungsdaten die TAN freigibt), mTAN (TAN wird in einer SMS auf das Smartphone geschickt)

Den Kontostand absichern
Vereinbaren Sie mit Ihrer Bank ein Tageshöchstlimit für Konto-Transaktionen. Dadurch verhindern Sie, dass Unbefugte Ihr komplettes Konto räumen können. Das Tageshöchstlimit können Sie meist auch über Ihren Account selbst festlegen.

Um ganz sicher zu gehen, dass sich niemand Unbefugtes an Ihrem Geld zu schaffen macht, sollten Sie zusätzlich zu den Schutzmaßnahmen regelmäßig die Kontobewegungen auf ungewöhnliche Abbuchungen überprüfen. 

Kinder vor Gefahren schützen
Gerade auf Kinder übt das Internet mit seiner Vielfalt an Möglichkeiten eine ungemeine Faszination aus. Dazu kommen sie immer früher mit Tablets und Smartphones in Kontakt. Kleinkinder schauen sich darauf ihre Lieblingsserie an oder spielen lustige Spiele. Als Teenager sind sie in den sozialen Netzwerken aktiv, chatten mit ihren Freunden und schauen sich Videos auf YouTube an.

Der Umgang mit dem Smartphone und das Surfen im Internet ist für Kinder vor allem ein spaßiger Zeitvertreib. Viel zu oft wissen sie nichts von den potenziellen Gefahren und Risiken.

Kinder über Risiken aufklären
Kinder müssen erst lernen, welche Gefahren im Netz lauern und wie sie diese umgehen. Um sich sicher im Netz zu bewegen, müssen sie wissen, dass es nicht jeder gut mit ihnen meint und dass sich im Internet viele Menschen und Firmen bewegen, die vor allem ihr Geld, persönliche Informationen oder Schlimmeres von ihnen wollen.

Für die Sicherheit ihrer Kinder ist es wichtig, dass Eltern ihnen das richtige Verhalten im Netz und den Umgang mit dem Internet beibringen. Anstatt das Surfen zu verbieten, sollten Eltern ihre Kinder kontrolliert an das Internet heranführen und dabei ein Bewusstsein für die möglichen Gefahren schaffen.

Auf diese Weise bauen Kinder und Teenager nach und nach ihr Wissen und ihre Fertigkeiten in Bezug auf das Internet aus und wachsen zu medienkompetenten jungen Erwachsenen heran. Dadurch sinkt das Risiko, dass sie Opfer von Cyberkriminalität werden.

Keine persönlichen Daten preisgeben
Im Internet werden die Nutzer in verschiedenen Zusammenhängen dazu aufgefordert, persönliche Daten preiszugeben. Gerade Kinder, die es noch nicht besser wissen, geben in Chat-Foren oder in den sozialen Medien häufig sehr leichtfertig persönliche Daten und private Details aus ihrem Leben an: Ihren echten Namen, ihre Adresse, auf welche Schule sie gehen, Fotos und Ähnliches.

Adresshändler kaufen solche Daten und geben sie an Dritte weiter. Genauso können aber andere Nutzer, beispielsweise Erwachsene mit pädophilen Neigungen, die Daten für kriminelle Zwecke verwenden und die Kinder belästigen oder erpressen.

Zum Schutz vor sexueller Anmache, Cybermobbing oder anderen Online-Gefahren sollten Eltern ihren Kindern einschärfen, dass sie niemals ihre privaten Daten und nicht einmal ihren richtigen Namen angeben, wenn sie in den sozialen Netzwerken oder in Chatforen unterwegs sind.

Es gilt, so gut wie möglich zu vermeiden, dass irgendjemand die wahre Identität der Kinder herausfinden kann. Ist die Angabe einer E-Mail-Adresse erforderlich, sollte es nicht die private sein. Stattdessen sollen Kinder eine E-Mail-Adresse verwenden, die keinen Hinweis auf die Identität oder andere persönliche Informationen gibt. Zudem sollten Eltern ihren Kindern klar machen, dass sie nie wissen können, wer das Gegenüber im Chat wirklich ist, und dass sie vorsichtig sein müssen.

Sichere Webseiten wählen
Abgesehen von der Angabe persönlicher Informationen spielt aber auch die Wahl des Chatrooms eine wichtige Rolle bei der Sicherheit. Immer wieder kommt es zu Fällen, in denen Kinder und Jugendliche in Chatforen Gefahren und Risiken ausgesetzt sind, wie der aktuelle Bericht über Jugendschutz im Internet ausführt. Etwa, weil sie gemobbt, bedrängt und sexuell belästigt werden oder auf Seiten geleitet werden, die nicht für sie geeignet sind.

Eltern sollten daher darauf achten, dass die Chats, in denen ihre Kinder aktiv sind, unbedenklich und tatsächlich für die Altersgruppe geeignet sind. Wichtig ist auch, dass die Chatverläufe durch eine Moderation kontrolliert werden, die notfalls eingreift. Es sollten keine persönlichen Daten abgefragt werden und es sollten keine privaten Chats abseits der Community möglich sein.

Das Problem Cybermobbing
Ein weiteres Risiko, das vor allem junge Internetnutzer betrifft, ist das Cybermobbing. Immer wieder werden Kinder und Jugendliche von anderen Nutzern in den sozialen Medien bloßgestellt und schikaniert. Das geschieht durch Beleidigungen oder Gerüchte, die verbreitet werden, aber auch durch Videos und Fotos, die das Opfer in teils aktiv herbeigeführten, entwürdigenden oder anderweitig unvorteilhaften Situationen zeigen.

Wenn Eltern den Verdacht haben, dass ihr Kind Opfer von Cybermobbing geworden ist, sollten sie sich an die Schule wenden und dort um Unterstützung bitten. Außerdem sollten sie umgehend die Betreiber der Internetseiten darüber informieren. Falls das nicht hilft, können Eltern in schweren Fällen bei der Polizei Anzeige erstatten, etwa wegen übler Nachrede oder der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs.