Ratgeber

Internet Wenn unerwünschte Post überhandnimmt, sollten Nutzer aktiv werden

Strategien gegen Spam-Mails

Bonn/Berlin.Nicht jeder User erkennt eine Spam-Mail gleich auf Anhieb. Ein falscher Klick – und schon ist die Schadsoftware auf dem Rechner. Dies kann in der Folge zu einem Totalausfall des Computers führen.

Damit Verbraucher nicht in die Spam-Falle geraten, legen sich die meisten eine Virenschutzsoftware zu und halten ihr Betriebssystem auf dem neusten Stand. Schon mal nicht schlecht. Die Verbraucherzentralen haben noch ein paar Tipps auf Lager: Zum Beispiel raten sie, bei der Wahl der eigenen E-Mail-Adresse darauf zu achten, keine vollständigen Namen zu offenbaren. Außerdem sollten Nutzer ihre E-Mail-Adresse möglichst nur Personen mitteilen, die sie persönlich kennen.

Links immer skeptisch begegnen

Stephan Dörner vom Magazin für digitale Zukunft „t3n“ rät: „Es ist besser, wenn die E-Mail-Adresse nicht öffentlich im Web auffindbar ist, sodass diese nicht automatisiert von sogenannten Web-Crawlern aufgelesen und damit für Spam-Nachrichten missbraucht werden kann.“

Wer erkannt hat, dass es sich bei einer Mail um eine Spam-Nachricht handelt, sollte nicht den Fehler machen, einen Link darin zu öffnen oder auf die Nachricht zu antworten. „Werden Links angeklickt, könnte das der Verifizierung der eigenen Mail-Adresse dienen“, erklärt Lisa Hinze vom Telekommunikationsmagazin „Teltarif“. Auch auf Links, die vermeintlich dazu dienen, sich aus einer Empfängerliste auszutragen, sollten Verbraucher nicht klicken. Auch das kann als Bestätigung für die Existenz des betreffenden E-Mail-Kontos dienen – die Folge ist eine weitere Mail-Flut.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rät, schon bei Betreffzeilen vorsichtig zu sein: „Bevor Mails mit Betreffzeilen wie „Re: Ihre Anmeldung“ oder „Sie haben gewonnen!“ geöffnet werden, sollte man besser erst einmal auf den Absender schauen.“ Hierbei wird meist die kryptische Mailadresse des Versenders sichtbar, und die Mail kann als Spam markiert werden.

Idealerweise besitzen Verbraucher mehrere Mailadressen. Diese sollten nach Wichtigkeit sortiert werden. Sprich: Eine Adresse gilt nur für berufliche Kontakte und eine andere für private Zwecke wie soziale Netzwerke oder Online-Shopping.

Bei vielen Mail-Dienstleistern gehört ein Spamfilter mittlerweile zum Standardprogramm. GMX bietet etwa neben einem Spam- und Virenschutz auch eine Blacklist. Die fungiert als persönliche Sperrliste. Hier werden alle Mailadressen aufgenommen, von denen der Nutzer auf keinen Fall Post erhalten möchte.

„Der Spam-Schutz ist allerdings bei allen wichtigen E-Mail-Anbietern auch automatisch aktiv“, sagt Dörner. Viele Spamfilter sind darüber hinaus lernfähig. Sprich: Wenn Nutzer eine Mail als „Spam“ markieren, wird die nächste Nachricht vom gleichen Absender in häufigen Fällen als Spamverdacht abgespeichert. Allerdings können hierbei auch Fehler passieren.

Deswegen haben Anwender die Möglichkeit, manuell zu korrigieren, um so fälschlich als Spam markierte Mails aus dem Spam-Ordner zu fischen. Ebenso können nicht erkannte Spam-Mails nachträglich markiert werden, sagt Lisa Hinze. Wenn diese Lernphase abgeschlossen ist, arbeiteten diese Filter in der Regel recht zuverlässig, so ihre Erfahrung.

Das BSI empfiehlt zudem, sich in die Robinsonliste des Interessenverbands Deutsches Internet (I.D.I.) einzutragen. Diese Liste soll Verbraucher vor unerwünschter Werbung schützen. Nutzer tragen kostenlos ihre Mailadresse auf der Website der Robinsonliste ein und erstellen ein sogenanntes Schutzkonto. Dazu müssen jedoch auch persönliche Daten wie Anschrift und voller Name angegeben werden. Registrierte Unternehmen haben Zugriff auf diese Liste und können die eingetragenen Adressen aus ihrer Datenbank löschen, informiert das BSI.

Allerdings gibt es auch Kritikpunkte. „Häufig zeigt der Eintrag in eine Robinsonliste gar keinen Effekt“, sagt Lisa Hinze. Firmen seien nicht dazu verpflichtet, sich dort zu registrieren und ihre Adresslisten mit den dort hinterlegten Mail-Adressen der Verbraucher, die keine Werbung wollen, abzugleichen.

Ein Patentrezept gegen jegliche Spamangriffe gibt es nicht. „Datensparsamkeit hilft zum Beispiel nicht gegen Spammer, die wahllos und maschinell alle möglichen Namen und Begriffskombinationen durchprobieren“, sagt Lisa Hinze. Ein Risiko bleibt also immer.

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