Ratgeber

Verbund- und Isolierglas: Herstellung, Maschinen und Nutzung

Archivartikel

Schon lange bevor die Menschen mit der Glasproduktion begannen, existierte das Material. Es entstand ganz natürlich, wenn extreme Hitze auf Quarzsand traf. Das war der Fall, wenn Blitze oder Vulkane in Sandgebieten ihr Unwesen trieben. Allerdings kam die Menschheit ebenfalls früh auf den Gedanken, diesen besonderen Werkstoff zu nutzen. Die ersten Funde sind auf die Zeit um 1500 vor Christus datiert. Bis heute ist viel Zeit vergangen und der Werkstoff Glas ist mittlerweile in so gut wie jedem Bereich zu Hause. Beeindruckende Glasfronten schießen in Großstädten seit der Trennung von Gebäudehülle und Gebäudetragewerk im Zuge der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts in vielseitiger Form aus dem Boden. Ein Unterschied zu damals ist die Weiterentwicklung der Gläser, denn Dreifach-Isolierverglasung ist keine Seltenheit mehr und wird in den kommenden Jahren immer mehr zum Standard avancieren. Neben den Eigenschaften des wandelbaren Werkstoffes haben sich auch die Herstellungsverfahren stark weiterentwickelt, sodass heute hochwertige Maschinen die reibungslose Produktion von Glas gewährleisten.

Früher und heute: Glasbläser gegen Maschinen – die Glasfertigung entwickelt sich immer weiter


In Deutschland waren vor allem die Waldgebiete des Mittelgebirges – Thüringer Wald, Bayerischer Wald und Böhmerwald zum Beispiel – für ihre exzellenten Glasmacher bekannt. Bis heute finden sich hier traditionelle Glashütten und Glasbläsereien, wo noch immer hochwertige Kunstwerke produziert werden. Um Isolierglas herzustellen, sind allerdings spezielle Maschinen nötig. Diese entdecken Unternehmen aktuell beispielsweise bei Anbietern für innovative Einzel- und Gesamtlösungen im Bereich der Flachglasverarbeitung und -veredlung wie LiSEC. Die Einzelmaschinen des Fertigungsexperten erleichtern die Produktion sowie die Weiterverarbeitung von u.a. Isolierglas. LiSEC bietet   Anlagen für den Glaszuschnitt, die Glasbearbeitung, Logistiksysteme und Vorspannöfen aber auch Linien zur Herstellung von Isolierglas oder Laminierglas. Mithilfe dieser Maschinen ist heutzutage eine Vielzahl an Glasarbeiten möglich. Sie kommen zum Einsatz, wenn massive Bauten mit leichten, transparenten Glasfassaden errichtet werden sollen, aber ebenso um das Glas für Türen, Anlagen wie Wintergärten oder Böden zu verarbeiten. Im Gegensatz zu damaligen Techniken und Lösungen zur Glasherstellung und -bearbeitung hat sich die Branche enorm weiterentwickelt. Zumal Glasbläser lediglich für kleine und feine Glasarbeiten zuständig sind und Unternehmen wie LiSEC sowohl Einzelkomponenten als auch vielseitige Komplettsysteme für die Isolier- und Verbunglasfertigung inklusive Glaskanten-Bearbeitungsmaschinen liefern.

Kleiner Exkurs: So entstand das heutige Isolier- und Verbundglas 

Spezialglas wie Verbundglas existiert bereits seit 1903. Der Franzose Édouard Bénédictus entdeckte es mehr durch Zufall als durch eine chemische Forschung. Ihm fiel in seinem Labor eine Flasche aus der Hand. Als diese nicht zerbrach, stellte er fest, dass die Flasche in der Vergangenheit mit Nitrocellulose gefüllt war. Diese schien verdunstet zu sein und hatte eine Schutzschicht auf die Wand der Flasche gelegt. Dadurch wurde das Glas beim Aufprall zusammengehalten. Schnell entwickelte er daraus die Idee vom „verklebtem Glas“. Mittlerweile wird Verbundglas aus mindestens zwei Scheiben gefertigt. Zwischen diesen befindet sich eine weitere Schicht, die aus Kunststoff besteht und alles zusammenhält. Sind mehrere Scheiben auf diese Art und Weise miteinander verbunden, handelt es sich um schusssicheres Panzerglas, welches beispielsweise Geldtransporter vor Überfällen schützt.

Darüber hinaus erfüllen Verbund- und Isolierglas heutzutage wichtige Aufgaben, um die Gebäude nach außen hin zu schützen. Wärme-Dämmisolierglas ist in der Lage, Heizwärmeverluste zu stoppen und den Innenraum auf der bevorzugten Temperatur zu halten. Große Gebäudekomplexe in den Innenstädten profitieren zudem von Isolierglasfenstern mit selbstreinigenden Eigenschaften. Von solchen Fronten entfernt sich Wasser beinahe ohne Rückstände wie von selbst. Dadurch entsteht logischerweise weniger Aufwand in puncto Außenreinigung. Eine sehr wichtige Eigenschaft ist der Schallschutz. Ob Straßenlärm, Flugzeuge oder Züge, eine dauerhafte Geräuschkulisse schmälert Wohnambiente und Arbeitsklima. Aus diesem Grund sind moderne Isolierglasfenster imstande, diesen Lärm nicht ins Innere vordringen zu lassen.

Große Fensterfronten erfahren immer mehr Beliebtheit – auch im Eigenheim

Dass helles Tageslicht in großen Gebäudekomplexen mit zahlreichen Büros für ein besseres Arbeitsklima sorgt, ist kein Geheimnis und kein Phänomen, das nur im beruflichen Rahmen vorkommt. Im privaten Bereich sehnen sich immer mehr Hausbesitzer nach Licht und Wärme, was im Eigenheim durch große und einladende Fenster umsetzbar ist. Schon lange sind Standardfenster keine Option mehr, denn für den perfekten Durchblick dürfen es in jedem Raum individuelle und andere Fenster sein. Im Trend liegen riesige Fassaden und große Fronten. Damit einher gehen allerdings ein paar Probleme. Wärmeverlust und zu starke Sonneneinstrahlung sind im Wohneigentum zwei Faktoren, die es zu bedenken gilt. Deshalb sind insbesondere im Eigenheim Fenster mit energiesparenden Eigenschaften, Wärmedämmung, Sonnen- und Lärmschutz von großer Bedeutung.

Tipp: Daran lassen sich alte Fenster erkennen

Wer sich heutzutage gegen einen Neu- und für einen Altbau entscheidet, der hat im Regelfall einige Sanierungs- und Renovierungsschritte auf der To-do-Liste. Ein großer, wichtiger Punkt sind die Fenster. Um zu wissen, wann diese am besten ausgetauscht werden sollte, ist es ratsam, folgende Details zu prüfen:

· Fensterstärke an der Spiegelung erkennen: Wie es um ein Fenster im Altbau bestellt ist, erkennen zukünftige Besitzer, indem sie ein Feuerzeug an die Scheibe halten. Spiegelt sich die Flamme mehrere Male hintereinander, besteht das Fenster meist aus verschiedenen Einzelscheiben. In solchen Fällen ist es Zeit für eine Sanierung und moderne, energetische Verglasungen.

· Baujahr des Fensters: Häufig gibt auch schon das Baujahr der Fenster die nötige Auskunft. Bis 1978 wurden beispielsweise nur einfach verglaste Fenster eingesetzt. Danach waren es Verbundfenster mit zwei Scheiben pro Fenster. In beiden Fällen ist ein Austausch ratsam.

· Dicke des Rahmens: Fenster, die vor 1978 eingebaut wurden, besitzen meist einen sehr, sehr dünnen Rahmen, der weniger als sechs Zentimeter misst. Hier empfiehlt sich ein komplett neuer Satz Fenster.

· Mangelhafte Dichtungen: Zugluft, Feuchtigkeit und im schlimmsten Fall Schimmelbildung sind drei Faktoren, die eine mangelhafte Dichtung am Fenster mitbringen. Auch hier ist eine Sanierung der Fenster unumgänglich.