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Winterzeit ist Erkältungszeit: Das hilft bei Schnupfen, Husten, Heiserkeit

Die kalte Jahreszeit nähert sich mit großen Schritten und mit ihr kommt die Erkältungszeit. Husten, Schnupfen, Heiserkeit und Co. machen jedes Jahr vielen Tausend Menschen aller Altersschichten zu schaffen. Gerade in diesem Jahr möchten viele den Gang zum Hausarzt vermeiden. Hier ist es sinnvoll, sich bereits frühzeitig mit Hausmitteln und frei verkäuflichen Medikamenten aus der Apotheke einzudecken, um im Falle des Falles schnell handeln zu können. Viele kleinere Erkältungssymptome lassen sich mit einfachen Mitteln bekämpfen, sodass es nicht zu einer längeren Erkrankung kommt. Was hilft und worauf Eltern bei ihrem Nachwuchs achten sollten, erklärt dieser Beitrag.

Der Klassiker: Schnupfen und die laufende Nase

Die Nase läuft, das Atmen fällt schwer. Schnupfen gehört zu den wohl häufigsten Erkältungssymptomen. Vor allem Kinder wachen im Herbst und Winter gern mit einer laufenden Nase auf. Für Eltern stellt sich hier vor allem die Frage: Wann dürfen Kinder noch in die Kita, wann sollten sie besser zu Hause bleiben? Hier gilt es, verschiedene Arten von Schnupfen zu unterscheiden.

Gerade in der kalten Jahreszeit ist Schnupfen als Symptom einer Erkältung zu verstehen. Im Frühjahr entsteht Schnupfen häufig auch auf Basis von Allergien wie Heuschnupfen. Ist Letzteres der Fall, können Kinder bedenkenlos in den Kindergarten gehen, wenn sie sich fit genug fühlen. Geht es tatsächlich um einen erkältungsbedingten Schnupfen, ist die Farbe des Sekrets, das aus der Nase läuft, ein erster Anhaltspunkt. Generell gilt hier, ist das Nasensekret eher wässrig und durchsichtig, besteht kein größerer Anlass zur Sorge. Verfärbt sich das Sekret gelb-grün, sollte das Kind zur Sicherheit einem Arzt vorgestellt werden. Es kann sich um eine bakterielle Infektion handeln, die mit einem Antibiotikum behandelt werden muss.

Es gibt zahlreiche Mittel, die gegen den gemeinen Schnupfen, fachsprachlich auch Rhinitis, helfen. Dazu zählen sowohl altbewährte Hausmittel, die Oma schon kannte, als auch Medikamente, die es in jeder guten Apotheke gibt. Es gilt, die Nase feucht zu halten, um das Atmen durch die Nase zu erleichtern. Inhalationen mit heißem Wasserdampf sorgen für ein Abschwellen der gereizten Nasenschleimhäute und wirken zudem entzündungshemmend. Ätherische Öle können den Effekt unterstützen. Wer mit einer verstopften Nase kämpft, kann zudem die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung erhöhen. Auch dies hilft dabei, die Nase zu befeuchten und die akuten Beschwerden zu lindern. Nasentropfen oder Nasensprays aus der Apotheke lassen die Nasenschleimhäute ebenfalls abschwellen und helfen so dabei, das Atmen wieder zu erleichtern. Wer unter einer wunden Nase leidet, kann mit speziellen Wundsalben dafür sorgen, dass die Rötung schnell zurückgeht.

Sollte der Schnupfen trotz aller Hausmittel und Medikamente nicht binnen einer Woche zurückgehen, ist es ratsam, einen Arzt zu konsultieren. Es kann sich beispielsweise um eine Nasennebenhöhlenentzündung handeln, die mit Kopfschmerzen und einem gelblich-grünlichen Nasensekret einhergeht. Auch Fieber in Zusammenhang mit Schnupfen ist ein Indiz dafür, dass eine schwerere Erkrankung zugrunde liegt. Hier kann ein Arzt schnell herausfinden, welche Medikamente sinnvoll sind.

 

Husten und Heiserkeit sind nicht zu unterschätzen

Neben dem Schnupfen sind Atemwegserkrankungen im Herbst und Winter nicht zu unterschätzen. Meist beginnt es ganz harmlos mit einem leichten Kratzen im Hals. Betroffene müssen sich häufiger räuspern oder ihnen bleibt die Stimme weg. Dann manifestiert sich ein trockener Husten, der nicht selten mit Schmerzen im Bronchialbereich einhergeht. Doch was hilft gegen hartnäckigen Husten und das unangenehme Kratzen im Hals?

Lutschbonbons für den Hals sind für viele Patienten das erste Mittel der Wahl, wenn es um die Bekämpfung von Hustenreiz geht. Sie helfen dabei, das Kratzen zu lindern und unterdrücken so den unangenehmen Drang, zu husten. Hier ist jedoch Vorsicht geboten: Viele Hustenbonbons können bei übermäßiger Einnahme abführend wirken! Sinnvoll ist es in jedem Fall, viel zu trinken. Ob Wasser oder Tee bleibt dabei dem Einzelnen überlassen. Die Flüssigkeit befeuchtet den Rachen und lindert so die Beschwerden. Auch das Gurgeln wird von vielen Ärzten immer wieder empfohlen. Dafür eignen sich verschiedene Rezepturen, die leicht online zu finden sind. Eine weitere Möglichkeit, den Husten in den Griff zu bekommen, sind ätherische Öle. Diese helfen vor allem gegen den sogenannten produktiven Husten, der mit Auswurf einhergeht. Folgende Öle kommen in Frage:

 

  • Pfefferminz
  • Fenchel
  • Anis
  • Thymian
  • Lavendel
  • Eukalyptus

Sie lassen sich wunderbar auf Brust und Rücken des Patienten verreiben. Danach gilt es, für mindestens eine halbe Stunde Ruhe zu halten und tief durchzuatmen. Die Entspannung tut dem Körper ebenfalls gut. Wichtig: Der Patient sollte gut zugedeckt sein, um nicht zu frieren.

Neben diesen Hausmitteln werden in der Apotheke viele klassische Hustensäfte angeboten. Diese gelten entweder als Hustenlöser oder als Hustenstiller. Hustenlöser sollen den festsitzenden Schleim in den Atemwegen lösen und das Abhusten erleichtern. So können sich krankmachende Bakterien nicht mehr ansiedeln und die Erkältung geht schnell vorüber. Wer vor allem nachts unter trockenem Husten leidet, greift hingegen zum Hustenstiller. Diese Medikamente unterdrücken den Hustenreiz, sodass der Patient freier atmen und besser schlafen kann. Generell sind Hustensäfte nur empfohlen, wenn der Betroffene sehr unter den Symptomen leidet.

Husten kann auch ernste Ursachen haben

Neben einem einfachen grippalen Infekt kann Husten weitere Ursachen haben, die zum Teil sehr ernstzunehmend sind. Deshalb sollte ein Patient, der bereits länger unter Husten leidet, zur Sicherheit den Hausarzt aufsuchen. Dieser kann abklären, ob eine ernste Erkrankung hinter den Symptomen steckt. Geht der Husten beispielsweise mit Atemnot oder hohem Fieber einher, ist die Gefahr einer schweren Grunderkrankung gegeben. Wird bei produktivem Husten Blut ausgeworfen, ist ein Arztbesuch dringend anzuraten. Am Wochenende führt der Weg am ehesten in die Notaufnahme. Neben der klassischen Erkältung können Entzündungen im Bereich der Lunge oder des Rippenfells ursächlich für den Husten sein. In besonders schweren Fällen kann sogar eine Lungenembolie oder Lungenkrebs vorliegen.

Kopf- und Gliederschmerzen schnell bekämpfen

Studien zufolge leiden bis zu 90 Prozent der deutschen Bevölkerung unter Kopfschmerzen. Die Ursachen für Schmerzen im Kopf- und Gliederbereich sind vielfältig und sollten, vor allem, wenn sie länger anhalten, mit einem Spezialisten abgeklärt werden. Auch im Rahmen von Erkältungen treten Kopf- und Gliederschmerzen immer wieder auf.

Wenn die Muskeln und Gelenke im Zusammenhang mit einer Erkältung schmerzen, deutet das darauf hin, dass der Körper sich im Kampf gegen den Erreger befindet. Das Immunsystem ist aktiv und hilft dem Körper, sich zu heilen. Das Gleiche gilt für Kopfschmerzen. Der wichtigste Rat für Patienten, die unter Schmerzen leiden: Ruhe halten! Sport ist während einer Erkältung sowieso nicht zu empfehlen, da das Immunsystem damit beschäftigt ist, gegen die Krankheitserreger anzukämpfen. Fühlen die Patienten sich gut, kann moderate Bewegung wie ein kleiner, leichter Spaziergang an der frischen Luft helfen. Geht die Erkältung mit Schmerzen und möglicherweise sogar mit Fieber einher, heißt es nicht selten, dass Bettruhe empfohlen wird. Das ist allein deshalb sinnvoll, damit der Körper sich vollständig auf die Genesung konzentrieren kann. Auch wenn viele Deutsche trotz leichter Erkältungssymptome arbeiten gehen, sollten sie dies mit Schmerzen oder Fieber lieber unterlassen.

Neben Ruhe gibt es weitere Hausmittel, die Schmerzen im Rahmen einer Erkältung lindern können. Dazu gehört ein warmes Bad. Es entspannt die Muskeln und hilft dabei, zur Ruhe zu kommen. Badezusätze mit ätherischen Ölen können gleichzeitig die Atemwege befreien. Wichtig ist, dass das Bad nicht zu heiß ist und maximal 15 Minuten dauern sollte. Sonst drohen Kreislaufprobleme! Feuchte Wadenwickel können ebenfalls die Schmerzen in Muskeln und Gelenken lindern. Reichen die normalen Hausmittel nicht aus, sind Schmerzmedikamente oft das Mittel der Wahl. Sie lindern den Schmerz und helfen dabei, dass der Patient zur Ruhe kommen kann. Vor allem zur Nacht sind Schmerzmittel bewährt, da sie für einen erholsamen Schlaf sorgen. Wichtig ist hier, die Medikamente nicht zu häufig einzunehmen.

Wenn Schmerzen im Rahmen einer Erkältung nicht nach etwa einer Woche abklingen, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Auch bei hohem Fieber über 39 Grad Celsius, das länger anhält oder sich nicht senken lässt, ist der Hausarzt die richtige Adresse. Er kann herausfinden, ob es andere Ursachen für diese Symptome gibt. Wenn neben den Gliederschmerzen ein kribbelndes Gefühl in Händen oder Füßen auftritt, kann es sich außerdem um eine Nervenerkrankung handeln. Auch hier kann der Arzt mögliche Ursachen einfach und schnell abklären.

 

So werden Schluckbeschwerden und Halsschmerzen gelindert

Neben dem bekannten Husten mit entsprechenden Rachenschmerzen gibt es eine weitere Symptomatik im Hals: Schluckbeschwerden. Vor allem Menschen, die ihre Gaumenmandeln noch besitzen, leiden in der Erkältungssaison unter diesem Symptom. Vor allem beim Essen und Trinken schmerzt der Hals und macht jede Nahrungsaufnahme zur Qual. Das ist besonders bei Kindern gefährlich, denn sie verweigern schnell jedes Essen und Trinken. Auch für Erwachsene stellen Schluckbeschwerden ein Problem dar, denn das wichtigste Hausmittel wird so zum Problem: viel trinken. Umso wichtiger ist es, Schluckprobleme bereits im Keim zu ersticken!

Zu den bewährten Hausmitteln gehört natürlich auch hier, viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Sowohl Wasser als auch Tee, beispielsweise Salbei- oder Ingwertee eignen sich hier. Wichtig ist, dass das Getränk der Wahl nicht eiskalt ist und möglichst keine Kohlensäure enthält. Säurehaltige Getränke verstärken die Schmerzen im Hals unnötig. Wärmende Halswickel sind bei Halsschmerzen besonders angenehm. Bei Schluckbeschwerden hingegen können kühlende Wickel wohltuend sein. Patienten probieren deshalb am besten aus, was ihnen guttut. Auch bei Schluckbeschwerden hat sich das Gurgeln als Hausmittel bewährt. Gute Ergebnisse lassen sich mit Kamillen- und Salbeitee erzielen. Die Kräuter wirken entzündungshemmend und helfen so dabei, die akuten Beschwerden zu lindern.

Haben Betroffene bereits starke Schluckbeschwerden, sodass die Nahrungsaufnahme schwerfällt, gibt es in der Apotheke Tabletten, die die Beschwerden lindern sollen. Meist sind es Lutschtabletten mit medizinischen Wirkstoffen, die die gereizten Stellen betäuben und die Entzündung lindern. Patienten, die häufiger mit solchen Beschwerden zu tun haben, kennen bestimmt das betäubte Gefühl auf der Zunge.

Patienten, deren Gaumenmandeln noch nicht entfernt wurden, sollten sich bei übermäßig starken Beschwerden an ihren Facharzt wenden. Der Hals-Nasen-Ohrenarzt, kurz HNO, kann abklären, ob es sich um eine Mandelentzündung handelt, die mit Antibiotika behandelt werden muss. Auch eine Operation kann helfen, die Beschwerden langfristig in den Griff zu bekommen.

 

Vorbeugende Maßnahmen schützen vor einer Erkältung

Am schönsten wäre es doch, wenn eine Erkältung einfach umgangen werden könnte. Viele Faktoren sind dafür verantwortlich, dass Patienten eine Erkältung bekommen. Nicht alle lassen sich kontrollieren. Dennoch gibt es ein paar Dinge, die Menschen tun können, um das Risiko zu vermindern, eine Erkältung zu bekommen. Als vorbeugende Maßnahmen gelten einerseits Möglichkeiten, das Ansteckungsrisiko zu minimieren und andererseits die Stärkung des eigenen Immunsystems.

Dabei kommt es ganz darauf an, den eigenen Alltag so zu optimieren, dass eine Ansteckung möglichst unwahrscheinlich wird. Wer viel psychischen Stress hat, beispielsweise auf der Arbeit, sollte abends unbedingt zur Ruhe kommen und sich entspannen. So hat der Körper Zeit, sich zu regenerieren. Sport, vor allem an der frischen Luft, ist ebenfalls wichtig, um die Immunabwehr zu stärken. Natürlich darf zudem eine gesunde Ernährung nicht fehlen. Diese bildet die Basis eines gesunden Körpers, der fit ist und gegen Erkältungsviren und Bakterien ankämpfen kann.

 

Eine Erkältung von der Grippe oder Corona unterscheiden – aber wie?

Vor allem in diesem Jahr sind viele Patientinnen und Patienten unsicher. Gehören die akuten Symptome nun zu einem einfachen Infekt, zu einer schweren Grippe oder tatsächlich zu einer Infektion mit Covid-19? Die Frage ist nicht verwunderlich, scheinen die Symptome doch zum Teil sehr ähnlich zu sein. Um eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus auszuschließen, helfen neben dem Erkennen der klassischen Symptome auch weitere Faktoren. Personen, die keinen Kontakt zu Infizierten hatten und nicht in einem Corona-Risikogebiet waren, leiden in der Regel unter der bekannten Influenza oder einer Erkältung. Abgesehen davon helfen folgende Punkte:

 

  • Während eine Erkältung fast immer mit Schnupfen und Niesreiz einhergeht, treten diese Symptome bei Grippe und Covid-19 selten bis nie auf.
  • Eine Grippe äußert sich außerdem meist mit Gliederschmerzen und einem Gefühl der Abgeschlagenheit. Ersteres tritt bei Covid-19 selten auf.
  • Produktiver Husten ist nur bei einer Erkältung und der Influenza häufig – Covid-Patienten klagen selten über dieses Symptom.
  • Neuesten Erkenntnissen zufolge tritt bei vielen Covid-Betroffenen ein Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns auf. Sowohl erkältete Patienten als auch solche mit einer Grippe müssen sich um dieses Symptom keine Gedanken machen.

Wer sich dennoch unsicher ist, ob er nur eine leichte Erkältung hat oder unter einer schweren Erkrankung leidet, kann sich mit dem Hausarzt oder dem Gesundheitsamt in Verbindung setzen. Hier gilt es, zunächst anzurufen. Die Spezialisten vor Ort können abklären, ob ein Test auf Covid-19 ratsam ist.