Ratgeber

Wohnungsübergabe: Worauf kommt es an?

Archivartikel

In der heutigen Zeit ist es oft problematisch, eine neue Wohnung zu finden. Das gilt gerade in den Großstädten. Der Wohnraum ist knapp, sodass günstige Wohnungen kaum vorhanden sind. Wird dann doch einmal eine erschwingliche Mietwohnung angeboten, ist der Ansturm an Bewerbern so groß, dass es unwahrscheinlich ist, die neue Wohnung auch zu bekommen. Nicht selten verbringen Wohnungssuchende daher Wochen oder gar Monate mit dem Anschauen von Wohnungsinseraten und auf Wohnungsbesichtigungen. Wenn Sie dann doch endlich das Glück hatten, eine Zusage für eine neue Bleibe zu bekommen, können Sie es sicher kaum noch erwarten und möchten so schnell wie möglich umziehen. Die Wohnungsübergabe wird dann häufig eilig über die Bühne gebracht – ein fataler Fehler. Wenn Ihnen die nötige Aufmerksamkeit fehlt, werden Sie das später wahrscheinlich bereuen. Denn: Die Wohnungsübergabe ist von enormer Bedeutung, wenn es um Mängel geht, weil sie bestimmt, wer beim Auszug für diese aufkommen muss. Aus diesem Grund sollten sich sowohl Mieter als auch Vermieter ausreichend Zeit für die Wohnungsübergabe nehmen und dabei einige wichtige Punkte beachten.

Wohnungsübergabe – worauf Mieter & Vermieter achten sollten
Worauf also kommt es bei der Wohnungsübergabe an?

Übergabetermin clever wählen
Ob eine Wohnungsübergabe erfolgreich ist oder nicht, hängt schon vom Übergabetermin ab. Die Wohnungsübergabe sollte genau wie die Wohnungsbesichtigung bei Tageslicht stattfinden. In den Wintermonaten kann das schwierig sein, gerade wenn Mieter und Vermieter berufstätig sind. Trotzdem lassen sich etwaige Mängel bei Tageslicht einfach viel besser beurteilen. Außerdem sollte die Wohnung vom Vormieter auch bereits komplett geräumt sein, da ansonsten eventuelle Abnutzungserscheinungen oder Mängel von den Möbeln verdeckt werden könnten.

Wohnung auf Mängel untersuchen
Gerade bei den heutzutage meist hohen Mietpreisen ist es wichtig, die Wohnung bei der Übergabe genau auf Mängel zu untersuchen. Wenn vorhandene Mängel zu diesem Zeitpunkt nicht schriftlich festgehalten werden, können sie beim Auszug dem Mieter zugeschrieben werden. Dann kann der Vermieter zum Beispiel die Kaution einbehalten oder Anspruch auf Schadensersatz stellen. Auch für den Vermieter ist eine Untersuchung auf Mängel wichtig, damit er später genau weiß, welche Schäden tatsächlich vom aktuellen Mieter verursacht wurden. Dann kann er seine Anforderungen im Streitfall viel leichter durchsetzen.

Ein Übergabeprotokoll ist wichtig
Alle gefundenen Mängel sollten schriftlich im Übergabeprotokoll festgehalten werden. Es gibt zwar keine Pflicht für die Mietparteien, beim Einzug ein Übergabeprotokoll anzufertigen, allerdings ist dies unbedingt zu empfehlen. Nur so kann der Mieter bei seinem Auszug Rechte wegen der Mängel oder Schäden geltend machen, die schon bei Mietbeginn existierten. Es kommt dabei nicht nur auf den Inhalt des Übergabeprotokolls an, sondern auch darauf, dass es vom Mieter und Vermieter unterzeichnet wird. Da viele Vermieter zwar kein Problem haben, ein Übergabeprotokoll zu unterschreiben, jedoch den mit der Anfertigung einhergehenden Aufwand scheuen, sollte der Vermieter zu Wohnungsübergabe am besten bereits einen Vordruck mitbringen, der dann nur noch ausgefüllt werden muss. Hilfreich zur Erstellung eines solchen Protokolls ist der Leitfaden zum Wohnungsübergabeprotokoll von Immowelt, der auch als PDF-Datei heruntergeladen werden kann. Das Übergabeprotokoll kann seinen Zweck dabei nur erfüllen, wenn darin der Zustand dokumentiert wird, den die Wohnung zum Übergabezeitpunkt hatte. Alle Mängel müssen genau protokolliert werden. Wenn keine Mängel vorhanden sind, wird die sogenannte Mangelfreiheit dokumentiert. Das ist wichtig, wenn es später um Mängelgewährleistungs- oder Schadensersatzansprüche geht. Sofern sich Mieter und Vermieter nämlich während des Mietverhältnisses darüber streiten, ob ein Mangel schon zur Übergabe der Wohnung und somit zu Beginn des Mietverhältnisses existierte oder ob er erst während des Mietverhältnisses verursacht wurde, muss der Mieter beweisen, dass der Mangel schon vorhanden war. Das gilt zumindest dann, wenn dieser Mangel nicht im unterzeichneten Übergabeprotokoll festgehalten wurde. Sofern der Mangel jedoch im Übergabeprotokoll dokumentiert ist, hat der Vermieter keine Möglichkeit, den Mieter wegen der Beschädigung der Mietsache zu Schadensersatz aufzufordern. Genau deshalb ist es für den Mieter so wichtig darauf zu achten, dass sämtliche Mängel, die bereits bei der Übergabe vorhanden waren, ins Protokoll aufgenommen und möglichst ausführlich beschrieben werden. Wenn sich der Vermieter weigert, ein Übergabeprotokoll zu erstellen oder es zu unterschreiben, sollte der Mieter die vorhandenen Mängel fotografieren. Außerdem ist es empfehlenswert, die Mängel von einer dritten Person in Augenschein nehmen zu lassen, die nicht am Mietverhältnis beteiligt ist. So steht im Streitfall ein Zeuge zur Verfügung.