Ratgeber

Zum Start ins Näh-Hobby braucht es dieses Equipment

Knöpfe anzunähen ist ein notwendiges Übel, Socken stopfen tut heute kaum einer mehr. Allerdings rücken neben diese negativen Attribute, die mit dem Nähen direkt in Verbindung stehen, auch positive Assoziationen, denn Nähen scheint eines der neuen Trend-Hobbys zu sein. Was nötig ist, um in diese Kreativ-Gruppe der Do-it-yourself-Szene einzusteigen, verrät dieser Ratgeber.

1.)  Fingerfertigkeiten beim Nähkurs testen

Dieser Tipp soll keineswegs pessimistisch klingen oder gar einem Näh-Newcomer davon abhalten, selbst Klamotten zu nähen, aber: Bevor das komplette Näh-Equipment erworben wird, ist es durchaus sinnvoll, einen Nähkurs zu absolvieren, um zu prüfen, ob die grundsätzliche Fingerfertigkeit zum Nähen gegeben ist. Wie in vielen anderen Hobbys, die Fingerfertigkeit erfordern, gibt es Begabte und weniger Begabte. Wer zur Gruppe der weniger Begabten oder der absolut unfähigen Nähmaschinen-Nutzer gehört, sollte sich besser nach einem anderen Hobby im Bereich Handarbeit umsehen. Wer hingegen bei der Wahl der Freizeitbeschäftigung den richtigen Riecher hatte, könnte direkt beim Nähkurs auch noch eine Idee davon bekommen, für wen genäht wird – wenn nicht (nur) für den eigenen Hausgebrauch. Einen alternativen Ansatz beispielsweise verfolgt diese Idee, für eine bessere Zukunft zu nähen.

2.)  Bei der Wahl der Maschine auf die Stiche achten

Welche Nähmaschine die richtige Wahl ist, ist abhängig davon, was mit Nadel, Faden und dem Lieblingsstoff geschneidert werden soll. Experten raten zu einem simplen Dreierset aus Geradestich, Overlockstich und Zickzackstich, der zur Grundausstattung gehört und viele Nähwerke gestalten lässt. Das Knopfloch-Programm ist eine beliebte Zusatzfunktion, die vor allem Zeit sparen kann. Wer noch unschlüssig darüber ist, welches Material durch die Nähmaschine gleiten soll, sollte auf ein Gerät mit unterschiedlichen Nadelpositionen achten. Damit sowie mit einem Nähfußdruck, der sich verstellen lässt, lassen sich unterschiedliche Materialien problemlos nähen. Grundsätzlich gilt: Der Preis der Nähmaschine steigt mit der Anzahl an Stichen, die sie ermöglicht.

Das Trio aus Stich, Nähgarn und Nähnadel entscheidet maßgeblich über die Qualität des späteren Werks. Um möglichst viele Stoffe bearbeiten zu können, gehören diese vier Nähnadeln zur Grundausstattung:

  • Die Jeansnadel macht ihrem Namen alle Ehre. Sie dient dazu, aus Jeansstoffen neue Nähwerke zu kreieren, die nicht zwingend eine Hose sein müssen, wofür der Denim-Stoff eigentlich bekannt ist.
  • Die Universalnadel ist nicht ganz so universal einzusetzen, wie der Name es vielleicht vermuten lässt. Leinen, Baumwolle, Gardinen und Seide lassen sich jedoch gut damit bearbeiten.
  • Kinderkleidung bzw. Kleidungsstücke, die aus Elasthan, Jersey oder Strickstoffen gefertigt werden sollen, werden idealerweise mit der Jerseynadel vernäht. Sie ist die beste Wahl für elastische Stoffe.
  • Wer sich an weiches bis mittelschweres Leder heranwagen möchte, nutzt in der Regel eine spezielle Ledernadel. Um schweres Leder bearbeiten zu können, ist eine spezielle Maschine nötig.

3.)  Das Set an Zubehör ist übersichtlich

Das, was ein Näh-Neuling bei den ersten Gehversuchen an der Nähmaschine an Zubehör braucht, ist vergleichsweise übersichtlich. Mit dem Maßband werden Maße abgenommen und übertragen. Die Nähkreide bringt das Schnittmuster auf den Stoff. Der Auftrenner lässt kleine Fehler schnell ausmerzen. Das Nähgarn sollte stabil sein, damit es auch in den Händen eines Anfängers nicht ständig reißt. Für den Anfang reicht ein überschaubares Farbset, das mit Sicherheit mit der Zeit aufgestockt wird. Stecknadeln dienen zum Abstecken der Stoffe und die Stoffschere dient zum Zerteilen eben dieser.

Für die Anschaffung der benötigten Stoffe empfehlen Experten einen Fachhändler, der nicht nur Stoffe verkauft, sondern auch nützliche Hinweise zu Stoffen liefert, die der Verarbeitung dienen. Der Canvas-Stoff eignet sich beispielsweise gut für die Herstellung von Kissen, Taschen und Vorhängen. Musselin-Stoff ist gut geeignet für Spuk- und Schmusetücher. Aus weichem Sweat-Stoff lassen sich prima Kleider, Röcke, Mützen und Pullover fertigen. Spezieller Bündchenstoff könnte hingegen dem fast fertigen Kleidungsstück den letzten optischen Schliff geben.

4.)  Schnittmuster suchen und loslegen

Sind die Vorbereitungen abgeschlossen und das nötige Equipment liegt vor, darf das erste Nähstück gefertigt werden. Dafür ist in der Regel ein Schnittmuster nötig. Diese erhalten Anfänger in Fachzeitschriften oder online. Kostenlose Schnittmuster aus den Rubriken Kinderbekleidung, Damenbekleidung, Herrenbekleidung, Accessoires und Taschen gibt es online. Anfängern ist zu empfehlen, mit einem Schnittmuster zu starten, das kleine Fehler bei der Bemaßung leichter entschuldigt. So kann es einfacher sein, mit Taschen und Accessoires zu beginnen, als direkt Bekleidung zu fertigen, die nun mal in einer speziellen Größe geschneidert wird – dann aber nicht zwingend an den Körper der Person passen muss, weil auch Konfektionsgrößen mitunter variieren. Auch in sozialen Netzwerken, wie beispielsweise Pinterest, werden Schnittmuster gerne und häufig getauscht.