Recht und Soziales

Beruf In Verhandlungen auf künftige Aufgaben beziehen

Beim Gehalt nach vorne blicken

Archivartikel

Gute Leistungen können ein guter Grund sein, den Vorgesetzten nach einer Gehaltserhöhung zu fragen. Die Vergangenheit sollte allerdings nicht das zentrale Argument dafür sein, rät Verhandlungstrainerin Anja Henningsmeyer in der Zeitschrift „Brigitte“.

Stattdessen sollte die Grundfrage immer sein, wie das Unternehmen auch in der Zukunft von seinem Arbeitnehmer profitieren kann. Der beste Zeitpunkt für Gehaltsverhandlungen ist daher immer dann, wenn sich die eigenen Aufgaben ändern oder neue Bereiche hinzukommen. Und auch das jährliche Mitarbeitergespräch mit dem Chef ist für die Frage nach dem Geld gut geeignet – denn auch dabei geht der Blick ja nach vorne.

Weniger ist mehr

Darüber hinaus braucht die Forderung nach mehr Geld vor allem gute Gründe – allerdings auch nicht zu viele: Verhandlungstrainerin Henningsmeyer rät eher, vorher nur wenige Argumente zu suchen, und diese dann auch nur mit einem kurzen Halbsatz zu begründen. Ausführlichere Begründungen laden sonst nur zu Diskussionen ein. Aus der Verhandlung wird dann schnell ein Feedback-Gespräch.

Statt langer Argumente sollten sich Arbeitnehmer vor der Verhandlung mit ihrem Vorgesetzten eher Gedanken über die Höhe des neuen Gehalts machen: Wer mehr Geld fordert, darf ruhig auch als erstes eine Zahl in den Raum stellen, rät die Expertin. Schaden kann es in dem Zusammenhang zudem nicht, sich zum Beispiel per Geschäftsbericht über die Situation des Unternehmens zu informieren: So ist man besser auf Gegenargumente wie „Das können wir uns nicht leisten!“ vorbereitet.

Alternativen vorschlagen

Lehnt der Arbeitgeber trotz aller guten Argumente des Arbeitnehmers eine Gehaltserhöhung ab, kann man noch immer über Alternativen sprechen: geldwerte Zusatzleistungen etwa oder flexiblere Arbeitszeitregelungen. Auch darüber sollte man sich möglichst bereits vor der Verhandlung Gedanken machen. So ist gesichert, dass die Alternative zur Gehaltserhöhung tatsächlich weiterhilft, und nicht nur ein Trostpflaster ist. dpa