Recht und Soziales

Intensivmedizin Um Missverständnissen vorzubeugen, sollte eine Patientenverfügung enthalten, was erwünscht ist und was nicht

Klare Anweisungen an Ärzte

Archivartikel

Düsseldorf/Berlin.Unabhängig von der Corona-Pandemie ist es sinnvoll, eine Patientenverfügung zu erstellen – und zwar, sobald eine Person 18 Jahre alt ist. Denn ein Unfall, Schlaganfall oder eine Krankheit können Menschen in jedem Alter treffen und plötzlich verhindern, dass sie ihren Willen selbst äußern können. In solchen Fällen greift die Patientenverfügung: Darin ist festgelegt, welche medizinischen Behandlungen und Maßnahmen ein Mensch in bestimmten Situationen wünscht oder ablehnt. Ärzte müssen sich an die Verfügung halten.

Was gibt es grundsätzlich zu beachten?

Damit eine Patientenverfügung wirksam ist, muss das Dokument schriftlich vorliegen und am Ende vom Verfasser persönlich unterschrieben sein, erklärt die Stiftung Warentest. Das Ganze sollte man in Zeiten guter Gesundheit machen. Es ist sinnvoll, wenn ein Arzt schriftlich bestätigt, dass man beim Verfassen im vollen Besitz seiner geistigen Fähigkeiten war.

Was sollte in einer Patienten- verfügung drin stehen?

Das Dokument gliedert sich meist in zwei Teile. Im ersten Teil steht, in welchen Situationen die Verfügung gilt: etwa im letzten Stadium des Sterbeprozesses, bei einer unheilbaren Krankheit, bei fortgeschrittener Demenz oder bei einem Wachkoma. Im zweiten Teil nennt der Verfasser seine jeweiligen Wünsche – ob er oder sie etwa eine künstliche Beatmung oder Ernährung will, ob Wiederbelebungsmaßnahmen ergriffen werden sollen.

Worauf kommt es bei den Formulierungen an?

Man sollte möglichst eindeutig sein. Wage Formulierungen können unwirksam sein. Der Bundesgerichtshof hat klargestellt, dass die Angaben so konkret wie möglich sein sollten (Az.: XII ZB 61/16). Idealerweise ist die Verfügung individuell verfasst. Doch der Text betrifft weitreichende Entscheidungen. Deshalb ist es sinnvoll, sich beim Verfassen Unterstützung von Experten zu holen.

? Welche Besonderheiten gelten in Corona-Zeiten?

Bei einer Covid-19-Erkrankung besteht die Chance, dass Patienten wieder gesund werden und die Krankheit nicht tödlich verläuft. Wer dennoch auf keinen Fall künstlich beatmet werden will, sollte dies ebenfalls explizit in die Verfügung hineinschreiben. Lehnt jemand zwar grundsätzlich eine künstliche Beatmung ab, will aber bei Covid-19, dass die Mediziner alles Erdenkliche tun, sollte er dies konkret so schreiben. „So lassen sich Missverständnisse vermeiden“, sagt Sabine Wolter von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. dpa