Recht und Soziales

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Nach der Scheidung: So gelingt der Neuanfang

In Deutschland wurden im Jahr 2018 circa 407.000 Ehen geschlossen. Hinzu kamen noch einmal mehr als 6.000 Lebenspartnerschaften, welche im gleichen Zeitraum begründet wurden. Das Statistische Bundesamt beschäftigt sich aber nicht nur mit erfreulichen Aspekten des menschlichen Zusammenlebens. Seit Frauen zunehmend ihre Rechte einfordern und gesellschaftliche Konventionen aufbrechen, ist die Zahl der Scheidungen gestiegen. Mehr als 153.000 Ehen wurden in Deutschland im Zeitraum zwischen Januar bis Dezember 2017 geschieden. Auf den ersten Blick wirkt diese Zahl zwar hoch. Im Vergleich mit zurückliegenden Jahren hat sich die Zahl der Scheidungen allerdings verringert. Mannheim sticht mit einer überdurchschnittlich hohen Scheidungsrate von 101,3 je 10.000 Ehen nach wie vor heraus.

Wie das Bundesamt mitteilt, ist die Zahl der Scheidungen im Vergleich zum Vorjahr um mehr als fünf Prozent zurückgegangen. Ähnlich niedrig war die Zahl der Scheidungen zuletzt in den 1990er Jahren. Was die Statistiken nicht zum Ausdruck bringen: Hinter jeder Ehe, die auf richterlichen Beschluss geschieden wird, stecken mindestens zwei Schicksale. Und in vielen Fällen betrifft die Scheidung nicht nur (Ex-)Ehepartner, sondern auch minderjährige Kinder. Diese leiden unter der Trennung besonders stark – was teils Folgen für den gesamten weiteren Lebensweg hat. Wie lässt sich eine Scheidung für den einzelnen Betroffenen bewältigen?

Die Emotionen fahren Achterbahn: Die Gefühle bei der Trennung

Trennung und Scheidung sind – angesichts der Zahlen – nichts Ungewöhnliches mehr. Betroffene bewerten ihre Situation natürlich ganz anders. Sie stehen plötzlich vor den Scherben eines Lebensentwurfs, den sie über Jahre oder Jahrzehnte aufgebaut haben. Kein Wunder, dass es emotional eine Berg- und Talfahrt ist. Gerade, wenn die Trennung von nur einem Ehepartner ausgeht, werden oft verschiedene Phasen durchlaufen:

1. Schock
Die Nachricht der Trennung bricht wie eine Welle herein. Der überraschte Ex-Partner will die Trennung nicht wahrhaben, versucht seinen Partner vielleicht sogar zurückzugewinnen. In dieser Phase wird versucht, mit dem Versprechen des Neuanfangs noch etwas zu kitten.
2. Depression & Trauer
Diese Phase kann durch einen langen Übergang von Phase 1 gekennzeichnet sein. Es ist klar, dass die Ehe keine Chance mehr hat. Betroffene leiden unter Stimmungsschwankungen zwischen Akzeptanz, Hoffnung, neuem Lebensmut und Trauer. In diesen Momenten wird die zurückliegende Ehe idealisiert, der Fokus richtet sich auf die schönen Situationen.
3. Lebenslust entdecken
Langsam kommt der Lebensmut wieder, die Scheidung ist akzeptiert und die Gedanken zurück an den Partner werden seltener. In dieser Phase entwickeln Betroffene oft auch ein neues Selbstwertgefühl und sehen, dass es auch ohne Partner geht.
4. Neubeginn
Jetzt sind Ehe und Partner Teil der Vergangenheit. In dieser Phase öffnen sich Geschiedene wieder voll fürs Leben und eventuell auch eine neue Beziehung. Der Neustart kann auch ganz unterschiedlich nach außen getragen werden und eine ungeahnte Dynamik entfalten.

Sicht auf das Single-Dasein ändern und es genießen

Zu den Bewältigungsstrategien der Scheidung gehört, das neue Leben anzunehmen. Nach einer Scheidung sind die Ex-Partner Single. Ein Lebensentwurf, der gefühlt in einem anderen Leben stattgefunden hat. Den Alltag plötzlich wieder allein gestalten und bewältigen müssen, ist eine Herausforderung.

Allerdings bringt dies auch einige Vorzüge mit sich. Single sind in vielen Entscheidungen unabhängiger – und nicht mehr an gegenseitige Rücksichtnahme gebunden. Es hilft durchaus, sich in diesem Bewusstsein endgültig vom Ex-Partner abzunabeln und die Vergangenheit hinter sich zu lassen.

Kein Rückblick mit Bitterkeit

Nach der Trennung verändert sich der Blickwinkel auf einige Aspekte der Ehe. Vielleicht werden im Nachhinein erste Anzeichen und Warnsignale klar. Oder es wird erkannt, dass man selbst an gewissen Punkten in den letzten Jahren seine Zweifel an der Ehe hatte. Betroffene laufen Gefahr, die Vergangenheit negativ zu werten.

Verbitterung ist ein Gefühl, das hier mitschwingt. Genau dies wäre allerdings ein Fehler. Die Ehe hatte sicher sehr viele schöne Momente, hat beide geprägt und den Charakter reifen lassen. Diese Erfahrungen bleiben – trotz der Scheidung – positive Aspekte. Und sollten letztlich auch als solche in Erinnerung gehalten werden.

Nicht zur grauen Maus werden

Wer unter einer Trennung leidet, igelt sich schnell zu Hause ein. Um das Geschehen zu überwinden, kann ein eher offensiver Umgang helfen. Der Kontakt zu anderen – etwa Freunden und Bekannten – ist durchaus hilfreich. Auf diese Weise entdecken Betroffene, dass die Sonne durchaus noch so strahlend scheint wie in der Partnerschaft.

Eines ist allerdings zu vermeiden – sich Hals über Kopf in eine neue Partnerschaft stürzen. Dies ist erst dann zu empfehlen, wenn die Trennung und Scheidung verarbeitet wurde. Andernfalls entsteht neuer „Ballast“, welcher zur Belastung zu werden droht.

Finanzielle Scheidungen hinterlassen Probleme

Paare, die sich heute in Deutschland scheiden lassen, waren im Durchschnitt 15 Jahre verheiratet. Im Vergleich zu vergangenen Jahren scheinen Deutsche inzwischen länger zusammenzubleiben. Allerdings kann diese Sichtweise trügerisch sein. In der Vergangenheit wurden Langzeitehen sehr viel seltener geschieden. Heute gehen auch Ehepartner, die 20 Jahre oder länger verheiratet sind, wieder eigene Wege.

Ein kritischer Zeitpunkt ist das Erwachsenwerden der Kinder. In den ersten zwei bis drei Jahren danach kommt es immer wieder zu einer Trennung. Manchmal ist diese auf Zeit – und Ex-Partner finden wieder zusammen. Oft ist der Schlussstrich endgültig.

Eines ist die Scheidung aber immer – ein finanzieller Kraftakt. Hierzu gehört nicht die Scheidung selbst. Gerade bei einer sehr langandauernden Ehe, in welcher sich Partner im Hinblick auf Verbindlichkeiten und Vermögen alles geteilt haben, hinterlässt die Trennung deutliche Spuren. Es kann passieren, dass:

  • Immobilien verkauft werden müssen
  • prekäre Einkommensverhältnisse entstehen
  • die Altersvorsorge plötzlich schrumpft.

Droht die Scheidung, ist es für Vorsorge meistens zu spät. Auch wenn der Gedanke an ein mögliches Ende der Ehe vielen Paaren nicht behagt: Sich im Rahmen eines Ehevertrags abzusichern, hat nichts mit übertriebenem Pessimismus zu tun.     

Das gemeinsame Haus und die Baufinanzierung

Etwas weniger als die Hälfte der Deutschen hat Wohneigentum – so die Zahlen des Dachverbands Deutscher Immobilienverwalter e.V. Gerade, wenn Ehepartner sehr lange verheiratet waren, spielt in der „Verhandlungsmasse“ bei einer Scheidung auch Wohneigentum eine Rolle. Und wie beim Thema Sorgerecht können die Fronten in diesem Zusammenhang sehr verhärtet sein.

Ist die Immobilie schuldenfrei, geht es häufig darum, wer die Eigentumswohnung oder das Einfamilienhaus weiter bewohnen darf. Mit etwas Einsicht lässt sich hier eventuell ein Kompromiss erreichen.

Sehr viel schwieriger wird die Situation allerdings dann, wenn für die Immobilie ein Baukredit zu bedienen ist. In dieser Situation kommt zum Stress der Scheidung auch noch die Frage, wie es mit dem Darlehen jetzt weitergeht. Beispiel: Geschieden wird eine Ehe, aus der zwei Kinder und ein Haus hervorgegangen sind. Der Familienvater erklärt sich zum Verlassen des Hauses bereit, kann im Gegenzug – durch die Belastungen aus Miete und Unterhalt – die Rate aber nicht mittragen. Da die Ehefrau nur in Teilzeit arbeitet, ist auch bei ihr das Geld knapp.

In einer solchen Konstellation droht der Immobilienkredit zu implodieren. Die Folge: Seitens der Bank wird der Kredit gekündigt und die Immobilie in der Zwangsversteigerung verwertet.

Möglichkeiten, Wohneigentum zu schützen

Im Rahmen einer Ehe wird der Kreditvertrag oft von beiden Ehepartnern gemeinsam abgeschlossen. Die Bank muss sich das Geld dann nicht bei beiden Ex-Partnern holen, sondern kann einen der beiden Schuldner in die Pflicht nehmen. Handelt es sich um den ausgezogenen Ehepartner, darf dieser die Rate bei der Unterhaltsberechnung geltend machen – und beteiligt seinen Ex-Partner indirekt am Schuldendienst.

Parallel könnten sich die Ehepartner auch darauf einigen, dass der im Eigenheim lebende Ex-Partner Mietzahlungen leistet – und diese letztlich in die Ratenzahlung einfließt. Gerade, wenn Kinder von der Scheidung betroffen sind, sollte eine der beiden Möglichkeiten in Erwägung gezogen werden.

Alternativ kann auch versucht werden, den gemeinsamen Kredit in zwei getrennte Darlehen umzuschulden. Allerdings sind hier die Regelungen aus dem BGB zur vorzeitigen Tilgung eines Hauskredits zu beachten.

Eine Umschuldung kann nicht nur im Bereich der Baufinanzierung helfen. Bei niedrigem Zinsniveau kann sich ein solcher Schritt auch lohnen, um die Kosten einer Finanzierung zu senken. Zudem lassen sich auch verschiedene Verbindlichkeiten (etwa der Dispo und ein Kleinkredit wegen der Scheidung) zusammenfassen und zu günstigeren Konditionen zurückzahlen.

Plötzlich prekäre Einkommenssituationen

Scheidungen gehen inzwischen in der Mehrheit von Frauen aus, so das Statistische Bundesamt. Zumindest ist deren Anteil beim Einreichen der Scheidung höher als bei den Männern. Aufgrund der Tatsache, dass Frauen heute immer noch in der Hauptsache die Erziehung der Kinder übernehmen – und hierfür nicht selten beruflich zurückstecken, ergeben sich schwerwiegende Probleme. Ist einer der Partner nur in Teilzeit erwerbstätig, kann die finanzielle Situation sehr schnell in Schieflage geraten. Entscheidend ist unter anderem die Frage, wie die Beziehung nach der Trennung zueinander aussieht.

Soll heißen: Durch Unterhaltsforderungen gegen den gering verdienenden Ex-Partner kann die Situation noch verschärft werden. Auf der anderen Seite lassen sich prekäre Einkommensverhältnisse abwenden. Partner haben gegeneinander auch während der Trennungsphase und nach der Scheidung unter Umständen Unterhaltsansprüche.

Hierzu gehören unter anderem:

  • Trennungsunterhalt
  • Betreuungsunterhalt
  • Unterhalt wegen KrankheitAufstockungsunterhalt

Die Höhe zum Kindesunterhalt ist in der Düsseldorfer Tabelle geregelt. Besonders für den Unterhalt nach der Scheidung gelten allerdings strenge Regeln, da Ex-Partner nach § 1569 BGB eigentlich wieder für sich selbst sorgen sollen. Daher muss der Bedarf nachgewiesen werden – wofür oft strikte Voraussetzungen gelten.

So hängt der Aufstockungsunterhalt davon ab, dass einer der beiden Eheleute sehr viel mehr als sein Ex-Partner verdient und dieser – trotz seiner angemessenen Berufstätigkeit – über das Einkommen den Lebensunterhalt nicht decken kann. Grundsätzlich gilt im Zusammenhang mit Ehegattenunterhalt der Grundsatz, dass:

  • Kinder
  • Kinder betreuende Eltern

Vorrang haben. Daher kann sich der Ehegattenunterhalt wegen anderer Gründe als der Kinderbetreuung in der Rangfolge nur danach einordnen. Zu berücksichtigen ist zudem die Tatsache, dass dem unterhaltspflichtigen Ex-Partner immer Freibeträge zugedacht werden, welche sich unter anderem durch den weiter oben genannten Schuldendienst für eine gemeinsame Immobilie erhöhen.

Gemeinsame Konten und Depots trennen

Eheleute eint ein sehr großes gegenseitiges Vertrauen. Im Zuge der Trennung und Scheidung geht es am Ende auch um die Frage, was mit gemeinsam eröffneten Konten und Wertpapierdepots passieren soll. Prinzipiell können diese in zwei Formen ausgestaltet sein:

1. ODER-Konto
2. UND-Konto.

Letzteres sorgt dafür, dass sich keiner der beiden Partner in der Trennungsphase einfach beim gemeinsamen Geld und dem Vermögen bedienen kann. Hintergrund: Verfügungen sind immer nur möglich, wenn alle Kontoinhaber ihre Zustimmung geben.

In der Praxis wird häufiger auf das ODER-Konto gesetzt, da es einfacher zu handhaben ist. Hier kann jeder Kontoinhaber nach eigenem Ermessen über das Guthaben verfügen. Welche Gefahr besteht in einer solchen Situation? Einer der Ex-Partner kann mit der Karte das gesamte Bankkonto leerräumen. Damit ergeben sich unter Umständen erhebliche finanzielle Probleme für den anderen Ehepartner.

Prinzipiell gilt an dieser Stelle immer zuerst das Prinzip einer paritätischen Teilung des Guthabens. Beide Ex-Partner haben zu gleichen Teilen Anspruch auf das Guthaben. Wird das Konto geplündert, ist der Verursacher seinem Gegenüber grundsätzlich zu Ausgleichszahlungen verpflichtet. Von diesem Grundsatz kann abgewichen werden, wenn die Abhebung für Unterhaltsleistungen an die restlichen Familienmitglieder verwendet wird.

Deutet sich eine zunehmende Zerrüttung zwischen Ehepartnern an, sollte in jedem Fall darüber nachgedacht werden, finanziell vorzusorgen. Dies passiert durch die Eröffnung von Einzelkonten, auf die Lohnzahlungen erfolgen. Auf diese Weise gewinnen Ehepartner finanzielle Unabhängigkeit zurück und die Trennung der Finanzen fällt am Ende leichter.

Sorgerecht: Scheidungen treffen auch Kinder

Von den Scheidungen im Jahr 2017 waren mehr als 123.000 minderjährige Kinder betroffen. Für diese ist die Trennung der Eltern einschneidend. Erschwert wird die Situation durch eine veränderte Sichtweise der sich trennenden Eltern. In der Vergangenheit – mit ihrer heute nicht mehr zeitgemäßen Rollenverteilung – waren Vermögen und Unterhalt für den Ehegatten oft das Druckmittel Nummer eins.

Heute – mit der gleichberechtigten Beschäftigung von Männern und Frauen – werden die Kinder nicht selten zur Verhandlungsmasse zwischen Eltern, die im Streit auseinandergehen. Dabei sollte das Kindeswohl immer an erster Stelle stehen. Sehr oft geht es aber nur noch darum, wie das ehemals gemeinsame Sorge- und Aufenthaltsbestimmungsrecht verteilt wird. Und hier kommt es zu teils erbitterten Auseinandersetzungen.

Das Wechselmodell: In Deutschland immer noch selten

Nach einer Trennung der Eltern steht zur Debatte, wie mit der Betreuung und Sorge um die gemeinsamen Kinder verfahren wird. Obwohl eigentlich in der allgemeinen Auffassung die geteilte Sorge als Grundlage auch nach der Scheidung besteht, ist das sogenannte Residenzmodell sehr stark in Deutschland verbreitet.

Hier übernimmt ein Elternteil die wesentliche Betreuung des Kindes/der Kinder, was:

  • Aufenthalt
  • Lebensmittelpunkt

betrifft. Dies bedeutet sowohl für Kinder als auch den anderen Ex-Partner eine sehr große emotionale Belastung. Kritisiert wird am Residenzmodell zudem die Tatsache, dass ein Elternteil gegenüber dem anderen Elternteil eine überdurchschnittliche Aufwertung erfährt.

Immer wieder greifen Medien besonders krasse Fälle auf, in denen das im Residenzmodell bereits stark beschränkte Umgangsrecht mit dem Kind als Druckmittel noch stärker beschnitten werden soll. Auf der anderen Seite steht ein im Allgemeinen für das Kindeswohl und den familiären Frieden wesentlich interessanteres Modell. Die Rede ist vom Wechselmodell.

In diesem wird jedem Elternteil die Sorge um Trennungskinder zu einem hohen Anteil zugedacht – von wenigstens 30 Prozent. Im besten Fall teilen sich die Eltern die Sorge zu gleichen Teilen. So kann nach der Trennung im Wechselmodell so verfahren werden, dass das Kind von Sonntag bis Donnerstagmittag bei einem Elternteil wohnt und anschließend wechselt. Aber auch andere Konstellationen sind beim Wechselmodell denkbar. Die Vorteile dieses Modells liegen auf der Hand.

1. Kinder erleben weiterhin eine enge Bindung zu beiden Eltern
2. Stress durch die regelmäßigen 14-tägigen Wechsel entfallen
3. Kind bleibt im gewohnten sozialen Umfeld
4. Kind erlebt den Alltag mit beiden Elternteilen

Natürlich ist das Wechselmodell nicht ohne Nachteile. Es setzt in jedem Fall ein Minimum an Kommunikation und Kompromissbereitschaft voraus. Parallel müssen beide Eltern den Willen haben, auch räumliche Voraussetzungen für das Wechselmodell zu schaffen – was letztlich auch eine gewisse finanzielle Herausforderung bedeutet.

Der gemeinsame Freundeskreis

Sich als Ehepartner zu trennen bedeutet oft auch, ein gemeinsames soziales Umfeld aufzugeben. Besonders bei sehr lange andauernden Ehen sind beide meist sehr fest im Wohnort verwurzelt und in Vereine oder Ähnliches integriert. Trennung und Scheidung sind daher letztlich auch für das Umfeld des Paa res eine Herausforderung.

Die Gefahr droht, dass ein Riss durch den Freundeskreis geht und dieser im Zuge der Scheidung ebenfalls auseinanderbricht. Lässt sich eine solche Situation verhindern? Besonders groß ist das Risiko dann, wenn Ex-Partner komplett ihre Kommunikationsfähigkeit verlieren. In solchen Situationen wird es immer zu Spannungen kommen.

Solche Entwicklungen müssen nicht sein. Auch wenn die Trennung immer einschneidend und schmerzhaft ist – wer sich ein Stück Kommunikationsfähigkeit erhält, kann sich auch nach der Scheidung im alten Bekanntenkreis bewegen. Diese Einsicht und geistige Reife sind eine Grundvoraussetzung, auf der viele heute sehr gut funktionierende Patchwork-Familien basieren.

Fazit: Scheidungen lassen sich überwinden

Scheiden lassen – für viele Betroffene ein Schock. Konfrontiert sie die Trennung auch mit persönlichem Scheitern. Und dies reißt wiederum die komplette Lebensplanung aus den Angeln. Eine Scheidung zu verarbeiten dauert oft Monate.

Finanziell haben die Beteiligten oft deutlich länger daran zu knabbern. Gerade, wenn es um Kinder geht, können sich Ex-Partner zudem nicht einfach voneinander abwenden. Eine Scheidung lässt sich trotzdem meistern – wenn der Wille zu Kommunikation und Kompromissbereitschaft nicht komplett verlorengegangen sind und die Betroffenen selbst etwas planerisches Geschick an den Tag legen.