Recht und Soziales

Verkehr Bei wiederholtem Verstoß droht Anzeige

Schwarzfahrt mit Folgen

Berlin.Die Verlockung ist häufig groß: Wer in Bus oder Bahn kein Ticket kauft, spart Geld. Doch worauf müssen sich Schwarzfahrer einstellen, wenn sie erwischt werden?

Die Antwort: Man mache sich nach Paragraf 265a im Strafgesetzbuch strafbar, erklärt Christian Janeczek von der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins. „Es gibt sehr viele Strafverfolgungen bezüglich des Erschleichens von solchen Leistungen“, berichtet der Rechtsanwalt. Und das, obwohl die Anbieter öffentlicher Verkehrsmittel durchaus nicht beim ersten oder zweiten Mal Anzeige erstatten. „Häufig speichern sie die Daten, aber zeigen den Schwarzfahrer erst bei wiederholten Verstößen an.“ Jedes Mal aber wird eine Zivilstrafe fällig, das Beförderungsentgelt von maximal 60 Euro.

Was droht bei Anzeige? Nicht selten wird das Verfahren gegen eine Geldauflage eingestellt, wenn es sich um Ersttäter handelt – also Menschen, die bisher in keiner Weise auffällig wurden, erklärt Janeczek. „Das steigert sich dann bei wiederholtem Verhalten.“ Beim zweiten Mal steigt die Höhe der Geldstrafe, dann gibt es eine Freiheitsstrafe auf Bewährung, und letztlich ist ein Gefängnisaufenthalt von mehreren Monaten möglich. „Das kommt gar nicht so selten vor“, so der Anwalt.

Nun könnte man damit argumentieren, dass man es auf die ersten Versuche ankommen lässt – die ja ohnehin nicht angezeigt werden. Doch Janeczek warnt: Zwar sammeln Unternehmen häufig die Schwarzfahrten und zeigen etwa erst bei der 20. Wiederholung an – wobei dann jedoch gleich alle Schwarzfahrten angezeigt werden. Somit gilt man direkt als Wiederholungstäter und bekommt möglicherweise eine härtere Bestrafung. Das Flüchten bei einer Fahrkartenkontrolle ist an sich nicht strafbar. dpa