Recht und Soziales

Gericht Reisende verpassen Flug wegen unpünktlicher Bahn

Wer haftet bei Verspätung?

Archivartikel

München.Kommt der Zug zum Flug zu spät an, ist das Pech für die Passagiere. Der Reiseveranstalter muss die Kosten für einen Ersatzflug nicht übernehmen, entschied das Amtsgericht München. Ein Vater und sein Sohn aus dem Raum Peine in Niedersachsen hatten einen Münchner Reiseveranstalter verklagt, weil sie wegen der verspäteten Bahn ihren Flug verpassten und einen Ersatz buchen mussten. Außerdem verlangten sie eine Entschädigung für einen verlorenen Urlaubstag.

Vater und Sohn wollten 2018 ihren Flug von Düsseldorf nach Dubai antreten. Sie hatten eine einwöchige Pauschalreise gebucht, inklusive Rail-and-Fly-Ticket mit Zug zum Flug. Um 18.58 Uhr sollte der Zug am Flughafen ankommen. Er habe aber fast zwei Stunden Verspätung gehabt und sei erst eingetroffen, als die Schalter für den Abflug geschlossen waren. Vater und Sohn mussten eine Nacht im Hotel verbringen. Sie buchten über das Reisebüro neue Flüge für insgesamt 1682,88 Euro. Diese Kosten sollte aus Sicht der Kläger das Reisebüro tragen.

Das Gericht wies die Klage mit Verweis auf die AGB des Reisebüros ab. Darin heißt es: „Soweit die Anreise des Reisenden zum Flughafen per Zug erfolgt, ist dieser gehalten möglicherweise auftretende Verzögerungen bei der Zugbeförderung angemessen bei der Auswahl der Zugverbindung zu berücksichtigen.“

Das Urteil ist rechtskräftig, weil das Landgericht in München die Lage ähnlich einschätzte und die Berufung im Oktober zurückwies. tmn