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Verteidiger legt im BASF-Prozess Revision ein

Archivartikel

Frankenthal.Im Prozess um das Ludwigshafener BASF-Unglück hat der Verteidiger des Angeklagten Revision eingelegt. Das bestätigte der Pressesprecher des Frankenthaler Landgerichts Christian Bruns.

Das Landgericht hatte den 63-Jährigen am Dienstag, 27. August, im Prozess um das Explosionsunglück zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt. Bei der Gasexplosion im Oktober 2016 kamen fünf Menschen ums Leben, 44 wurden verletzt. 

Für den Vorsitzenden Richter Uwe Gau stand zweifelsfrei fest, dass menschliches Versagen die Katastrophe ausgelöst hatte. So sollte der Schlosser als externer Mitarbeiter ein entleertes Rohr zerlegen. In einem Moment der Unaufmerksamkeit habe er seinen Trennschleifer stattdessen an einer Butan-Leitung angesetzt. Aufgrund dieses Augenblicksversagens verurteilte die Kammer den Mann aus Bosnien-Herzegowina wegen fahrlässiger Tötung, Körperverletzung und Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion. 

Die Kammer ging von einer „Mitverantwortung“ des Chemiekonzerns aus, was sich strafmildernd für den Angeklagten ausgewirkt habe. Die BASF habe aus einem Fehlschnitt in eine Ammoniakleitung 2011 bereits mit einem solchen Fehler rechnen müssen. Auch aus einer Großschadensübung 2015, die ein ähnliches Szenario hatte wie das Unglück, seien bei der BASF nicht die angebrachten Konsequenzen gezogen worden.