Reise

5 Gründe für Ibiza

Archivartikel

Die Insel hat ja bei vielen immer noch das Image der Party-Location. Aber es gibt auch viele wunderschöne stille, naturschöne Winkel zur Erholung und Inspiration.

Essen bei Robert De Niro

Mal ehrlich: Die Mittelmeer-Küche ist ja köstlich. Aber auf Dauer doch auch recht fettig. Wer genug hat von Olivenöl, Knoblauch und Weißbrot, sollte zum Dinner zu Robert De Niro gehen. Wie bitte? Na ja, der Hollywoodstar steht natürlich nicht persönlich am Herd. Aber kürzlich hat er in Ibizas brandneuem und erstem 5-Sterne-Designhotel Nobu in Cap Martinet das gleichnamige Restaurant eröffnet. Mit seinem japanischen Freund und Kollegen Nobuyuki Matsuhisa (Casino, Die Geisha), der im Hauptberuf eine weltweit bekannte Koch-Ikone ist. Die gehobene japanische Fusionsküche wirkt wie eine kulinarische Wellness-Behandlung. Verwendet werden nur frische Zutaten. Spezielles wie die Miso-Paste wird direkt aus Japan importiert, weil die gewünschte Qualität in Europa nicht erhältlich ist. Wie wär’s denn mit Wagyu-Filet Tataki-Style, Jakobsmuschel-Carpaccio, Lobster mit Shiitake-Pilzen in Ingwer-Zitronengras-Dressing? Da jubeln die Geschmacksknospen. Aber Obacht! Auch wenn der Blick über die magisch beleuchtete Poollandschaft auf die Bucht von Talamanca verlockt und das Matcha-Tee-Parfait mit kandierten Pekannüssen verzückt - immer mal die Augen über die anderen Gäste schweifen lassen. Gut möglich, dass da ein stiller Herr mit Charaktergesicht und Versicherungsmakler- Brille sitzt. Es könnte Robert De Niro sein.

Wenn die Sonne untergeht

Es Vedrà und Es Vedranell waren gestern. Zu viele Touristen zieht es inzwischen zum Sonnenuntergang an den Strand von Cala d’Hort, um die beiden mystischen Felseninseln ein paar Hundert Meter weit draußen im Meer zu bewundern. Auf der Suche nach einem freien Sitzplätzchen im Sand stolpert man über Picknickkörbe und verheddert sich in fremden Badelaken. Romantischer und stimmungsvoller ist da der neueste Spot zum Chillen und einen Sundowner genießen: die Playa des Codolar Salinas an der Südspitze Ibizas hinter den Salzfeldern. Vor allem einheimisches Partyvolk trifft sich an der lässigen Strandbar Experimental Beach. Man genießt Tapas und vorzüglichen Grillfisch, schlürft seinen Cocktail, lümmelt auf Polsterliegen oder springt noch mal vom schwimmenden Badesteg ins Wasser. Das Panorama ist großartig: links die imposant aufragende, bewaldete Steilküste, rechts die weit geschwungene Bucht bis zur Felsspitze Punta des Jondal. Und dann versinkt der Sonnenball feuerrot im Meer, die Silhouette einer Luxusjacht zieht durch das flammende Orange am Horizont, im Hintergrund läuft entspannende Chillout-Mucke. Perfekt!

Einkaufen auf dem Hippiemarkt

Wer Spaß an exzentrischen Gestalten und buntem Kunsthandwerk hat, muss ihn gesehen haben, den samstäglichen Markt „Las Dalias“ am Ortsausgang von Sant Carles de Peralta. Anfang der 1960er Jahre kamen viele Künstler, Designer und „Blumenkinder“ nach Ibiza, angezogen von Licht, Wärme und der besonderen Atmosphäre der Insel. Einige begannen, die Produkte ihrer Kreativität an Open-Air-Ständen zu verkaufen - der Hippiemarkt war geboren. Angelegt ist er wie ein Labyrinth mit größtenteils beschatteten „Gassen“, ähnlich den Souks in orientalischen Ländern. Vieles ist originell und taugt als hübsche Souvenirs, zum Beispiel Kleider, Tücher und sogar Schuhe aus Bambusfasern mit traditionellen ibizenkischen Mustern, handgemachte Seifen, Schmuck, Leder, Flechtarbeiten, Küchenutensilien aus Olivenholz. Zwischendrin gibt es genügend Imbissstände, Freiluftrestaurants und Bars. Unverkennbar heben sich besonders die Künstlerinnen und Händlerinnen optisch ab von den Marktbesuchern. Ungeachtet des Alters knappste Kleiderfähnchen oder Hotpants, dazu Stiefeletten mit Fransen, Perlen, Strass. Die Haut ledrig braun und die Gestalt recht schmal. Einigen der Althippies steht die Ernüchterung ins Gesicht geschrieben: So hatten sie sich den Traum vom „Aussteigen“ im Alter wohl nicht vorgestellt. Sehenswert ist all das allemal.

Glückssuche am Strand

Soll niemand sagen, es gäbe keine echten Geheimtipps mehr. Solche, die man wirklich in keinem Reiseführer findet – und die einem auch sonst niemand verrät. Wie gut, dass Sie diesen Artikel lesen: Denn auf Ibiza gibt es Strände, an denen man das Glück finden kann. Natürlich sind nicht flüchtige Urlaubsflirts gemeint. Es geht um eine viel haltbarere Form: die „Ojos de Santa Lucia“. Diese „Augen der heiligen Lucia“ sind nach einer im Mittelmeerraum verehrten frühchristlichen Märtyrerin benannt. Es sind die Verschlussdeckel von Meeresschnecken. Manche erbsenklein, manche kirschengroß. Die Außenseite ist meist korallenrot und erinnert eher an eine Ohrmuschel, die weiße Innenseite ist spiralförmig gewunden. Um sie zu finden, muss man schon genau hinschauen und ein wenig Geduld haben. Allzu häufig sind sie nicht - und darum so begehrt und traditionell als Glücksbringer geschätzt. Aber nach einer Weile haben sich die Augen sozusagen „eingegroovt“ und man findet bestimmt ein hübsches Exemplar. Vor allem, wenn man in den Buchten um Portinatx sucht. Zu Hause kann man sich seinen Meeresschatz dann zum Beispiel als Anhänger fassen lassen. Garantiert verlässt keiner sonst die Insel mit so einem besonderen Souvenir.

Traum-Bucht und kleine Wanderung

Als Faustregel für die Suche nach einer schönen Bucht gilt auch hier wie überall sonst auf der Welt: Je schwieriger zu erreichen, umso ruhiger und naturbelassener ist sie. Am besten wäre natürlich, mit einem Boot die Küste abzuschippern. Andernfalls darf man nicht lauffaul sein. Es lohnt sich. Zum Beispiel an der Nordwestküste bei Sant Miquel de Balansat. Am besten fährt man mit einem Mietwagen bis zum Wohngebiet Urbanization Isla Blanca und biegt gleich am Ortseingang rechts ab auf die Anliegerstraße. Man folgt ihr, teils über Schotter, abwärts bis zu den letzten Häusern. Dann geht es zu Fuß weiter bergab. Ein schmaler, meist schattiger Pfad führt hinab zur fast kreisrunden Traumbucht Es Portixol. Hinter jeder Wegbiegung eröffnet sich ein neues spektakuläres Panorama. Also bloß nicht den Fotoapparat vergessen. Nach etwa 30 Minuten erreicht man die Bucht. Wegen des kieseligen Strandes ist das Wasser herrlich klar und leuchtet in allen Blau- und Grüntönen.