Reise

Aarhus statt Kopenhagen

Dänemark

Einen echten Weltstar haben sie auch: Dem Künstler Olafur Eliasson verdankt Aarhus den Regenbogen über dem Kunstmuseum Aros. In 50 Meter Höhe wandelt man durch einen 150 Meter langen, gläsernen Ring, dessen Scheiben in sanften Übergängen ihre Farben wechseln. Kräne, Kirchen, der rohe Glockenturm des Rathauses von Arne Jacobsen – die ganze Stadt taucht in zorniges Rot, gleitet hinüber in geliertes Rosa, in eisiges Meerblau, in entrücktes Grün. Mit jedem Schritt ändert sich die Stimmung, fremd wird sie, die Stadt, und immer wieder wie neu.

2017 war Aarhus europäische Kulturhauptstadt. Selbstbewusst feierte es seine Vergangenheit und arbeitete genauso eifrig an der Zukunft. Im Freilichtmuseum Gamle By zum Beispiel wurde ein kompletter Straßenzug aus dem Jahr 1974 nachgebaut, mit unterschiedlich ausgestatteten Wohnungen, einem Reisebüro und „Pouls Radio“. Am Hafen dagegen entstand Aarhus Oe, ein futuristischer Stadtteil, dessen Gesicht die weiß schimmernden „Eisberg“-Hochhäuser darstellen. Das Gemeindezentrum Dokk 1 wurde schon bald zum neuen Mittel- und Treffpunkt für alle.

Das traditionelle Gegengewicht dazu bildet Latinerkvarteret. Hier finden Touristen, was sie an Dänemark so lieben: Kleinstadtidyll vom Feinsten. In den niedrigen, gelb und rot gestrichenen Fachwerkhäuschen haben sich Boutiquen eingerichtet, Käsegeschäfte und Outdoor-Outlets. Und am Kanal mitten durch die Stadt reihen sich Cafés und Restaurants zu einer lang gezogenen Genussmeile samt Laufsteg, die so umlagert ist, dass die Gäste sich an manchen Stellen fast gegenseitig ins Wasser schubsen.

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