Reise

Schwarzwald Forellenhof Buhlbach mit Gastronomie, Fischzucht und Forschungsprojekt eröffnet

Aller guten Dinge sind drei

Archivartikel

Aller guten Dinge sind drei. Das trifft bei der neuesten Outdoor-Aktivität des Hotels Bareiss gleich doppelt zu.

Der Forellenhof Buhlbach, den das Mitteltaler Hotel Bareiss nach umfangreichen Umbau- und Erweiterungsarbeiten inmitten eines idyllischen Naturschutzgebietes am Rande des Nationalparks eröffnet hat, vereint Dreierlei: Gastronomie, Fischzucht und ein Forschungsprojekt. Und er ist neben der Wanderhütte Sattelei (2005) und dem Morlokhof (2006) das dritte Engagement außerhalb der Hotelmauern.

Über 100-jährige Geschichte

Mehr als 100 Jahre reicht die Geschichte der Forellenzucht in Buhlbach zurück. Schon Hermine Bareiss schätzte die Qualität und Frische der Forellen, die seit Anbeginn auf der Speisekarte des Kurhotels Mitteltal standen. Im vergangenen Jahr hat das Hotel Bareiss das Fischerstüble und die Forellenzucht in Buhlbach von der Familie Sigwart gekauft, die über Jahrzehnte zunächst die Zucht und später einen kleinen Gastronomiebetrieb betreut hat. Beides sollte gemeinsam in die Hände des nächsten Besitzers übergehen – ein Anliegen, das bei Hotelier Hannes Bareiss ins Schwarze traf. Nun sind alle Beteiligten froh, dass durch die Neugestaltung ein Ort mit langer Tradition – der Forellenhof war seinerzeit die erste Wanderhütte im Baiersbronner Wanderhimmel – erhalten werden konnte.

Die „Buhlbachstube“ und die „Forellenstube“ bieten ihren 70 Gästen eigens entworfene Forellenspezialitäten, Regional- und Vespergerichte. Die Forellenzucht besteht aus 13 Zuchtteichen, in denen Regenbogenforellen, Lachsforellen, Bachforellen, Goldforellen und Saiblinge gezüchtet werden. Die Forellenzucht wird aus einer reinen, unbelasteten Primärquelle gespeist, dem Leinenbächle. Verantwortlich für die artgerechte Aufzucht sind die beiden Fischwirte Richard Eifler (54) und Sebastian Treß (26). „Unsere Fische werden langsam gefüttert und brauchen so zwei Jahre, bis sie schlachtreif sind – das merkt man nachher an der Fleischqualität“, erklärte Eifler.

Doch nicht nur den Forellen gilt das Augenmerk in der Anlage. Dr. Andreas Mäck interessiert sich vielmehr für das Zusammenleben vonBodenseefelchen und europäischen Edelkrebsen – ein vom Bundesministerium für Forschung und Bildung gefördertes Forschungsprojekt, bei dem die Fischzucht als Praxispartner fungiert.

Gemeinsame Aufzucht

Ziel ist die gemeinsame Aufzucht von Bodenseefelchen und europäischen Edelkrebsen in einer Polykultur. Anlass für das Projekt ist ein rückgängiger Felchenbestand im Bodensee – der sauberer gewordene See bot den Fischen zu wenig Nahrung. Hingegen ist die seither auch über Import gedeckte Nachfrage nach dem beliebten weißfleischigen Genussfisch unvermindert hoch, weshalb die Zucht von Felchen nun im Schwarzwald untersucht wird.

Und so gehört ein Naturteich der Fischzucht ganz den Bodenseefelchen und den Edelkrebsen, die für das Experiment eingesetzt wurden. „Wir sind auf einem guten Weg“, zeigte sich Dr. Mäck optimistisch. Und das hört auch Hannes Bareiss gern. Denn eines Tages könnte der Felchen, ist er erst einmal von Claus-Peter Lumpp zubereitet worden, das Angebot im Drei-Sterne-Restaurant bereichern.