Reise

Deauville Zum Filmfestival heißt es wieder „Sehen und gesehen werden“

Auf der Jagd nach den Prominenten

Sobald es wieder heißt „Bienvenue au Festival du Cinéma Américain“, fallen in dem beliebten französischen Badeort Deauville in der Normandie Stars und Sternchen ein. Entlang des Strandes gibt sogar eine „Starmeile“ mit den Namen berühmter Schauspieler. Wer genug vom Film hat und es etwas ruhiger mag, der besucht das benachbarte Trouville.

Filme gucken oder doch lieber auf Autogrammjagd gehen? Vom 31. August bis 9. September ist Deauville zum 44. Mal Schauplatz der Hollywoodstars. Es kann durchaus passieren, dass man Sharon Stone oder Tom Hanks auf der Straße begegnet oder in einem der vielen Cafés oder Restaurants einem bekannten Schauspieler beim Muscheln essen gegenüber sitzt. Auf der 643 Meter langen Planches, eine aus tropischen Holzplanken angelegte Promenade, sind die Umkleidekabinen berühmten Hollywood-Größen wie Harrison Ford, Gloria Swanson, Burt Lancaster oder Kirk Douglas gewidmet. Alles Stars, die bereits in Deauville beim alljährlichen Festival des amerikanischen Films dabei waren.

Nur wenige Meter von der berühmten Strandpromenade entfernt, zeigt sich das reich an Marmor, Säulen und Gold verzierte Casino. Während die Stars auf dem roten Teppich flanieren, wird im Kino eine kunterbunte Mischung aus Genre- und Kunst-Filmen gezeigt. Hinter den Kulissen geht es um die Auswahl neuer Projekte oder Nachwuchskünstler. Thriller und Gangsterfilme stellen sich dem Wettbewerb. Vielleicht haben die Szenen aus John Grishams neuem Roman „Der Fall Fitzgerald“ eine Chance auf einen großen Preis? Die Jury war bei der Vorauswahl begeistert.

Und wie sehen die Einwohner der knapp 4000 Einwohner zählenden Stadt das große Ereignis? Gelassen. Sie sind stolz auf ihre Stadt, die vor Eleganz nur so sprüht.

Zahlreiche kulturelle und sportliche Veranstaltungen gibt es über das ganze Jahr. Im Casino kann man sein Glück versuchen und eventuell sogar gewinnen, um es dann wieder auf der Pferderennbahn zu verwetten. So ist das schon viele Jahre.

Duc de Morny, passionierter Pferdefreund, ließ die Rennbahn 1864 errichten, wo sich seitdem regelmäßig die Weltelite zu Turnieren versammelt.

Lediglich einen Katzensprung vom berühmten Holzplankenweg, der Pferderennbahn und dem Casino entfernt, stehen luxuriöse Villen und Ferienhäuser am Hafen. Familien mit Kindern können sich in der neu eröffnete Residenz Presqu’Ile de la Touques einmieten.

Die normannischen Fachwerkhäuser mit steilen Dächern und Tonziegeln wurden großzügig im Schachbrettmuster am linken Touques-Ufer angelegt. Der Marktplatz ist von High-Fashion-Geschäften, exquisiten Cafés und Bäckereien umgeben. Die ehemalige Boutique von Coco Chanel, die die Mode nach Deauville brachte, befindet sich in einer kleinen Seitenstraße.

Diejenigen, die es ursprünglicher mögen, laufen über die Brücke, die Deauville mit dem Nachbarort Trouville verbindet oder setzen mit der kleinen Fähre ans andere Ufer über. Allerdings sollte man auf die Uhrzeiten achten. Denn bei Ebbe sieht man die Schiffe auf dem Trockenen liegen. Dann heißt es: Warten bis die nächste Flut kommt.

Den historischen Fischerort entdeckten zuerst Künstler. Der Pariser Maler Charles Mozin suchte und fand hier die schönsten Landschaftsmotive. Schriftsteller Alexandre Dumas fühlte sich abgeschieden wie auf der Robinson-Insel. Zuckersand und türkisfarbene Fluten sind geblieben, wie es sich für ein Seebad gehört.

In Trouville werden die Fischkutter von laut kreischenden Möwen begleitet und vor der Markthalle stapeln sich die Kisten der Fischer mit Seezunge, Makrele, Wolfsbarsch oder Jakobsmuscheln. Jeder Koch, der etwas auf seine Küche hält, bringt den frischen Fang abends auf den Tisch.

Wie Deauville hat auch Trouville einen kilometerlangen Sandstrand mit farbenkräftigen Sonnenschirmen, Strandkörben und Liegestühlen. Im Wasser schaukeln bunte Tretboote und Kajaks. Wer keine eigene Jacht mitgebracht hat, geht an Bord eines Ausflugsschiffes. Von der Aussichtsplattform hat man einen guten Blick auf das im Kolonialstil erbaute Casino. Von dort führen kleine Gassen mit Geschäften in die Altstadt.