Reise

Auf ins Wohlfühlland

Archivartikel

Ein neuartiger digitaler Stellplatzführer gibt beim Schwerpunkt „Heilbäder und Kurorte“ auf der CMT Tipps für die Kombination von Wohnmobilreisen mit Gesundheitstourismus.

Ein neuartiger digitaler Stellplatzführer gibt beim Schwerpunkt „Heilbäder und Kurorte“ auf der CMT Tipps für die Kombination von Wohnmobilreisen mit Gesundheitstourismus.

Die Stille ist mit allen Sinnen fühlbar. Die Bäume knarzen leise bis in die Wipfel und der weiche Waldboden gibt bei jedem Schritt Geräusche von sich. Kaum hörbar, wenn es über Moos und abgefallene Tannennadeln geht. Als fast unangenehm lautes Knirschen, wenn der Weg über feine Kieselsteine führt. Der ganze Wald wirkt luftgefiltert, geräuschgedämpft und macht Lust, auf dem schmalen Trampelpfad weiter bergauf zu wandern. Die Wandergruppe ist im Wohnmobil angereist, steuert jede Nacht einen anderen Stellplatz an und sucht tagsüber Erholung für Körper und Seele in Stellplatznähe.

„Ganz viel geht über die Atmung. Atmet einmal tief ein. Wir sind hier im Heilklima. Der Sauerstoffgehalt in der Luft ist enorm hoch und die Schadstoffe werden durch die Baumkronen aus der Luft herausgefiltert“, erklärt der Klimatherapeut und Sportwissenschaftler Nikolaus Prinz, während er die Wanderer auf einem Höhenklimaweg oberhalb des Schluchsees durch den Hochschwarzwald führt. Gemeinsam mit der Hochschwarzwald Tourismus GmbH und der Heilbäder und Kurorte Marketing GmbH Baden-Württemberg (kurz: HKM) hat Prinz bereits vor einigen Jahren die Höhenklimaregion Hochschwarzwald entwickelt. „Der Begriff Heilklima löst oft ein falsches Kopfkino aus. Das hat nichts mit krank zu tun. Worum es uns geht, ist gesundheitserhaltende Prävention, die Spaß machen und Körper und Seele guttun soll.“

Auch andere Kurorte und Heilbäder setzen auf dieses Konzept. So hat etwa der Sole-Aktiv-Park in Bad Schönborn nur noch wenig mit einem klassischen Kurpark von einst zu tun, in dem zwischen Kurkonzert und Anwendung etwas flaniert wurde. Barfußpfad und Wasserspielplatz sollen dafür sorgen, dass nicht nur die Best Ager im Rahmen einer Kur in den Kurpark kommen; ein Bewegungsparcours mit fest installierten Geräten soll dazu anregen, an frischer Luft Kraft und Koordination zu trainieren. Das an den Kurpark angrenzende Thermalbad trägt sein Programm im Namen und nennt sich: Thermarium – Wellness und Gesundheitspark Bad Schönborn. Und setzt auf eine Mischung aus solehaltigem Thermalwasser mit nachgewiesener Heilwirkung und Wellnessbereich mit Wohlfühlfaktor, plus medizinischem Fitnesszentrum, in dem auch trainieren kann, wer einfach nur unter fachlich hoch qualifizierter Aufsicht Muskeln und Kondition aufbauen möchte.

Sich und seinem Körper etwas Gutes tun, Wellness – indoor wie outdoor – lockt Besucher. Gesundheitstourismus liegt im Trend. „Die Heilbäder und Kurorte zählen, neben dem Städtetourismus, zu den wichtigsten Standbeinen für den Tourismus hier im Land“, sagt Fritz Link, der Präsident des Heilbäderverbands Baden-Württemberg, und zitiert eine bundesweite repräsentative Motiv- und Zielgruppenanalyse: Kraft sammeln und die Seele baumeln lassen – das ist es, was die Deutschen im Urlaub tun möchten. Gleichzeitig steht Urlaub im eigenen Land ganz hoch im Kurs, wie Statistiken zum Reiseverhalten belegen.

Die Touristikmesse CMT 2020 schnürt aus all dem ein Gesamtpaket, nimmt noch das Reisen im Wohnmobil dazu und präsentiert unter dem Motto „Gesundheit und Erholung aus der Natur“ und in Partnerschaft mit der Heilbäder und Kurorte Marketing GmbH Baden-Württemberg, im Caravaning-Bereich weniger eine konkrete Destination, sondern ein Urlaubsthema. In dem geht es auch ums Reisen mit dem Wohnmobil in Kombination mit Gesundheitstourismus. Dass der Heilbäderverband Baden-Württemberg 2020 seinen 50. Geburtstag feiert, kommt als Anlass für diese Partnerschaft gerade recht.

„Wir möchten sozusagen als Geburtstagsgeschenk mit einem digitalen Stellplatzführer an den Start gehen, der speziell auf den Thermenbesuch mit dem Wohnmobil ausgerichtet ist und in dem zum Start 22 Wohnmobilstellplätze unmittelbar neben oder in maximal einem Kilometer Entfernung zu einer Therme erfasst sein sollen“, erzählt Arne Mellert, der Geschäftsführer des Heilbäderverbands Baden-Württemberg. Detaillierte Informationen über den jeweiligen Stellplatz sowie Tipps zu Einkauf und Einkehr sowie gratis WLAN auf jedem der digitalisierten Stellplätze inklusive. „Die Besucher bringen ihr eigenes Bett mit, wir stellen das Badezimmer. Die Wohnmobilisten können dann tagsüber in die Therme und nachts davor übernachten sowie bei Bedarf Duschen in den Thermen nutzen“, umschreibt Meller das Konzept des digitalen Stellplatzführers und führt weiter aus: „Optimalerweise entwickelt sich aus dem digitalen Stellplatzführer eine neue Community, die sich dann auch austauscht.“

Einer, der in diesem digitalen Stellplatzführer mit von der Partie ist, ist der Reisemobilhafen Bad Dürrheim. „Bei uns auf dem Wohnmobilstellplatz kommen die Besucher überwiegend wegen der neben dem Stellplatz gelegenen Therme Solemar und bleiben im Schnitt drei Tage“, erzählt Andreas Bertsch, der den Stellplatz im Familienbetrieb betreibt.