Reise

Basel statt Zürich

Schweiz

Basel lebt von der schmutzigen Chemie, Zürich hat die –Achtung, Ironie! – sauberen Banken. Basels rauchende Schlote werden von Reisenden aus dem Norden gerne rechts liegen gelassen. Ein Fehler, zumindest wenn man sich für Kunst, Kultur und Sonnenschein begeistern kann. Da Basel am südlichsten Ende des Oberrheingrabens klebt, wird es von 300 Sonnentagen jährlich beglückt. Manchmal wird es so warm, dass man die Fastnachtsumzüge im T-Shirt bestaunen kann. Verbunden mit drei gepflegten Freibädern und diversen Badestellen am Rhein lässt sich ein Sommer in Basel gut aushalten. Beim jährlichen Festival „Imfluss“ spielen Bands auf einer schwimmenden Bühne im Rhein, das Publikum sitzt nur 20 Meter entfernt gegenüber am Ufer. Jeder spendet, was er will.

Legendär ist die Museumsdichte:

40 Museen auf 37 Quadratkilometern, von A wie Anatomisches Museum über Jüdisches Museum bis hin zum Schweizerischen Architekturmuseum hat Basel fast in jeder Disziplin etwas zu bieten. Das Kunstmuseum, das Museum Tinguely und die etwas außerhalb in Riehen liegende Fondation Beyeler zählen zu den Besuchermagneten. Das Schaulager in Münchenstein bei Basel kennen dagegen noch nicht einmal die Einheimischen: Es punktete bislang mit Ausstellungen des britischen Regisseurs Steve McQueen und des US-Medienkünstlers Matthew Barney. Und ja: Basel hat auch einen mittelalterlichen Stadtkern samt Münster, dessen Anfänge bis ins 9. Jahrhundert zurückgehen. Dort liegen Größen des Basler Daigs, also der Basler Oberschicht, begraben. Typische Familiennamen des Daigs sind Burckhardt, Iselin, Sarasin und Merian. Pflichtprogramm im Sommer: einmal die Fähre über den Rhein nehmen. Im Winter: einmal den Basler Morgestraich erleben. Beides wird von Einheimischen genauso frequentiert wie von Touristen.

Zum Thema